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Döbelner sagt Einkaufssonntag ab

Dafür sollen die Geschäfte bis Weihnachten sonnabends länger offen bleiben. Die Stadt wirbt mit ihren schönen Illumination.

Döbeln hat sich in Schale geworfen. Zumindest dem Auge wird in der freudlosen Vorweihnachtszeit etwas geboten. Auch der Schlitten vor dem Rathaus, auf dem Mia und Leni Platz genommen haben, ist neu.
Döbeln hat sich in Schale geworfen. Zumindest dem Auge wird in der freudlosen Vorweihnachtszeit etwas geboten. Auch der Schlitten vor dem Rathaus, auf dem Mia und Leni Platz genommen haben, ist neu. © Dietmar Thomas

Döbeln. Döbeln wird in der Coronakrise die freudloseste Vorweihnachtszeit seit Langem erleben. Aber immerhin: Die Stadt ist in diesem Jahr so schön geschmückt wie noch nie. Auf Plakaten wirbt die Stadtverwaltung für den „Adventszauber in Döbeln“. Eine Aufforderung für einen Einkaufsbummel durch die Innenstadt. Immerhin, die Geschäfte sind geöffnet und bleiben es auch. Allerdings mit Abstrichen. Denn der geplante Einkaufssonntag am 13. Dezember ist abgesagt.

Lange hatten der Stadtwerbering und die Verwaltung trotz des abgesagten Weihnachtsmarktes an dem Einkaufsonntag festgehalten. Am Freitag sei ihr aber ein Schreiben vom Wirtschaftsministerium zugegangen, indem darauf hingewiesen wird, dass die Einkaufssonntage nicht zulässig sind, sagte Grit Neumann, Chefin des Stadtwerberings. In Absprache mit Oberbürgermeister Sven Liebhauser habe sie sich dann entschlossen, den Einkaufssonntag abzusagen. „Es ist schade, wir hatten die ganze Organisation der Vorweihnachtszeit darauf aufgebaut. Die Händler haben schon viele Entbehrungen hinnehmen müssen, aber es lässt sich nicht ändern“, sagte Grit Neumann.

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IHK wollte mehr Einkaufssonntage

Die IHK habe bei den zuständigen Ministerien sogar wegen zusätzlichen Einkaufssonntagen in der Vorweihnachtszeit verhandelt, auch um eine „Entzerrung“ zu erreichen, also die Kundenströme auf mehr Tage zu verteilen. Die Antwort von Martin Duligs Wirtschaftsministerium war eindeutig: Verkaufsoffene Sonntage lassen sich nicht begründen, weil sie an einen besonderen Anlass gebunden sein müssen. Dieser Anlass war in Döbeln der Weihnachtsmarkt, der schon vor einigen Wochen wegen der Pandemie-Entwicklung abgesagt wurde.

Auch aus epidemiologischer Sicht sind die Einkaufssonntage nach Ansicht des Ministeriums bedenklich, weil sie eben nicht zur „Entzerrung“, sondern zu einem Zustrom von Menschen führen, der vermieden werden soll. Das treffe zwar vor allem auf die Großstädte zu, so Grit Neumann. „Bei uns ist das nicht so, aber was sollen wir machen?“

Um in der Vorweihnachtszeit den Kunden doch erweiterte Öffnungszeiten zu bieten und den Händlern Zusatzumsatz zu bescheren, sollen die Geschäfte an den Sonnabenden länger öffnen. Am kommenden Sonnabend hat der Stadtwerbering ohnehin seinen regulären langen Einkaufssamstag. Aber auch an allen anderen Sonnabenden bis Weihnachten sollten die Geschäfte nach Möglichkeit bis 18 Uhr offen bleiben. Das ist aus rechtlicher Sicht problemlos möglich, so Neumann.

Adventszauber ohne Verkaufsbuden

Auch die Stadt Döbeln muss nach den jüngsten Entwicklungen ihre Pläne begraben. Eigentlich war der angekündigte Adventszauber als stark abgespeckte Variante eines Weihnachtsmarktes am 12. und 13. Dezember vorgesehen. Da sollten Händler über die ganze Innenstadt verteilt aus Buden heraus weihnachtliches und kulinarisches verkaufen. Etwa zehn Händler hätten sich beteiligt, sagte Angela Petzold vom Kulturamt der Stadt. Aber durch den Wegfall des Einkaufssonntags und das neue Alkoholverkaufsverbot hatten sich diese Pläne erledigt.

Ein Händler ist übrig geblieben. Er will ab kommenden Sonnabend eine Woche lang auf der Breiten Straße Bratwurst, Süßigkeiten und nicht alkoholische Getränke anbieten. „Die anderen Händler waren auf die zwei Tage am 12. und 13. Dezember geeicht. Die können nicht eine ganze Woche lang aus einer Bude verkaufen“, sagte Angela Petzold.

Beim Schmücken der Innenstadt hatten die Stadt, die Stadtwerke und die Händler diesmal geklotzt und nicht gekleckert. Dank der Unterstützung von Partnern konnten noch ein paar Herrnhuter Sterne zusätzlich aufgehangen und auch weitere Bäume an der Breiten Straße und am Niedermarkt mit Lichterketten behängt werden. Vor dem Rathaus steht jetzt ein geschmückter Schlitten. „Der ist bei uns im Bauhof entstanden“, sagte Angela Petzold.

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