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Döbeln verkauft Schulgebäude

Das Haus in Choren steht seit den 1990er-Jahren leer. Ein Unternehmen will sich dort ansiedeln. Aber das ist nicht das einzige Objekt, das zum Verkauf steht.

Die Schule in Choren war schon in den 1990er-Jahren geschlossen worden. Seitdem ist das Gebäude ungenutzt. 2015 sollte hier eine Notunterkunft für Asylbewerber eingerichtet werden. Jetzt wird das Schulgebäude verkauft. Die Sporthalle daneben bleibt im
Die Schule in Choren war schon in den 1990er-Jahren geschlossen worden. Seitdem ist das Gebäude ungenutzt. 2015 sollte hier eine Notunterkunft für Asylbewerber eingerichtet werden. Jetzt wird das Schulgebäude verkauft. Die Sporthalle daneben bleibt im © Dietmar Thomas

Döbeln. Für den Verkauf von Grundstücken und Immobilien hat die Stadt Döbeln eine eigene Rubrik auf ihrer Internetseite. Das Angebot ist in den vergangenen Jahren sehr geschrumpft. Die allermeisten Objekte konnte die Stadt verkaufen. Selbst das Gelände des ehemaligen Schießplatzes in Mannsdorf, wo Eigenheime gebaut wurden.

Verschwunden ist mittlerweile auch das Angebot für das Schulgebäude in Choren. Die Stadt hatte, nachdem es zuvor schon immer mal Interessenten für das Objekt gegeben hatte, jetzt tatsächlich einen Käufer gefunden. In den nächsten Wochen – nach Bestätigung durch den Stadtrat – soll die seit weit mehr als 20 Jahren ungenutzte Schule den Besitzer wechseln.

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Firma für Wassertechnik

Käufer ist die Firma Wassertechnik Richter aus Nossen, die sich erweitern will. „Wir sind froh, dass wir eine Firma für Döbeln gewinnen konnten,. Die Fläche der Firma in Nossen reicht nicht mehr aus. In dem Unternehmen arbeiten 12 bis 14 Mitarbeiter“, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU).

Der Käufer will an die Schule einen Lastenaufzug anbauen und sie für Produktion und Lager nutzen. Das sei eine sinnvolle Nachnutzung für das Schulhaus, so Liebhauser.Die Sporthalle neben der Schule bleibt im Besitz der Stadt. Dort sollen Parkflächen geschaffen werden, so Liebhauser. „Das ist ein Wunsch des Ortschaftsrates.“

Interessenten für Stadtgut

Möglicherweise wird die Stadt bald noch eine Immobilie los. Für das Stadtgut in Mannsdorf gab es schon einmal ernsthafte Interessenten. Allerdings war der Verkauf damals nicht zustande gekommen. Jetzt unternimmt die Stadtverwaltung einen neuen Anlauf. „Das werden wir im Frühjahr angehen“, sagte Jürgen Aurich, zuständig für Liegenschaften. „Es gibt drei Kaufinteressenten.“

Zum einen interessiere sich eine Familie für das Gut. Auch zwei Unternehmer hatten Kaufbereitschaft an dem nahe der B 169 liegenden Objekt bekundet.

Vor drei Jahren hat die Stadt das Herrenhaus und eine Neubauernstelle im Rittergut Ziegra erworben. Konkrete Pläne gibt es noch nicht.
Vor drei Jahren hat die Stadt das Herrenhaus und eine Neubauernstelle im Rittergut Ziegra erworben. Konkrete Pläne gibt es noch nicht. © Jens Hoyer
Die Stadt bereitet den Verkauf der Sporthalle Staupitzstraße vor. Die frühere Gaststätte wird nicht mehr benötigt, seit die Sporthalle in Döbeln Nord fertig ist.
Die Stadt bereitet den Verkauf der Sporthalle Staupitzstraße vor. Die frühere Gaststätte wird nicht mehr benötigt, seit die Sporthalle in Döbeln Nord fertig ist. © Jens Hoyer

Noch ein Angebot ist von der Liste verschwunden: Ein Haus, das früher Werkswohnung des Krematoriums war und auch an der Zufahrt desselben liegt. Das sei schon ein sehr spezielles Objekt, gibt Aurich zu. Die Stadt hat jetzt eine andere Verwendung dafür gefunden. Das Haus wird innen hergerichtet. Dort soll ein Teil des früheren Fundus des Stadttheaters einziehen, den die Stadt übernommen hatte: jede Menge Kostüme, die derzeit in Räumen in der Sporthalle Staupitzstraße eingelagert sind. Dazu kommen noch Archivalien aus Mochau.

Sporthalle soll verkauft werden

Der Grund für die Verlagerung hat wiederum etwas mit einem Verkauf zu tun: Die Stadt will das Gebäude der Sporthalle Staupitzstraße freiräumen, weil diese veräußert werden soll. Nach dem Bau der neuen Sporthalle Nord wird die Sporthalle Staupitzstraße, früher ein Restaurant mit Saalbetrieb, nicht mehr benötigt.

„Das ist für Käufer nicht unattraktiv. Es gibt nicht mehr so viele Objekte so nahe der Innenstadt“, sagte Aurich. Das eingeschossige Gebäude für den ehemaligen UTP-Unterricht, das sich noch auf dem Gelände befindet, soll vorher abgerissen werden.

Noch keine Pläne für Ziegra

Die Stadt stößt nicht nur Häuser ab, manchmal übernimmt sie auch welche. Vor drei Jahren ging das Herrenhaus des Rittergutes und eine verfallene Neubauernstelle in Ziegra in städtischen Besitz über. Es war als ausgeschlagenes Erbe im Besitz des Landes Baden-Württemberg gelandet, das die insgesamt sechs Grundstücke für sechs Euro an Döbeln weitergab.

Die Idee dahinter: Die Stadt will das denkmalgeschützte Haus für die künftige Dorfentwicklung sichern. Momentan gebe es in diese Richtung aber keine Aktivitäten, sagte Döbelns Baudezernent Thomas Hanns. „Man muss auch nicht für jedes Problem immer gleich eine Lösung haben. Wir wollen auch schauen, wie sich das Rittergut Ebersbach entwickelt. Solche Standorte sind schon sehr speziell. Und dann brauchen wir auch Leute, die das umsetzen wollen.“

Beim Herrenhaus in Ziegra habe es keine Eile, meint Aurich. „Das Dach ist dicht und das Objekt winterfest. In nächster Zeit dürfte da nichts passieren.“ Noch keine Pläne hat die Stadt für die Ruine der Neubauernstelle. „Das gesamte Rittergutsgelände steht unter Denkmalschutz. Wir müssen klären, ob wir das wegreißen dürfen.“ Die Stadt hatte an der Ruine einen Bauzaun aufgestellt. „Die Verkehrssicherheit ist dort gegeben“, sagte Aurich.

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