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Döbeln: Schon fünf Euro können ein Lichtblick sein

Die Stiftung Lichtblick hilft in vielen Lebenslagen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Die Diakonie Döbeln vermittelt.

Von Cathrin Reichelt
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Der Trennung eines Paares folgt oft ein Umzug. Dabei gerät manch einer in finanzielle Schwierigkeiten und kann sich ein Möbelstück, das beim Ex-Partner bleibt, nicht noch einmal leisten. Die Stiftung Lichtblick könnte helfen.
Der Trennung eines Paares folgt oft ein Umzug. Dabei gerät manch einer in finanzielle Schwierigkeiten und kann sich ein Möbelstück, das beim Ex-Partner bleibt, nicht noch einmal leisten. Die Stiftung Lichtblick könnte helfen. © Agentur

Region Döbeln. Lange war das Paar glücklich, hat zwei Kinder bekommen und sich nach seinen Möglichkeiten eine Wohnung eingerichtet. Doch dann gab es immer mehr Streit. Die Konsequenz: Trennung. Doch die Möbel waren bei der Anschaffung schon gebraucht. Der Kleiderschrank hat den Umzug nicht überlebt.

In einem solchen Fall kann die Stiftung Lichtblick helfen. „Häufig sind es Einrichtungsgegenstände, für deren Anschaffung wir einen Antrag stellen“, sagt Diplomsozialpädagogin Mandy Schubert von der Diakonie Döbeln. Sie unterstützt Menschen aus der Region Döbeln, die in Not geraten sind, und knüpft den Kontakt zur Stiftung Lichtblick.

Zweistellige Soforthilfe möglich

Seit 2006 werden bei der Diakonie pro Jahr 20 bis 40 Anträge auf die finanzielle Hilfe durch die Stiftung bearbeitet. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Für die Region Döbeln stellt Lichtblick einen jährlichen Soforthilfefonds in Höhe von 3.000 Euro zur Verfügung.

„Aus diesem können kurzfristig bis zu maximal 75 Euro pro Haushalt ausgezahlt werden“, erklärt Mandy Schubert. Der Betrag scheint gering, kann aber einen finanziellen Engpass überbrücken. Zum, Beispiel, wenn das Amt noch nicht gezahlt hat und der Kühlschrank leer ist. „Manch einer holt sich auch nur fünf Euro, um einen Beutel Lebensmittel bei der Tafel kaufen zu können“, so die Sozialarbeiterin.

Die zweite Möglichkeit ist ein direkter Antrag an die Stiftung Lichtblick. „Das ist aufwendiger. Denn dabei müssen wir eine Stellungnahme zur Situation und den Einkünften der Person oder der Familie abgeben“, sagt Mandy Schubert. Aber in diesem Fall kann ein maximaler Betrag von 500 Euro ausgezahlt werden.

Jeder Mensch kann in Not geraten

Diese Variante greift, wenn zum Beispiel die Waschmaschine kaputt geht und keine Ersparnisse da sind oder für die Anschaffung von Einrichtungsgegenständen. Gerade bei einem Umzug zahle das Amt zwar die Umzugskosten, aber bei Möbeln werde es schwierig. Denn die Erstausstattung sei oft bereits vom Amt übernommen worden.

In finanzielle Not geraten Menschen aller Altersgruppen, meint Mandy Schubert. Die Gründe seien vielfältig: Trennungen, plötzliche Arbeitslosigkeit oder der Übergang von Hartz IV in die Rente. Das Erste wird am Monatsanfang, das Zweite am Monatsende gezahlt. Dadurch müssen bis zur ersten Rentenzahlung acht Wochen finanziell überbrückt werden.

Immer eine Einzelfallentscheidung

In jedem Fall schauen sich die Mitarbeiter die Situation eines Antragstellers ganz genau an, bevor sie eine Unterstützung von Lichtblick befürworten. „Schließlich sind es Spendengelder, mit denen wir verantwortungsvoll umgehen“, meint Mandy Schubert.

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Es sei jedes Mal eine Einzelfallentscheidung, die im Vier-Augen-Prinzip getroffen werde. Es werden Einnahmen und Ausgaben des Antragstellers geprüft und ob sich in dem Verhältnis etwas optimieren lässt oder eine Hilfe auch auf andere Weise möglich ist. „Die aktuelle Notlage sehen wir nie losgelöst von den Gesamtumständen und schauen immer genauer hin“, so die Sozialarbeiterin.

Auf keinen Fall werden durch Lichtblick Schulden beglichen. „Die Ausgabe des Geldes muss langfristig sinnvoll sein“, so Mandy Schubert. Und sie weist darauf hin, dass ein Antrag auf Hilfe aus der Stiftung das ganze Jahr über gestellt werden kann.

  • Die Stiftung Lichtblick startet dieses Jahr die 26. Spendensaison für in Not geratene Menschen in unserer Region, die keine andere Unterstützung finden.
  • Die Spenden können Sie online überweisen: www.lichtblick-sachsen.de/jetztspenden
  • Der Überweisungsbeleg gilt bis 300 Euro als Spendenquittung. Für größere Überweisungen senden wir bei Angabe einer Adresse eine Quittung.
  • Hilfesuchende können sich an die Diakonie Döbeln, Mandy Schubert, Tel. 03431/7126-20 oder E-Mail : [email protected] wenden.
  • Die Sächsische Zeitung veröffentlicht automatisch die Namen der Spender. Wer anonym spenden will, vermerkt beim Verwendungszweck „Anonym“.
  • Erreichbar ist Lichtblick telefonisch Dienstag und Donnerstag von 10 bis 15 Uhr unter 0351/4864 2846, [email protected]; Stiftung Lichtblick, 01055 Dresden. Mehr Informationen: www.lichtblick-sachsen.de
  • Konto-Nummer: Ostsächsische Sparkasse Dresden, BIC: OSDDDE81 IBAN: DE88 8505 0300 3120 0017 74