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Döbeln: Zu wenig Geld für Spielplätze?

„Wir für Döbeln“ will, dass mehr Mittel für die Spielplätze einplant werden. Zwei Rutschen sollen schnell kommen.

Kerstin Kratsch prüft mit nackten Füßen die Temperatur auf der schwarzen Gummirutsche in den Klostergärten. Dass diese sich im Sommer stark aufheizt, ist lange bekannt.Geändert wurde es bisher nicht.
Kerstin Kratsch prüft mit nackten Füßen die Temperatur auf der schwarzen Gummirutsche in den Klostergärten. Dass diese sich im Sommer stark aufheizt, ist lange bekannt.Geändert wurde es bisher nicht. © Dietmar Thomas

Döbeln. Um den Zustand und den Neubau von Kinderspielplätzen hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen gegeben. Jetzt macht die Stadtratsfraktion „Wir für Döbeln“ die Debatte wieder auf.

Sie hat einen Antrag gestellt, mehr Geld in die Erhaltung der Spielplätze zu stecken. Nach Ansicht von Fraktionschef Dietmar Damm ist dafür zu wenig Geld eingeplant. Er macht das vor allem an zwei Beispielen fest: Die lange Hangrutsche auf dem Spielplatz in Keuern ist wegen des schlechten Zustands ersatzlos abgebaut worden.

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Heiße Rutschpartie

Probleme gibt es seit Jahren auch auf dem Spielplatz in den Klostergärten. Der sei zwar im Grunde schön, so Damm, aber die Rutschbahn im Sommer ungeeignet. Der schwarze Kunststoff heizt sich in der vollen Sonne dermaßen auf, dass sie nicht benutzt werden kann. Sie soll eigentlich ausgetauscht werden.

„Im Rathausjournal ist geschrieben worden, dass man dafür auf Sponsoren angewiesen ist. Wo sind wir denn hingekommen?“, sagte Damm.

Abgesehen vom Spielplatz Am Roten Kreuz, der für 20.000 Euro in den nächsten Monaten gebaut werden soll, sei im Haushalt kein Geld für die Spielplätze eingeplant worden.

Das sei der Auslöser gewesen, einen Antrag in den Stadtrat einzubringen, sagte Damm. Darin beantragt die Fraktion, dass die Stadtverwaltung beauftragt wird, eine Übersicht über den Instandhaltungs- und Investitionsbedarf für die nächsten zehn Jahre aufzustellen, um eine Grundlage für die Haushaltsplanung zu haben.

Schnell Ersatz für Rutschen

Für die beiden Rutschen in Keuern und den Klostergärten möchte „Wir für Döbeln“ eine schnelle Lösung. Die Stadt soll die Kosten für die Erneuerung ermitteln, damit der Stadtrat darüber kurzfristig eine Entscheidung fällen kann.

Zur Finanzierung der Vorhaben schlägt die Fraktion vor, nicht benötigte Mittel für die Stadtbibliothek, eventuelle Mehreinnahmen aus Verpachtungen und, wenn das nicht reicht, Mittel aus der Rücklage zu verwenden.

Sonnenschutz fehlt oft

Als einen weiteren Punkt sieht „Wir für Döbeln“ den manchmal fehlenden Sonnen- und Windschutz auf den Spielplätzen. Nicht nur auf den städtischen, sondern auch auf denen der Wohnungsunternehmen. „Es gibt viele Spielplätze, da gibt es keinen Schatten“, sagte Damm. Die Stadt soll den Handlungsbedarf ermitteln und sich auch mit den Wohnungsunternehmen in Verbindung setzen, um Pflanzungen anzuregen.

Auch für das neue Walduferviertel möchte „Wir für Döbeln“, dass die Möglichkeit des Baus eines Kinderspielplatzes geprüft wird.

Baubeginn in wenigen Wochen

An der Straße Am Roten Kreuz will die Stadt in diesem Jahr einen Spielplatz neu bauen. Mit den Erdarbeiten wird voraussichtlich im Juli begonnen, so Stadtsprecher Thomas Mettcher.

Um den Standort hatte es Diskussionen gegen, weil es in der Nähe an der Erich-Kästner-Straße eigentlich ein Spielplatz vorgesehen war, der nie realisiert wurde. Wie Damm sagte, sei der Neubau des Spielplatzes Am Roten Kreuz beschlossene Sache und damit abgeschlossen. Aber mit wenig Aufwand – Zufahrt und Fläche sind schon da – könne ein weiterer Spielplatz an der Erich-Kästner-Straße realisiert werden. Es müssten nur einige Spielgeräte aufgestellt werden, so Damm.

Fraktion fordert Erklärung

Zudem will „Wir für Döbeln“ eine Erklärung, warum seinerzeit der im Bebauungsplan vorgesehene Spielplatz nicht realisiert wurde.

Die Ortsteile halten sich aus den Diskussionen um die Spielplätze heraus und machen ihr eigenes Ding. So sollen in Töpeln bald zwei Outdoor-Fitnessgeräte eingeweiht werden, die auf Initiative des Ziegraer Ortschaftsrates angeschafft wurden.

Seilbahn in Ebersbach

Ebersbach will auf dem Spielplatz in Mannsdorf ein Vogelnest, eine Kombination aus Klettergerät und Schaukel, aufstellen lassen. Außerdem eine Wippe.

Auf den Spielplatz in Ebersbach kommt eine 25 Meter lange Seilbahn. Außerdem eine Wippe und ein versenktes Trampolin. Für die Finanzierung der 12.500 Euro gibt es Leader-Fördermittel – eine Finanzierungsmöglichkeit, die nur den Dörfern zusteht.

Einen Großteil des Eigenanteils von 2.500 Euro werde aus Spenden aufgebracht, so Ortsvorsteher Jürgen Müller. Den Rest bezahlt der Ortschaftsrat aus seinem Budget.

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