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Döbeln verliert das Finanzamt

Das Ministerium hält an den Plänen fest, den Außenstandort in Döbeln zu schließen. Auch Mittweida steht auf der Streichliste. Was sich dann ändert.

Das Finanzamt Döbeln soll, wie das Finanzamt Mittweida, mit der Behörde in Freiberg zusammengelegt werden. Dort ist ein Neubau geplant.
Das Finanzamt Döbeln soll, wie das Finanzamt Mittweida, mit der Behörde in Freiberg zusammengelegt werden. Dort ist ein Neubau geplant. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die sächsische Staatsregierung hat bereits vor zehn Jahren ein Standortkonzept für die Finanzämter im Freistaat vorgelegt. Jetzt wurde es aktualisiert.

In Mittelsachsen ist danach ein zentrales Finanzamt in Freiberg geplant. Dorthin sollen die bisherigen Standorte Döbeln und Mittweida umziehen. Ziel der Entscheidung durch die Staatsregierung sei es, eine langfristig zukunftsfähige Behördenstruktur zu schaffen.

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„Eine Evaluierung des Standortkonzeptes, die einen Auftrag aus dem aktuellen Koalitionsvertrag darstellt, hat ergeben, dass die 2011 geplante Struktur für den Landkreis Mittelsachsen weiterhin die sinnvollste Lösung darstellt“, sagt Kati Apel, Referentin im Sächsischen Staatsministerium der Finanzen.

Auswirkungen auf die Mitarbeiter in Döbeln noch unklar

Im Finanzamt Döbeln sind derzeit 66 Mitarbeiter beschäftigt, in Freiberg 163 und in Mittweida 101. Die Aufgaben der Finanzämter Döbeln und Mittweida gehen im Zuge der Zusammenlegung auf das Finanzamt Freiberg über.

Welche Auswirkungen dies auf die Arbeitsplätze der Mitarbeiter in Döbeln und Freiberg haben wird, könne zum heutigen Zeitpunkt noch nicht konkret benannt werden. „Für die Bediensteten der drei Finanzämter werden alle personellen, organisatorischen und technischen Möglichkeiten genutzt, um bestmögliche individuelle Lösungen, die mit der erforderlichen Aufgabenerledigung in Einklang stehen, zu finden“, erklärt Kati Apel.

Damit die Finanzämter von Döbeln und Mittweida mit dem von Freiberg zusammengelegt werden können, sind in der Kreisstadt umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich. Das Projekt befinde sich jedoch noch in einer frühen Planungsphase. Deshalb seien konkrete Angaben zur Art des Baus und der Höhe des dafür nötigen Geldes erst nach Abschluss und der Genehmigung der Planung möglich.

Umzug nach Freiberg frühestens im Jahr 2026

Angestrebt sei, dass der neue Standort im Jahr 2026 in Betrieb gehen kann. Bis dahin bleiben die Finanzämter in Döbeln, Mittweida und Freiberg an den derzeitigen Standorten erhalten. Pläne für die Nachnutzung der Immobilien in Döbeln und Mittweida gebe es bisher noch nicht.

Die Besucherzahlen in allen sächsischen Finanzämtern seien in den vergangenen Jahren stark rückläufig. Während im Jahr 2001 noch 1,2 Millionen Besucher in den sächsischen Finanzämtern gezählt wurden, haben von April 2019 bis März 2020 rund 439.600 Bürger die Finanzämter des Freistaates aufgesucht. „Diese Zahl entspricht knapp 30 Prozent der Einkommenssteuerfälle“, so die Referentin. Rein statistisch betrachtet habe also jeder dritte Steuerpflichtige einma

Die Behörden in Mittweida und Döbeln verzeichneten dabei mit 5.736 und 6.157 die niedrigsten Besucherzahlen aller Finanzämter. Dagegen habe sich der Anteil der elektronischen Steuererklärungen in den vergangenen Jahren weiter erhöht. „Es werden inzwischen mehr als zwei Drittel der Einkommensteuererklärungen elektronisch eingereicht“, sagt Kati Apel.

Von den derzeit 24 Finanzämtern in Sachsen werden künftig insgesamt 21 Standorte erhalten. Zusätzlich zu den bereits feststehenden Standorten verbleiben die Finanzämter Stollberg, Schwarzenberg, Oschatz, Löbau und Hoyerswerda als Außenstellen. Neben der Erreichbarkeit für die Bürger werde damit auch die wirtschaftliche Nutzung von Bestandsgebäuden gewährleistet, so die Begründung.

Kaum Änderungen für die Steuerzahler

„Wir halten daran fest, dass es in jedem Landkreis ein Finanzamt gibt. Das ergänzen wir jetzt durch Außenstellen, um in den Regionen noch besser präsent zu bleiben“, sagt Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann.

„Insgesamt haben wir das Standortekonzept wirtschaftlich und regional ausgewogen justiert, sodass wir mit einer zukunftsfähigen und gut erreichbaren Finanzamtsstruktur für den Freistaat Sachsen langfristig aufgestellt sind“, ergänzt er. Dazu sollen vorhandene Liegenschaften optimal genutzt und nur dort, wo es erforderlich und wirtschaftlich sinnvoll ist, Neubauten errichtet werden.

Laut Finanzministerium würden sich für die Steuerzahler kaum spürbare Änderungen ergeben. Lediglich die Steuernummer derjenigen, die derzeit von einem zu schließenden oder in eine Außenstelle umzuwandelnden Finanzamt geführt werden, werde sich perspektivisch ändern. Darüber würden die jeweiligen Finanzämter die Betroffenen rechtzeitig informieren.

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