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Döbeln

Döbelner Bürgergarten bietet ein "Stück Normalität"

Frühschoppen: Zunächst Ritual nach der Mai-Demo, später Bestandteil des Familienausfluges – Lars Lemke macht möglich, was die Pandemie erlaubt.

Manuela Neumann, Event-Managerin im Bürgergarten Döbeln, freut sich mit den Gästen, dass wenigstens ein kleiner Teil der Mai-Traditionen fortgeführt werden konnte.
Manuela Neumann, Event-Managerin im Bürgergarten Döbeln, freut sich mit den Gästen, dass wenigstens ein kleiner Teil der Mai-Traditionen fortgeführt werden konnte. © Lars Halbauer

Von Lars Halbauer

Döbeln/Region. Mit einem etwas abgespeckten „Frühschoppen to go“ überraschen und erfreuen Bürgergarten-Chef Lars Lemke und seine Mannschaft die Döbelner, die am Wochenende trotz wechselhaften Wetters nicht nur Frischluft tanken möchten.

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„Eis mit Erdbeeren, Pommes, Hamburger, hmmm es war alles lecker.“ So lautet das Urteil von Kjell und Emmy aus Freiberg. Die beiden, vier und drei Jahre alt, sind mit ihren Eltern auf einem Städteausflug und haben an jedem Imbissstand etwas probiert. Reste davon finden sich noch auf den glücklichen Kindergesichtern.

Kjell und Emmy aus Freiberg haben den Maifeiertag mit ihren Eltern in Döbeln verbracht. Die beiden hatten sichtlich Freude am Ausflug – trotz aller Einschränkungen.
Kjell und Emmy aus Freiberg haben den Maifeiertag mit ihren Eltern in Döbeln verbracht. Die beiden hatten sichtlich Freude am Ausflug – trotz aller Einschränkungen. © Lars Halbauer

Schon das zweite Mal in Folge muss die Live-Musik und das Zusammentreffen von vielen Menschen ausfallen und darf alles nur in sehr kleinem Rahmen stattfinden. Und dennoch: „Wir wollen den Leuten eine Freude bereiten“ sagt Manuela Neumann, die Event-Managerin im Bürgergarten.

„Normalerweise ist der 1. Mai bei uns immer eine feste Institution für Party, gutes Essen und tolle Musik. Nun musste erneut kräftig auf die Bremse getreten werden.“ Aber: „Es ist schön, zu sehen, dass wir trotz der strengen Regeln ein klein wenig Normalität bieten können“, findet Manuela Neumann. Abstände zwischen allen Ständen, Hinweisschilder und immer wieder der freundliche Hinweis, Abstand zu halten, das alles gehört zum Hygienekonzept.

Obwohl sich das Angebot coronabedingt hauptsächlich auf Kulinarisches beschränken muss, sind die Gäste sichtlich zufrieden – nicht nur Kjell und Emmy. Mit Blick auf den Parkteich lassen sich Alexander Zele und Tom Viezens einen deftigen Burger schmecken.

Alexander Zele (links) und Tom Viezens genießen im Standkorb einen frisch gegrillten Burger.
Alexander Zele (links) und Tom Viezens genießen im Standkorb einen frisch gegrillten Burger. © Lars Halbauer

„Wir haben die Werbung gesehen und uns haben auch Freunde erzählt, dass heut hier auf ist. Der Burger ist sensationell und einen Ausflug wert“, sagt Alexander und beißt genussvoll in das Fleischbrötchen. „Ein frischgezapftes Bier und einen Kaffee“ dafür sind Ingo und Grit aus Hartha in den Bürgergarten gefahren. „Wir wollen einfach ein wenig Normalität genießen.“

Wohltat für Leib und Seele

Jeder Stand für Essen und Getränke ist weit von einander gestellt, auf einer Seite gibt es deftige Pilzpfanne und Roster, am nächsten Stand Burger und Pommes und wieder einen Stand weiter frisch gezapftes Bier. Dietmar und Elona Brethfeld haben hier den Zapfhahn fest im Griff. „Bierzapfen ist ja wie Schwimmen, das verlernt man trotz Lockdowns nicht“, schmunzelt Dietmar Brethfeld.

„Das Konzept wird von den Gästen gut angenommen, Zuckerwatte, Pommes, Roster, Waffeln – alles, was mal normal war, wollen wir anbieten, so Lars Lemke, „Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, dass die Gäste zu uns kommen, aber doch gleich auch wieder gehen müssen. Wir wollen den Besuchern bieten, was geht“, so der Bürgergarten-Chef.

Dabei denkt er auch an seine Belegschaft. „Wir haben heute zehn Mitarbeiter im Einsatz. Dies ist auch ein Zeichen, dass die Kollegen gebraucht werden, da sie unter der Woche immer in Kurzarbeit sind. Wenn das Wetter stabil bleibt, wollen wir jedes Wochenende wieder öffnen.“

Michaela und Sebastian Kühne wollten nach ihrer kirchlichen Trauung am Sonnabend im Bürgergarten groß feiern. Das ging nicht. Nur Fotos im Park waren drin.
Michaela und Sebastian Kühne wollten nach ihrer kirchlichen Trauung am Sonnabend im Bürgergarten groß feiern. Das ging nicht. Nur Fotos im Park waren drin. © Lars Halbauer

Zwischen den Gästen fallen auch einige sehr elegant und feierlich gekleidete Menschen auf. Das hat seinen Grund. Am 1. Mai haben sich Michaela und Sebastian Kühne aus Döbeln das kirchliche „Ja“-Wort gegeben.

Eigentlich sollte im Bürgergarten groß gefeiert werden, doch die Corona-Schutzverordnung hat auch diesem privaten Event einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwar wird die Feier nachgeholt, aber ein Fotoshooting im schönen Bürgergartenpark hat sich das Paar nicht nehmen lassen.

Und selbstredend gab es auch für die Hochzeitsgäste ein Bier zum Mitnehmen und eine Roster to go.

Auch andere Traditionen wie das Stellen des Maibaumes wurden trotz Pandemie gepflegt. Allerdings blieb überall das Gesellige auf der Strecke, so auch hier in Roßwein.
Auch andere Traditionen wie das Stellen des Maibaumes wurden trotz Pandemie gepflegt. Allerdings blieb überall das Gesellige auf der Strecke, so auch hier in Roßwein. © Elke Braun

Außer dem Frühschoppen am Maifeiertag gab und gibt es auch noch andere Rituale, um den "Wonnemonat" Mai zu begrüßen. Dazu gehört nach dem Abschied vom April in der Walpurgisnacht das Stellen des Maibaumes oder der Tanz in den Mai.

Letzteren durften Anhänger dieses Rituals nur daheim aufs Parkett legen, ohne gehen die Corona-Schutzverordnung zu verstoßen. Maibäume dagegen stehen jetzt in so manchem Dorf und auch einigen Städten auf dem Markplatz. In Roßwein zum Beispiel wehen die Fähnchen am Kranz des Baumes seit Donnerstag im Wind.

Auf der Strecke geblieben sind coronabedingt allerdings die geselligen Runden am Rande des Maibaumstellens. Doch selbst da macht Not erfinderisch. In dem einen oder anderen Garten steht eine Mini-Ausgabe des Maibaumes. So konnten sich wenigstens die Nachbarn übern Gartenzaun zuprosten.

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