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Döbelner kommen nun in Mittweida zur Welt

Seit einem Jahr ist die Geburtsstation in Leisnig geschlossen. Das merken die Kliniken in der Region. Dort werden mehr Kinder geboren.

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Seit einem Jahr gibt es in Leisnig keine Geburtsklinik mehr. Viele Döbelner Eltern haben sich deshalb entschieden, ihr Kind in Mittweida zur Welt zu bringen.
Seit einem Jahr gibt es in Leisnig keine Geburtsklinik mehr. Viele Döbelner Eltern haben sich deshalb entschieden, ihr Kind in Mittweida zur Welt zu bringen. © Symbolfoto: dpa-Zentralbild

Region Döbeln. Den größten Zuspruch hat im zurückliegenden Jahr wahrscheinlich die Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH verzeichnet. Dort sind 2021 mehr als 560 Babys zur Welt gekommen. „Das sind etwa 100 Kinder mehr als im Jahr davor“, sagt Ines Schreiber, die fürs Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

„Den meisten Zulauf hatten wir im zurückliegenden Jahr tatsächlich aus der Region Döbeln/Leisnig“, bestätigt sie, was sich schon angedeutet hatte. Denn in Mittweida befindet sich die für einige Gebieten um Döbeln nächstgelegene Klinik. Aber auch bei Eltern aus der Stadt Döbeln ist Mittweida offenbar die erste Wahl. „Allein aus der Stadt Döbeln stammen 89 der Neugeborenen“, so Ines Schreiber.

Sechs Mütter mit positivem Corona-Befund

Insgesamt hatten die Jungen im Vorjahr die Oberhand: Mehr als 290 Jungs sind zur Welt gekommen, aber nur knapp 270 Mädchen. Geburtenreichster Monat war in Mittweida der Januar. Ambulante Geburten hat es 19 gegeben – zwei mehr als 2020. Rein rechnerisch ist jedes vierte Kind per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen. „Das ist aber im Jahr vorher auch schon so gewesen“, so die Mittweidaer Kliniksprecherin. Im Wasser haben zehn Frauen entbunden. Ungewöhnlich sei das heutzutage nicht mehr.

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Ein besonderer Tag auf der Entbindungsstation in Mittweida sei der erste Weihnachtsfeiertag 2021 gewesen. An diesem Tag kamen drei Baby innerhalb von drei Stunden zur Welt. Darunter war auch der Nachwuchs von Eltern aus Jena, der sich drei Wochen zu früh eingestellt hatte.

Als eine andere Besonderheit berichtet Ines Schreiber, dass im vergangenen Jahr sechs Frauen in Mittweida entbunden haben, bei denen ein positiver Corona-Befund vorgelegen hat.

Geburtenrückgang in Meißen zu verzeichnen

Auch für die Elblandkliniken können sich Eltern, die Nachwuchs erwarten, entscheiden. „Das Elblandklinikum in Riesa konnte vereinzelt ein paar Geburten durch die Schließung der Geburtsklinik in Leisnig verzeichnen“, teilt die Leiterin Unternehmenskommunikation Sylvia Dirschel mit.

Insgesamt habe es im Vergleich zu 2020 im vergangenen Jahr am Standort in Riesa rund zehn Prozent mehr Geburten gegeben, 15 Prozent weniger seien es dagegen in der Klinik in Meißen gewesen. Dort kamen im Vorjahr mehr als 460 Kinder zur Welt – mehr Mädchen als Jungen. In fünf Fällen sind Zwillinge geboren worden.

Am eigenen Geburtstag entbunden

Im Elblandklinikum in Riesa gab es 2021 insgesamt sieben Zwillingsgeburten. Von den knapp 490 Neugeborenen war der Anteil an Mädchen und Jungen nahezu gleich. Trends, auf welchem Weg Mütter ihre Kinder zur Welt bringen möchten, habe es in den Elblandkliniken Sylvia Dirschel zufolge nicht gegeben.

Eine Besonderheit aber sehr wohl: „In Riesa gab es am Heiligabend zwei Geburten. In einem Fall hat die Mutti am 24. Dezember selbst Geburtstag gehabt“, so die Kliniksprecherin. Insgesamt sei der Dezember in Riesa mit rund 50 Geburten auch der geburtenstärkste Monat gewesen. In Meißen haben im September sogar 56 Kinder das Licht der Welt erblickt.

Coronabedingt habe es im vergangenen Jahr keine Einschränkungen in der Geburtshilfe gegeben, so die Sprecherin der Elblandkliniken. „Die Väter durften jederzeit bei der Geburt anwesend sein“, so Sylvia Dirschel. Das war zu Beginn der Pandemie nicht überall so – für viele Eltern aber ein wichtiges Entscheidungskriterium.

Navigator erleichtert Eltern die Suche nach Klinik

Außer in Mittweida, in Riesa oder Meißen können Mütter auch in den Kliniken in Grimma, Freiberg oder Wurzen entbinden. Auch im Krankenhaus in Chemnitz-Rabenstein sollen Kinder aus der Region Döbeln seit dem Wegfall des Angebotes in Leisnig geboren werden. Eine entsprechend Anfrage ist allerdings unbeantwortet geblieben.

Insgesamt gibt es im Freistaat mehr als 20 Geburtskliniken beziehungsweise Krankenhäuser mit Geburtsstationen. Die meisten haben auch Kapazitäten, um werdende Mütter und Väter auf die Geburt vorzubereiten und sie in diesen wichtigen Stunden zu begleiten. Dafür müssen Eltern „nur“ weitere Wege als bis nach Leisnig in Kauf nehmen. Zum Finden einer guten Geburtsklinik hatte Sächsische.de im Frühjahr 2021 einen Online-Navigator vorgestellt.

Die Namenshitliste 2021

  • In Mittweida ist der beliebteste Mädchenname im vergangenen Jahr Emilia gewesen. Zehn Mal haben Eltern den vergeben. Es folgten Mila (7), Sophie und Charlotte (jeweils 6). Bei den Namen für Jungs entschieden sich die Eltern acht Mal für Alexander, sieben Mal für Ben, Liam, Lio und Theo. Sechs Eltern haben ihren Sohn Matheo genannt. 2020 war noch Ben, Fritz und Max die beliebtesten Jungsnamen in Mittweida.
  • Am Elblandklinikum Riesa ist Emil der Vorname gewesen, den Eltern am häufigsten vergeben haben, bei den Mädchen war Emilia der Favorit.
  • Am Elblandklinikum in Meißen haben sich die Eltern häufig für Charlotte als Name für ihre Tochter entschieden. Bei den Jungen führte Anton die Hitliste der 2021 vergebenen Namen an. Doppelnamen seien bei Babys, die in den Elblandkliniken geboren worden sind, aktuell nicht im Trend.