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Döbeln: Wieder ein Fall von Tierquälerei?

Im Netz gab es große Aufregung über zwei Pferde auf einem Grundstück in Greußnig. Jetzt war das Veterinäramt vor Ort.

Um den Zustand der Pferde am Stadtgut in Greußnig gab es Diskussionen im Netz. Nach Darstellung des Landratsamtes ist an der Haltung nichts auszusetzen. Das Veterinäramt hatte diese schon einige Male kontrolliert.
Um den Zustand der Pferde am Stadtgut in Greußnig gab es Diskussionen im Netz. Nach Darstellung des Landratsamtes ist an der Haltung nichts auszusetzen. Das Veterinäramt hatte diese schon einige Male kontrolliert. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Fotos von zwei mageren, struppigen und schmutzigen Pferden hatten im sozialen Netzwerk Facebook eine Diskussion über den Zustand der Tiere, die Haltungsbedingungen und das mögliche Einschalten des Veterinäramtes des Landkreises ausgelöst. Die Tiere gehören dem Besitzer des Stadtgutes in Greußnig.

Vor acht Jahren hatte der Döbelner Anzeiger berichtet, dass auf der Weide des Halters im Winter Rinder gestorben waren. Das Veterinäramt des Landkreises war damals eingeschritten und hatte die Rinderhaltung untersagt. Also wieder ein Fall von schlechter Tierhaltung?

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Veterinäramt beim Tierhalter

Diesmal ist es offenbar nicht so. Nach der Anfrage des Döbelner Anzeigers am Montag hatte das Veterinäramt den Halter aufgesucht. „Die Haltung ist uns von Anfang an bekannt, ebenso die Situation der Tiere. Sie sind wirklich sehr betagt, dadurch lässt sich die Abmagerung erklären“, so André Kaiser, Pressesprecher des Landratsamtes. „Wir waren immer wieder vor Ort und stehen mit dem Halter in Kontakt.“

René Schneider, der Besitzer der Tiere, ist nicht amüsiert über die Diskussion im Netz, die er nicht selbst gelesen, aber von der er Kenntnis hat. „Die Leute können gerne von außen schauen und sich dazu positionieren. Aber ich muss mich nicht rechtfertigen, wenn alles in Ordnung ist“, sagte er. „Die Stute ist 27 Jahre alt. Die haben wir vor zwei Jahren als Beistellpferd für den 24 Jahre alten Wallach geholt, dessen Gefährtin mit über 30 Jahren gestorben war. Die Stute war in einem miserablen Zustand, als wie sie geholt haben.“

Kontrolle schon im Herbst

Schon im Herbst habe jemand das Veterinäramt informiert und er sei kontrolliert worden. „Es gab jetzt wieder Absprachen wegen einer Wurmkur. Ja, die machen wir. Später gehen die Pferde auf die Sommerweide. Eigentlich ist es gut, dass das Veterinäramt da war und sie nichts festgestellt haben“, sagte Schneider.

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Derzeit bekommen die Tiere Heu, die Stute auch Kraftfutter zu fressen, sagte Schneider. Sie könnten sich draußen frei bewegen und haben einen Stall, in dem sie sich unterstellen können. „Wenn sie auf der Weide sind, dann sehen sie auch wieder anders aus.“

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