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Döbeln: So sollen die Weihnachtsmärkte laufen

Alle Kommunen der Region Döbeln planen Weihnachtsmärkte. Mancherorts gibt es Abstriche. Es wird aber auch Neues ausprobiert.

Von Cathrin Reichelt
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Im Jahr 2019 probierte die Stadt Döbeln auf dem Niedermarkt eine neue Form des Weihnachtsmarktes, der bei den Besuchern gut ankam. Nach der Pause 2020 sollen die Buden in diesem Jahr wieder dort aufgestellt werden.
Im Jahr 2019 probierte die Stadt Döbeln auf dem Niedermarkt eine neue Form des Weihnachtsmarktes, der bei den Besuchern gut ankam. Nach der Pause 2020 sollen die Buden in diesem Jahr wieder dort aufgestellt werden. © Foto/Archiv: Lutz Weidler

Region Döbeln. Im vergangenen Jahr sind sie komplett ausgefallen. In diesem Jahr können sie in Sachsen stattfinden, die Weihnachtsmärkte – ohne 3G, Kontakterfassung und Maskenpflicht. Voraussetzung ist aber ein vom Gesundheitsamt genehmigtes Hygienekonzept.

Selbst wenn die sogenannte Vorwarn- oder Überlastungsstufe erreicht wird, können die Märkte weiter öffnen. Sie müssen aber in Flanier- und Verweilbereiche eingeteilt werden.

In Letzterem dürfen sich dann nur noch 1.000 Personen gleichzeitig aufhalten oder es müssen die oben genannten Regeln eingehalten werden. Wird es unter diesen Bedingungen in der Region Döbeln Weihnachtsmärkte geben?

Döbeln vergrößert den Abstand zwischen den Marktbuden

„Natürlich bereiten wir einen Weihnachtsmarkt vor“, erklärt Michael Thürer, Sachgebietsleiter in der Döbelner Stadtverwaltung. Geplant sei der Markt in der Zeit vom 10. bis 12. Dezember.

Die Buden würden auf dem Niedermarkt aufgestellt und sich von der Bäckerei Körner über den Parkplatz bis zum Döbelner Hof ziehen. Zwischen den Verkaufsständen gebe es aber größere Abstände. Und der Markt werde wie 2019 illuminiert. Es seien auch viele Händler wie damals dabei.

Auch eine Bühne sei geplant, vor der – entsprechend der Corona-Vorgaben – gewisse Abstandsregelungen getroffen werden. „Aber jeder Besucher muss auch selbst verantwortungsvoll handeln“, sagt Thürer. Die Stadt versuche, auch ein Kinderkarussell zu organisieren, müsse aber in dieser Beziehung Ersatz für den bisherigen Anbieter finden.

Waldheim will die Stadtwette wiederbeleben

Waldheim hält am Konzept des historischen Weihnachtsmarktes fest. Der steht vom 3. bis 5. Dezember im Kalender und soll auf dem Obermarkt stattfinden. „Aber die Innenhöfe werden wir diesmal nicht öffnen“, sagt Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Dort können die Abstände nicht eingehalten werden.

Über ein Karussell und eine Eisenbahn auf dem Markt werde ebenso noch nachgedacht, wie über ein Bühnenprogramm. „Auch in die beliebte Stadtwette würden wir gern wieder einsteigen“, sagt Steffen Ernst.

Die bisher letzte Stadtwette zum Weihnachtsmarkt in Waldheim hatte der Stadtrat gewonnen. Nach einem Jahr (Corona-)Pause soll die Wette in diesem Jahr möglichst wiederbelebt werden.
Die bisher letzte Stadtwette zum Weihnachtsmarkt in Waldheim hatte der Stadtrat gewonnen. Nach einem Jahr (Corona-)Pause soll die Wette in diesem Jahr möglichst wiederbelebt werden. © Dietmar Thomas

In Leisnig werden zwei Weihnachtsmärkte geplant

Die Stadt Leisnig plant wieder „einen kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt“, wie Bürgermeister Tobias Goth (CDU) sagt. Die organisatorischen Fäden sollen bei Veranstaltungsprofi Michael Köhler aus Döbeln zusammenlaufen.

Er setze sich jetzt auch mit den örtlichen Vereinen in Verbindung. Viele von ihnen sind bei der Programmgestaltung, beim Verkauf kleiner Geschenke zugunsten der Vereinskasse oder bei der Bewirtung der Besucher dabei.

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Dem Bürgermeister zufolge wird wieder im Bereich Kirchstraße und Kirchplatz gefeiert, und zwar vom 3. bis 5. Dezember. Wahrscheinlich nicht einbezogen werden könne das Stadtgut, weil die Corona-Schutzbestimmungen für Innenräume nicht einzuhalten sind.

