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Döbelner Bibliothek modernisiert weiter

Die Beleuchtung ist installiert. Aber ein neues Projekt ist in den Startlöchern. Es geht um mehr Zeit und Sicherheit.

Bibo , Bibliothek Döbeln neues Beleuchtungssystem , Lampen , Beleuchtung
Foto: Dietmar Thomas
Bibo , Bibliothek Döbeln neues Beleuchtungssystem , Lampen , Beleuchtung Foto: Dietmar Thomas © Dietmar Thomas

Döbeln. Seit Anfang der Woche ist die Döbelner Stadtbibliothek wieder geöffnet. Am ersten Tag sei ordentlich Betrieb gewesen, sagte Leiterin Kerstin Kleine. In den vergangenen Wochen hatten die Leser ihre Medien vorbestellen und abholen müssen.

Grund für die Schließung war allerdings nicht Corona. Der Grund strahlt von der Decke. In den vergangenen Monaten war im Haus komplett eine neue Beleuchtung installiert worden.

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Das ging eine Zeit lang parallel zum Bibliotheksbetrieb. Aber irgendwann dann nicht mehr. „Da waren komplette Etagen ohne Strom. Ohne Computer ist man vollkommen aufgeschmissen“, sagte die Leiterin. Corona war dann noch ein zusätzlicher Faktor. „Unter Coronabedingungen konnte man das irgendwann nicht mehr verantworten.“

Schönes Licht durch LED

Die Stadt hatte unter Verwendung eines Zuschusses des Kulturraums Erzgebirge-Mittelsachsen für rund 90.000 Euro eine neue LED-Beleuchtung einbauen lassen. Als Ersatz für die 30 Jahre alten Neon-Beleuchtung. Mit dem Ergebnis ist Kerstin Kleine zufrieden. „Wir hoffen, dass das nachhaltig ist und wir Strom sparen. Es ist ein sehr schönes Licht.“

In den meisten Räumen waren Deckenleuchten installiert worden, die den alten ähnlich sind. In einem Raum pro Etage aber auch ein flexibles Beleuchtungssystem mit Schienen. „In diesen Räumen stellen wir auch mal Regale um. Da kann man dann mal einen Strahler anders ausrichten“, sagte Kerstin Kleine.

Drei Baumaßnahmen in Folge

In den vergangenen Jahren war die Bibliothek oft eine Baustelle. Zuerst waren sämtliche Fenster erneuert worden. Dann war die Sanierung der beiden Treppenhäuser an der Reihe. Jetzt die neue Beleuchtung. Zumindest bei den Bausanierungen ist die Bibliothek jetzt weitgehend durch. In diesem Jahr ist die Baustelle eine andere. „Wir werden unser Buchungssystem auf RFID umstellen“, sagte die Leiterin.

Die Abkürzung steht für „radio-frequency identification“. Jedes Medium – und davon gibt es in der Bibliothek rund 43.000 – bekommt einen Transponder. Das ist ein Aufkleber, der einen Chip und eine Antenne enthält. Das kennt man aus Kaufhäusern. Auch in der Bibliothek wird es dann eine Ausgangsschleuse geben. Bei nicht verbuchten Medien gibt es Alarm. Vieles wird einfacher.

Die Bücher, Spiele und CDs ließen sich dann gleich im Stapel verbuchen, sagte Kerstin Kleine. Es werde dann auch Selbstbuchung wie an den Selbstbedienungskassen im Supermarkt möglich sein.

Mehr Sicherheit vor Diebstahl

Die Vorteile des neuen Systems: Es spart Zeit, Wartezeiten fallen weg. Und: Es wird unehrlichen Benutzern im Idealfall unmöglich gemacht, Medien zu stehlen. Das passiere ab und zu, so die Leiterin. Deshalb hat die Bibliothek zum Beispiel für CDs ein „Stellvertretersystem“. Der Leser geht mit einem Kärtchen zum Ausgabeschalter, wo die CD herausgesucht werden muss. Das ist dann nicht mehr nötig.

Katja Pietsch und Marielle Ruder haben in der Dschungelecke Platz genommen. Nachdem der Kinderbuchbereich bereits umgestaltet wurde, sollte auch den Teenies einen Bereich zur Verfügung gestellt werden, in dem sie unter sich sein können. Die Jugendlichen L
Katja Pietsch und Marielle Ruder haben in der Dschungelecke Platz genommen. Nachdem der Kinderbuchbereich bereits umgestaltet wurde, sollte auch den Teenies einen Bereich zur Verfügung gestellt werden, in dem sie unter sich sein können. Die Jugendlichen L © Dietmar Thomas

Das Prozedere der Erfassung für das neue Buchungssystem ist allerdings aufwendig. Jedes Medium muss mit dem Transponder bestückt und im System registriert werden. „Das ist ein großer Arbeitsaufwand. Bis spätestens kommendes Jahr wollen wir damit fertig sein“, sagte Kerstin Kleine.

Für die Finanzierung bekommt die Bibliothek 12.500 Euro vom Kulturramm. Die Stadt legt die gleiche Summe drauf.

Mehr Zeit für andere Aufgaben

Mit der neuen Technik gewinnen die Mitarbeiterinnen der Bibliothek Freiraum für andere Aufgaben. „Wir brauchen mehr Zeit für Veranstaltungen und um Digitales vorzubereiten“, sagte die Leiterin. So schickt die Bibliothek Schüler mit Tablets auf Medienrallye durch die Bibliothek. In Coronazeiten werden Veranstaltungen für den „Lesehelden“ kontaktlos per Stream durchgeführt. „Das kostet alles viel Zeit“, so die Leiterin.

Die digitalen Medien, so ist sie sich sicher, werden weiterhin eine große Rolle bei der Arbeit mit Kindern spielen. „Mit einer halben Stunden vorlesen, reißt man heute kein Kind mehr vom Hocker. Unsere Aufgabe ist es auch, den Jugendliche Anleitung zu geben. Wie sucht man etwas im Internet? Was sind gute und was sind schlechte Internetseiten? Wie kommt man an Literatur zu einem Thema?“

Weniger Entleihungen

Corona hat Auswirkungen auf dem Bibliotheksbetrieb. 10.000 bis 15.000 Entleihungen weniger hatte es im vergangenen Jahr gegeben, schätzt die Leiterin ein. Im Jahr zuvor waren insgesamt 117.000 Mal Medien ausgeliehen worden. Zugenommen habe die Ausleihe von digitalen Medien wie E-Books.

Im Lockdown in Frühjahr hatte die Bibliothek sechs Wochen geschlossen, Ende des Jahres noch einmal zwei Wochen. Ein möglicher Rückgang bei der Anzahl der Leser – die Bibliothek hat um die 3.000 – werde sich aber erst in diesem Jahr bemerkbar machen, so Kerstin Kleine.

Planung schwierig

Die Planungen von Veranstaltungen für dieses Jahr sind wegen der Unsicherheiten durch Corona noch sehr vage. „Wir können keine Verträge abschließen und wenn, dann nur mit einer Rücktrittsklausel“, so die Leiterin. Die beiden Lesungen im vergangenen Jahr hatten ausfallen müssen.

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