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Mit Taucherbrille zur Unterwassermassage

Die Praxis für Physiotherapie von Donata Porstmann kennt fast jeder in Döbeln und Nossen. Nun zieht sich die Inhaberin zurück. Wie geht es nun weiter?

Donata Porstmann (links) hat sich nach 30 Jahren aus der therapeutischen Arbeit zurückgezogen. Doch an der Struktur der Praxen in Döbeln und Nossen ändert sich fast nichts.
Donata Porstmann (links) hat sich nach 30 Jahren aus der therapeutischen Arbeit zurückgezogen. Doch an der Struktur der Praxen in Döbeln und Nossen ändert sich fast nichts. © Dietmar Thomas

Döbeln. Donata Porstmann hat allen Grund zum Feiern. Ihre Praxis für Physiotherapie gibt es in diesem Jahr seit 30 Jahren. Sie und ihr Team haben vielen Menschen in Döbeln und Nossen geholfen, wieder auf die Beine zu kommen oder deren Schmerzen gelindert.

Mit der eigenen Praxis hat sich Donata Porstmann, die aus dem Osterzgebirge stammt, einen weiteren Wunsch erfüllt. Denn schon in der achten Klasse entschied sie sich für die Ausbildung zur Physiotherapeutin und damit für ihren Traumberuf.

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Weil ihr Mann nach seinem Studium eine Stelle in Döbeln bekam, entschied sich die Physiotherapeutin im Jahr 1976, mit ihm in die für sie damals unbekannte Stadt, zu ziehen.

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Einen Arbeitsplatz fand sie in der Klinik in Hochweitzschen. Ein Jahr später ließ sie sich zusätzlich zur Kindertherapeutin ausbilden und wurde stellvertretende Leiterin der Physiotherapie in Hochweitzschen.

„Schon damals habe ich mit der Selbstständigkeit geliebäugelt. Doch das ging zu DDR-Zeiten nicht. Nur Masseure hatten dieses Privileg“, sagte Donata Porstmann. Neun Jahre gab sie ihre feste Anstellung auf, um sich um die Betreuung und Erziehung ihrer drei Kinder zu kümmern. „Da ich meinen Traumberuf nicht ganz aufgeben wollte, arbeitete ich als Honorarkraft.“

50 bis 60 Stunden Arbeit in der Woche

Dann kam die Wende. Endlich hatten auch Physiotherapeuten die Möglichkeit, ihre eigene Praxis zu eröffnen. Diese Chance nutze die damals 35-Jährige. Am 1. März 1991 eröffnete Donata Porstmann ihre Praxis im Haus Nummer 6 an der Albertstraße. „Ich hatte große Erwartungen, war ganz schön aufgeregt, aber auch zuversichtlich, dass mir mein beruflicher Neustart gelingt“, so Donata Porstmann.

Die Nachfrage sei groß gewesen, die Angebote gut angenommen worden. „Das war auch gut so. Doch es bedeutete für mich auch, 50 bis 60 Stunden in der Woche zu arbeiten, den Schriftkram am Wochenende zu erledigen und mich noch um die inzwischen größeren Kinder zu kümmern“, erzählte Donata Porstmann.

Das alles habe sie gern gemacht. Denn es ist ihr eine Herzensangelegenheit, dass die Patienten gut betreut werden und auch etwas Lebenslust aus der Praxis mitnehmen. Und da gibt es schon ab und zu was zu lachen. „Ein Patient hatte sich mit Taucherflossen und Brille in die Wanne gesetzt, in der er eine Unterwassermassage bekommen sollte. Den Anblick werde ich wohl nie vergessen“, sagte die Praxis-Inhaberin.

Neue Praxisräume auf dem Döbelner Obermarkt

Weil das Krankenhaus in Hochweitzschen nachfragte, ob sie Stangerbäder und Unterwassermassagen anbieten könne, musste nach einem neuen Praxisstandort gesucht werden. Also hieß es, neben der Arbeit noch den Umbau des Hauses Nummer 20 am Obermarkt zu stemmen.

Am 1. Februar 1994 wurde das neue Domizil eröffnet. „Wir haben uns im Laufe der Zeit einen guten Namen als Praxis für neurologische Krankheiten gemacht. Das heißt, wir behandeln unter anderem Menschen nach einem Schlaganfall oder MS. Die Lymphdrainagen sind sehr begehrt“, so Donata Porstmann.

Seit zehn Jahren hat Donata Porstmann auch eine Praxis in Nossen. „Diese Entscheidung war genau richtig.“ Das Personal sei dadurch auch flexibler einsetzbar.

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