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Döbeln

Döbelner Spendengeld geht ins Ahrtal

Mehr als 40.000 Euro bringt Oberbürgermeister Sven Liebhauser in die Verbandsgemeinde Altenahr. Dort gibt die Hilfsbereitschaft Hoffnung.

Die von der Flut zerstörte Eisenbahnbrücke über dem Fluss Ahr in Altenahr. Auch Monate nach der Flutkatastrophe kehrt das Alltagsleben in die zerstörten Orte im Ahrtal nur sehr zögerlich zurück.
Die von der Flut zerstörte Eisenbahnbrücke über dem Fluss Ahr in Altenahr. Auch Monate nach der Flutkatastrophe kehrt das Alltagsleben in die zerstörten Orte im Ahrtal nur sehr zögerlich zurück. © dpa

Döbeln. Zweimal war Döbeln vom Hochwasser betroffen. Zweimal ist der Stadt und ihren Einwohnern auch durch Spenden geholfen worden. Jetzt erfolgt die Hilfe anders herum. Ende der Woche wird Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) eine Spende der Döbelner in die Verbandsgemeinde Altenahr in Rheinland-Pfalz bringen. Altenahr war schwerst von der Hochwasserkatastrophe im Juli betroffen.

Die Stadt Döbeln hatte ein Spendenkonto eingerichtet und die eingesammelte Summe um 20.000 Euro erhöht. Insgesamt sind reichlich 42.000 Euro zusammengekommen, die als Hilfe ins Ahrtal gehen. Liebhauser hatte Kontakt mit Cornelia Weigand, der Bürgermeisterin von Altenahr aufgenommen. „Wir wollen dieses Zeichen dort setzen und die Eindrücke aus Sicht der Verwaltung schildern“, sagte er in der Sitzung des Stadtrates.

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Immer noch schwierige Situation

Auch vier Monate nach dem Hochwasser befinden sich die Ortschaften noch in einer sehr schwierigen Situation, schildert Ulla Dismon, Mitarbeiterin der Verbandsgemeinde Altenahr. Von den zwölf Ortschaften der 11.000 Einwohner umfassenden Gemeinde seien neun vom Hochwasser betroffen. Die Hälfte der Gebäude sei zerstört. Andere hatten teilweise bis zur zweiten Etage unter Wasser gestanden. Manche Häuser seien mittlerweile völlig entkernt. „Da kann niemand wohnen“, so Dismon.

Für die Menschen sei die Situation sehr schwierig. Manche lebten noch im nicht betroffenen Obergeschoss der Häuser, unter sich die lärmenden Trockner. „Die Leute verlassen die Häuser nicht, weil auch Plünderer unterwegs sind“, sagte sie. Jetzt werde aber manchen klar, dass sie im Winter mit nur einem beheizten Raum nicht bleiben könnten.

Gemeinschaften sind weit verstreut

Die familiären und nachbarschaftlichen Gemeinschaften seien über weite Entfernungen zerstreut worden, was es den Betroffenen auch schwerer macht, sich um ihre zerstörten Häuser zu kümmern. In manchen Fällen stellt sich heraus, dass die Häuser nicht stehen bleiben können, weil die Wände zum Beispiel mit Heizöl vollgesogen sind, erzählte Ulla Dismon.

Schwer betroffen sei auch noch die Infrastruktur. Züge fahren nicht, die meisten Brücken sind zerstört und die Straßen durch den Schwerlastverkehr in einem schlimmen Zustand. Bei der Hochwasserkatastrophe waren allein in der Gemeinde Altenahr 33 Bewohner und fünf Gäste eines Campingplatzes ums Leben gekommen.

Hilfe und Spendenbereitschaft gibt Kraft

Die Hilfe und die Spendenbereitschaft ab dem ersten Tag habe den Menschen viel Kraft gegeben, sagte Dismon. „Wir wüssten nicht, wo wir stehen würden, wenn es das nicht gegeben hätte. Die Spendenaktionen sind keine Selbstverständlichkeit für die Leute hier. Unser tiefer Dank gilt allen, die sich einbringen.“

In der Verbandsgemeinde werden die Spendengelder nach einem Schlüssel auf die einzelnen Orte verteilt. Die Ortsbürgermeister stimmten sich darüber ab. „Die wissen am besten, wo die Hilfe gebraucht wird.“

Zu Beginn seien damit zum Beispiel Waschmaschinen, Bautrockner und später auch Heizgeräte angeschafft worden. Es habe auch Finanzhilfen für den Kauf benötigter Materialien für Einzelpersonen und auch Sammelbestellungen gegeben. „Da sind in den abgeschnittenen Orten Bedarfslisten herumgegangen, was benötigt wird. Das wurde dann aus den Spendentöpfen bezahlt.“

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