Für den 11. und 12. Dezember plant der Bahnhofsverein einen ersten Weihnachtsmarkt im Bahnhof in Leisnig. Neben für solch‘ einen Markt Typischem soll Kunsthandwerker die Möglichkeit bekommen, ihre Arbeit zu präsentieren. Auch ein Kinderprogramm ist geplant.

Roßwein verlängert den Markt bis auf die Kirchstraße

Sie sei froh, dass Weihnachtsmärkte auch ohne Einzäunung möglich sind, meint die Roßweiner Hauptamtsleiterin Michaela Neubert. Roßwein eröffnet am 1. Advent den Reigen der Weihnachtsmärkte in der Region Döbeln.

Vom 26. bis zum 28. November ist der Markt wie immer vor dem Rathaus geplant. „Wir nehmen aber die Kirchstraße dazu und ziehen ihn so auseinander“, erklärt Michaela Neubert.

Eine Bühne mit Programm gehöre dazu. Sollte dort der Abstand nicht gewahrt werden, müssten die Besucher eine Maske tragen. Die Hauptamtsleiterin sei optimistisch, dass die traditionelle Glühweinverkostung erfolgen kann, auch wenn das noch nicht endgültig entschieden ist.

Ob dabei und an anderen Ständen, an denen Getränke ausgeschenkt werden, Ein- oder Mehrwegtassen verwendet werden sollen, müsse ebenfalls noch geklärt werden.

Das Kabarett mit Ralf Bärwolff und Enrico Wirth am Freitagabend werde auf zwei Veranstaltungen erweitert, weil der Saal des Roßweiner Rathauses nicht voll mit Gästen besetzt werden darf. Bei den beiden Academixern geht es um „Kleine Fische – Große Worte oder: Anglers Latein und Musikers Deutsch“.

In Roßwein soll möglichst wieder die traditionelle Glühweinverkostung erfolgen.
In Roßwein soll möglichst wieder die traditionelle Glühweinverkostung erfolgen. © André Braun/Döbelner Anzeiger

In Ostrau und drei Ortsteilen bereiten Vereine die Märkte vor

„In der Gemeinde Ostrau werden dieses Jahr wieder die traditionellen Weihnachtsmärkte stattfinden“, versichert Bürgermeister Dirk Schilling (CDU). Geplant sind sie am 27. November in Jahna, am 28. November in Kiebitz, am 4. Dezember in Schrebitz und am 5. Dezember in Ostrau.

Um die Vorbereitungen kümmern sich in Jahna und Schrebitz federführend jeweils die Heimatvereine, in Kiebitz der Ortschaftsrat und in Ostrau der Kinderförderverein. „Da es sich jeweils um Freiluftveranstaltungen handelt, wird es keine spürbaren Einschränkungen geben“, meint Schilling.

Hartha kündigt eine große Überraschung an

Die Stadt Hartha sei in der defensiven Phase der Vorbereitung des Weihnachtsmarktes, der in der Region Döbeln wie immer am vierten Advent, also vom 17. bis zum 19. Dezember, den Abschluss bildet. „Es tut uns wahnsinnig leid, dass wir schweren Herzens den Besuch des Weihnachtsmannes dort absagen müssen“, sagt Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos).

Aber ganz verzichten müssen die jüngsten Harthaer auf Knecht Ruprecht nicht. Der packt mit Unterstützung einheimischer Firmen Spiele und Bastelmaterialien in seinen großen Sack und bringt die Geschenke persönlich zu den Mädchen und Jungen in die Kindertagesstätten.

In Hartha gestalten die Stadt und die Vereine den Weihnachtsmarkt gemeinsam. Derzeit werde noch an dem Konzept gefeilt, das spätestens drei Wochen vor dem Markt stehen sollte. Fest stehe, dass es ein Programm geben sollte. Und Ronald Kunze kündigt eine große Überraschung an, zu der aber auch nicht die kleinste Andeutung macht.

Die Gemeinde Kriebstein begnügt sich mit zwei kleinen Angeboten

„Wir werden Weihnachtsmärkte durchführen, aber die sind winzig klein“, sagt Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (CDU). In Kriebethal wird am 20. November ein Winterfeuer entzündet und in Höfchen sind die Einwohner und Gäste für den 27. November zu einem Weihnachtsmarkt eingeladen. Mehr sei im Moment noch nicht bekannt.

Ob es in den Ortsteilen der Gemeinde Großweitzschen einen oder mehrere Weihnachtsmärkte geben wird, ist nicht bekannt. Die Verwaltung hat auf eine entsprechende Anfrage des Döbelner Anzeigers vom 11. Oktober nicht geantwortet.