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Döbelner Brandhaus wird saniert

Die Handwerker müssen die Installationen im Keller des unbewohnbaren Hauses erneuern. Und das geht nicht so schnell.

Der Mitarbeiter einer auf Brandsanierung spezialisierten Firma reinigt im Keller des Hauses Doblinaweg 4 die Installationen und Wände von Ruß und Gestank. Hier war vor zwei Wochen an zwei Stellen Feuer gelegt worden.
Der Mitarbeiter einer auf Brandsanierung spezialisierten Firma reinigt im Keller des Hauses Doblinaweg 4 die Installationen und Wände von Ruß und Gestank. Hier war vor zwei Wochen an zwei Stellen Feuer gelegt worden. © Lars Halbauer

Döbeln. An der Vorderseite des Hauses Doblinaweg 4 ist der Brandgeruch noch deutlich zu riechen. Vor zwei Wochen war hier der Rauch aus den Kellerfenstern gequollen. Ein Unbekannter hatte an zwei Stellen Feuer gelegt

Körperlich ist zwar niemand schwer zu Schaden gekommen. Aber seitdem ist das Haus unbewohnbar. Der Schaden liege bei etwa 250.000 bis 300.000 Euro, sagte Dirk Förster-Wehle, Leiter Immobilienmanagement bei der TAG Wohnen.

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Infrastruktur zerstört

Schon am Tag nach dem Feuer hatte eine auf Brandsanierung spezialisierte Firma damit begonnen, die Kellerräume auszuräumen. Die verschmorten und rußgeschwärzten Verschläge und auch jede Menge Habseligkeiten der Bewohner landeten auf dem Müll. Seitdem sind im Keller die Handwerker zugange. Aber schnell ist dieser Schaden nicht zu beheben.

Die Infrastruktur im Keller, die nach einer Komplettsanierung des Hauses praktisch nagelneu war, ist weitgehend zerstört worden. Von Trinkwasser-, Abwasser- und Stromleitungen bleiben nur verkohlte Reste. Am schnellsten sind die Sanitärinstallateure. Dirk Förster-Wehle schätzt ein, dass die Sanitäranlagen bis Mitte kommender Woche wieder hergestellt sind. 

Zehn Elektriker bei der Arbeit

Länger wird es bei der Elektroanlage dauern. Derzeit sind um die zehn Handwerker von drei Elektrofirmen dabei, die Kabelstränge zu erneuern, sagte Förster Wehle. „Es ist gar nicht so einfach, Elektriker so kurzfristig am Markt zu bekommen.“ Neben den eigenen Elektrikern der TAG seien zwei Fremdfirmen im Einsatz.

Die Kabelbündel, die im Keller auf Kabelpritschen verlegt sind, seien komplett verschmort. „Die Elektriker müssen erst einmal herausfinden, was welche Leitungen sind. Das passiert bis Freitag. Parallel dazu werden schon neue Kabelpritschen angebaut“ sagt er.

Bei der Sanierung fällt jede Menge Müll an. Hinter dem Brandhaus stehen die Container. Hier waren vor zwei Wochen viele Bewohner mit Drehleitern von ihren Balkonen geholt worden.
Bei der Sanierung fällt jede Menge Müll an. Hinter dem Brandhaus stehen die Container. Hier waren vor zwei Wochen viele Bewohner mit Drehleitern von ihren Balkonen geholt worden. © Jens Hoyer

Auf jeder der beiden Kellerseiten gehen fünf Kabelbündel nach oben zu den Wohnungen. „Das ist für die Handwerker richtig viel Arbeit“, sagte Förster-Wehle. Dafür seien Hunderte von Metern neue Kabel zu verlegen. Allerdings müssen die Zuleitungen nicht bis in die Wohnungen erneuert werden. Die Ersatzkabel werden an die noch unversehrten in den Kabelschächten angeschlossen.

 Je nach Baufortschritt sollen die Mieter wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können. Möglicherweise ab übernächster Woche. Wann die Arbeiten abgeschlossen werden, kann Förster-Wehle noch nicht einschätzen. „Das hängt auch davon ab, welcher Überraschungen wir erleben.“

Aufzug ausgefallen

Ein weiteres Problem ist der Aufzug des seniorengerechten Hauses. Auf diesen sind viele der betagten Mieter angewiesen. Das Problem: Die elektronische Steuerung des Aufzugs ist nicht mehr zu verwenden. „Sie ist durch den Qualm in Mitleidenschaft gezogen worden. Die empfindliche Technik kann man nicht reinigen“, sagte Förster Wehle. „Zwei Firmen arbeiten daran, eine neue Steuerung zu besorgen.“

In dem Haus sind derzeit 40 Wohnungen vermietet. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner – die Älteste ist 97 Jahre alt – sind bei Verwandten untergekommen. Vier sind in einer Pflegeeinrichtung untergebracht, vier in Gästewohnungen und weitere sechs in Hotels, sagte Förster-Wehle. Es werde alles getan, damit sie schnell in die Wohnungen zurückkönnen. „Wir informieren die Mieter und ihre Angehörigen ständig. Sie müssen ja wissen, wie lange es noch dauert“, sagte er.

Noch keine Hinweise

Die Polizei hatte nach der Brandstiftung einen Zeugenaufruf gestartet. Allerdings ohne Erfolg. Bisher seien noch keine Hinweise eingegangen. Es gebe auch keinen Tatverdächtigen, so ein Mitarbeiter der Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in Chemnitz unter Telefon 0371 3873448 entgegen.

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