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Döbeln

Döbelner Anwalt macht es wie Peter Maffay

Roland Scholz kümmert sich seit 30 Jahren um Erbschaften, Scheidungen und Arbeitsrechtsfälle. Er hat aber auch noch ein anderes Faible.

Roland Scholz arbeitet seit 30 Jahren als Rechtsanwalt. Dabei hat er sich auf das Familienrecht spezialisiert, betreut seine Mandaten aber auch in fünf weiteren Fachbereichen.
Roland Scholz arbeitet seit 30 Jahren als Rechtsanwalt. Dabei hat er sich auf das Familienrecht spezialisiert, betreut seine Mandaten aber auch in fünf weiteren Fachbereichen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Das Paar wollte sich trennen. Darüber war es sich einig. Für die Scheidung war alles geklärt und mit einem Notar eine Scheidungsfolgevereinbarung abgeschlossen. Dann kam der Scheidungstermin und beide erschienen Hand in Hand. „Sie hatten sich wieder versöhnt“, erzählt Rechtsanwalt Roland Scholz. Jahre später traf er sie wieder. „Sie waren immer noch zusammen.“

Es ist einer von rund 10.000 Fällen, um die sich Scholz in den vergangenen 30 Jahren gekümmert hat. Selten nahmen sie eine solch schöne Wendung. Aber, so meint der Anwalt zurückblickend, er habe in den meisten Fällen ein postives Ergebnis für seine Mandanten erreicht. „Das kann in einer Bußgeldsache die Vermeidung eines Fahrverbotes oder in einer Strafsache die Verkürzung eines Fahrerlaubnisentzuges oder in einer Familiensache der Abschluss einer Scheidungsfolgenvereinbarung sein, die die Vermögensverhältnisse der getrennten Partner vernünftig regelt“, verdeutlicht Scholz.

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1990 eigene Kanzlei eingerichtet

Nach dem Studium der Rechtswissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena kam der Diplom-Jurist 1980 nach Döbeln. In den ersten zehn Jahren arbeitete er als Staatsanwalt am Amtsgericht und kümmerte sich überwiegend um Verkehrsdelikte. Im Herbst 1990 eröffnete Roland Scholz eine eigene Kanzlei – ein möbliertes Büro in der Landwirtschaftsschule in den Klostergärten. In den kommenden Jahren erfolgten drei Umzüge: an die Zwingerstraße, an den Obermarkt 15 und im vergangenen Jahr an den Obermarkt 9. Scholz wollte seine Kanzlei verkleinern und arbeitet jetzt in einer Bürogemeinschaft mit Rechtsanwalt Olaf Paul. Dort steht ihm eine Mitarbeiterin zur Seite. Außerdem unterstützt ihn seit 2006 Hans-Peter Dietrich als freier Mitarbeiter. Damals erhielt der Sachverständige für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken die Zulassung als Rechtsanwalt.

Viele Scheidungen nach der Wende

Durch die gesellschaftlichen Veränderungen Anfang der 1990er-Jahre gab es viele Scheidungen. „Dadurch habe ich mich auf das Familienrecht spezialisiert“, so Roland Scholz. Im Jahr 2000 wurde er Fachanwalt für Familienrecht und war zu diesem Zeitpunkt der erste Anwalt in Döbeln mit einem Fachanwaltstitel. Außerdem gehören das Arbeits- und Sozialrecht, Verkehrssachen, das Allgemeine Zivilrecht, das Erb- und Pflichtteilsrecht sowie die Verteidigung in Strafsachen zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten. Das Spannende und Schöne an seinem Beruf sei, mit Menschen zu arbeiten, meint Scholz.

Die Zeit, die er für die einzelnen Fälle aufwendet, hat eine ganz breite Spanne. „Das reicht von einer Anfrage, zu der ich eine kurze Rechtsauskunft erteile, bis zu Fällen, die sich über mehrere Jahre und Instanzen erstrecken. Das kürzeste Scheidungsverfahren ging zum Beispiel nach zwei Monaten zu Ende. Im Durchschnitt unterzeichnet ein Richter nach sechs Monaten bis einem Jahr die Scheidungsurkunde.“

Längste Verfahren dauerte zwölf Jahre

Das längste Verfahren im Berufsleben von Roland Scholz hat zwölf Jahre gedauert und wurde vor dem Bundesgerichtshof entschieden. Das war eine Verkehrsunfallregulierung. „Für Verkehrssachen bin ich bundesweit unterwegs“, so Scholz. Und mit 60 die meisten Aktenbände haben sich bei der Umwandlung einer ehemaligen LPG angesammelt. Das Verfahren, das von 1997 bis 2003 dauerte und zweimal vor dem Bundesgerichtshof verhandelt wurde, endete mit einem Vergleich.

Inzwischen ist Roland Scholz 66 Jahre alt. Denkt er ans Aufhören? „Peter Maffay macht doch auch noch Musik“, antwortet der Fan des Sängers lachend. Zweimal hat der Anwalt ihn schon getroffen und fühlt sich noch genauso fit wie dieser. Und wenn er doch einmal einen Schlussstrich ziehen müsse, wisse er seine Mandanten, die er zu diesem Zeitpunkt noch betreut, bei seinem Büropartner Olaf Paul in guten Händen.

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