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Döbeln: Oberbürgermeister streicht Entscheidung zum Gerätehaus Lüttewitz

Die drei Ortswehren bestehen auf dem Standort Lüttewitz. Der Feuerwehrausschuss hat nicht zugestimmt. Was passiert jetzt?

Die Wehrleitungen der Feuerwehren Choren, Mochau und Lüttewitz/Theeschütz stehen am Gerätehaus in Choren. Wie in den anderen Ortsteilen besteht dieses nur aus einer unbeheizten Garage für das Einsatzfahrzeug. Für Schulungen steht den Feuerwehren ein
Die Wehrleitungen der Feuerwehren Choren, Mochau und Lüttewitz/Theeschütz stehen am Gerätehaus in Choren. Wie in den anderen Ortsteilen besteht dieses nur aus einer unbeheizten Garage für das Einsatzfahrzeug. Für Schulungen steht den Feuerwehren ein © Jens Hoyer

Döbeln. Eigentlich sollte der Döbelner Stadtrat am Donnerstag eine Grundsatzentscheidung zum Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Lüttewitz für reichlich zwei Millionen Euro fällen. Aber Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) hat diesen Punkt wieder von der Tagesordnung genommen.

Der Grund: In der vergangenen Woche hatte sich der Feuerwehrausschuss, der aus den Döbelner Ortswehrleitern und Vertretern der Wehren besteht, ganz knapp gegen den Neubau ausgesprochen (DA berichtete). „Wir werden noch mal eine Runde mit den Feuerwehren drehen. Ich möchte, dass wir das miteinander umsetzen und mit einem gemeinsamen Votum in den Stadtrat gehen“, sagte Liebhauser.

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Wichtiges Argument: Wehren wünschen sich den Standort

Gemeindewehrleiter Steffen Janasek hatte die Entscheidung des Feuerwehrausschusses damit begründet, dass es keine Untersuchung zum Standort gegeben habe. Der Feuerwehrausschuss habe nicht die Expertise, zu entscheiden, ob der Standort Lüttewitz ideal ist, um zum Beispiel die geforderten Einsatzzeiten einzuhalten.

Für Oberbürgermeister Sven Liebhauser gibt es ein gewichtiges Argument für den Standort Lüttewitz: Er wird von den drei Ortsfeuerwehren Lüttewitz-Theeschütz, Mochau und Choren gewünscht. „Wichtig ist, dass die Einsatzfähigkeit gewährleistet ist. Die Feuerwehrleute müssen auch bereit sein, in das neue Gerätehaus zu kommen. Wir müssen die Leute deshalb bei solchen Entscheidungen mitnehmen“, sagte Liebhauser.

Standort war nie in Frage gestellt

Die Wehrleitungen der drei betroffenen Ortswehren haben gegenüber dem Döbelner Anzeiger ihren Standpunkt klargemacht und der ist ein anderer, als letztendlich im Feuerwehrausschuss entschieden wurde. „Die Abstimmung war wie ein Schlag ins Gesicht. Damit haben wir nicht gerechnet“, sagte Stephan Vogel, Ortswehrleiter von Mochau.

Seit 2017 sei nach einer großen Abstimmungsrunde klar gewesen, dass Beicha eigenständig bleibt und ein eigenes Gerätehaus bekommt und dass sich Mochau, Lüttewitz/Theeschütz und Choren zusammentun, sagte Ralph Zschörper, stellvertretender Ortswehrleiter von Lüttewitz und Ortsvorsteher von Mochau. „Wir wurden auch immer wieder gefragt, wo der Standort des Gerätehauses sein soll und wir haben uns auf Lüttewitz geeinigt. Der Standort wurde von der Stadtverwaltung auch nie angezweifelt.“

Feuerwehr soll im Dorf bleiben

Die drei Feuerwehren tun seitdem gemeinsam Dienst. Es sei ein großer Schritt, dass sich Choren und Mochau als Wehren aus ihren Ortschaften lösen, sagte Zschörper. „Wenigstens eine Feuerwehr soll im Dorf bleiben. Wir haben ja auch ein gesellschaftliches Interesse und wollen uns weiter in den Ortsteilen mit einbringen. Das geht nicht, wenn wir in ein Gewerbegebiet ziehen.“ Die Wehrleiter befürchten, dass die Mannschaften nicht zur Stange halten, wenn das Gerätehaus an einem anderen Standort gebaut wird.

Lüttewitz ist sowohl von Mochau als auch von Choren gut zu erreichen. Vorgesehen ist dafür eine Fläche zwischen dem Bauhof in Lüttewitz und der Hauptstraße. Das hat Vorteile. Zum einen gehört sie schon der Kommune. Zum anderen sind derzeit vier Mitarbeiter des Bauhofs auch Mitglieder der Feuerwehr, sagte Zschörper.

Schlechte Bedingungen in unbeheizten Garagen

Über einen Umstand besteht allerdings auf allen Seiten Einigkeit: dass ein neues Gerätehaus dringend nötig ist. „Wenn die Leute die alten Gerätehäuser sehen, schlagen sie die Hände über den Kopf zusammen“, sagte Holger Slawig, Wehrleiter von Choren.

Das Gerätehaus in Choren ist wie die in Mochau und Lüttewitz eine unbeheizte Garage. Damit die Einsatzkleidung wenigsten ein bisschen temperiert wird und nicht stockt, ist eine Dachrinnenheizung darunter montiert. „Man muss Respekt haben vor den Kameraden, die unter diesen Umständen noch Dienst tun. Alle warten darauf, dass es endlich losgeht“, sagte Ralph Zschörper.

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