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Döbeln: Verein Treibhaus wieder mal ausgezeichnet

Die Einschränkungen in der Pandemie setzen auch den soziokulturellen Verein unter Druck. Bestätigung gibt die Auszeichnung mit dem Obermayer Award.

Von Jens Hoyer
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Henry Engelmann, Geschäftsführer des Vereins Treibhaus, steht im Café Courage, in dem seit Monaten wegen Corona wieder keine Veranstaltungen stattfinden können.
Henry Engelmann, Geschäftsführer des Vereins Treibhaus, steht im Café Courage, in dem seit Monaten wegen Corona wieder keine Veranstaltungen stattfinden können. © Jens Hoyer

Döbeln. Nach dem SGD-Preis (Stark gegen Diskriminierung) von Dynamo Dresden im vergangenen Jahr geht es in diesem Jahr munter weiter mit den Auszeichnungen für den soziokulturellen Verein Treibhaus. Wie gestern bekannt wurde, gehört der Döbelner Verein zu den Preisträger des Obermayer Awards 2022. Der Preis soll am 25. Januar bei einer Veranstaltung im Berliner Abgeordnetenhaus übergeben werden.

Mit dem Preis soll unter anderem das Engagement des Vereins bei der Bekämpfung von Vorurteilen und dem Schaffen von Begegnungsmöglichkeiten für Menschen verschiedenster Hintergründe gewürdigt werden. „Wir sind unheimlich stolz, dass unsere Arbeit, neben vielen anderen tollen Initiativen und Einzelpersonen, mit dem Obermayer Award ausgezeichnet wird. Das bestärkt uns in unserer Arbeit und spornt uns an, weiterzumachen“, so Henry Engelmann, Geschäftsführer des Vereins Treibhaus.

Veranstaltungen im Januar noch digital

In der Corona-Krise ist auch die Arbeit von Treibhaus sehr eingeschränkt. Erst im Sommer hatte wieder mit Präsenzveranstaltungen begonnen werden können. Im November war damit schon wieder Schluss. Für dieses Jahr hoffen Geschäftsführer Engelmann und seine Mannschaft auf eine Normalisierung.

Veranstaltungen werden voraussichtlich bald wieder möglich sein, wobei der Geschäftsführer skeptisch ist, wie lange dieser Zustand anhält. „Im Januar werden wir unsere Angebote noch digital anbieten. Nächste Woche wollen wir entscheiden, wie es weitergeht. Mal sehen, wie sich die Zahlen entwickeln“, sagte Engelmann.

Die Vereinsspitze will sich mit den Ehrenamtlichen treffen, die die Sport-Gruppen im Haus der Vielfalt an der Zwingerstraße organisieren, um zu beraten, in welcher Form diese Angebote fortgeführt werden können.

Skaterhalle ist offen geblieben

Nur wenige Bereiche sind nicht von den Einschränkungen in der Pandemie betroffen. Zum einen ist die Skaterhalle an der Roßweiner Straße offen geblieben und diese werde durch die jungen Leute auch gern genutzt. Als Angebot der offenen Kinder und Jugendarbeit sei die Skaterhalle sogar für Personen bis 27 Jahre offen, sagte Engelmann.

Auch andere Angebote wie ein Theaterprojekt und ein kunstpädagogisches Projekt mit Kindern hatten durchgeführt werden können. Online wurden dagegen medienpädagogische Projekte für Erwachsene und Angebote wie das Quizcafé veranstaltet. Im Frühjahr oder Frühsommer hofft Treibhaus dann auch wieder Veranstaltungen im Rahmen des Projektes „Kulturbeutel“ anbieten zu können.

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Die 10.000 bis 15.000 Euro Einnahmeausfälle im vergangenen Jahr machen dem Verein zu schaffen. „Wir haben Minus gemacht und konnten das durch die Corona-Hilfen ausgleichen“, sagte Engelmann. „Aber es geht nicht noch ein oder zwei Jahre so weiter.“ Wenn Einnahmen wegfallen, fehlten dem Verein auch die Eigenmittel für Förderungen, über die sich Treibhaus vor allem finanziert.

Neue Projekte geplant

Ein paar neue Projekte hat Treibhaus in Vorbereitung. Eines heißt „Werkstatt“. Dahinter steckt das Programm „Orte der Demokratie“ des Freistaates Sachsen, mit dem kleine lokale Initiativen und Gruppen gefördert werden sollen. Treibhaus will dabei unterstützen, Materialien und Räume zur Verfügung stellen. „Wir sind mit der Stadtverwaltung in Kontakt, was man da für Ideen entwickeln könnte“, sagte Engelmann.

Lokale Initiativen, bei denen es um Demokratie und Teilhabe geht, können innerhalb des Projektes Hilfe bekommen. „Da können die Leute etwas ausprobieren und auch mal mit einer Veranstaltung scheitern“, sagte Engelmann. Das Projekt sei auf drei Jahre angelegt. Räume für die Treffen gibt es im Haus der Vielfalt. Für die Räume in der unteren Etage habe Treibhaus den Mietvertrag jetzt erst für zwei Jahre verlängert, sagte Engelmann.

Zudem hat der Verein wieder ein politisches Bildungsprojekt in Vorbereitung, nachdem im vorigen Jahr das Projekt „FAIR“ ausgelaufen war. Dabei soll auch die Geschichtsarbeit des Vereins Treibhaus, etwa mit den historischen Stadtrundgängen, mit einbezogen werden.