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Döbelner Uhrmacher sorgt für saubere Luft

Bei Michael und Elke Pietsch wird die Luft im Geschäft durch einen Filter gereinigt. Viren sollen hängen bleiben.

Uhrmachermeister Michael Pietsch und seine Frau Elke sorgen mit einem Luftreiniger in ihrem Uhren- und Schmuckgeschäft am Niedermarkt für saubere Luft.
Uhrmachermeister Michael Pietsch und seine Frau Elke sorgen mit einem Luftreiniger in ihrem Uhren- und Schmuckgeschäft am Niedermarkt für saubere Luft. © Jens Hoyer

Döbeln. Die Corona-Maßnahmen im Uhren und Schmuckgeschäft von Michael und Elke Pietsch am Niedermarkt sind vorbildlich. Desinfektionsmittel vorm Eingang. Drinnen ein Plexiglasschutz am Tresen, die Inhaber mit Maske. Allerdings steht da auch ein Gerät von der Größe einer Klimatruhe und summt leise vor sich hin.

Es sorgt aber nicht für trockene oder kalte Luft, sondern für saubere. Das Gerät saugt die Raumluft an und filtert alle Partikel heraus. Bis hinunter zur Größe eines Corona-Virus, sagte Michael Pietsch. „Es geht ja um unsere Gesundheit. Da haben wir uns das angeschafft.“

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Gleicher Filter wie in Krankenhäusern

Auf die Idee mit dem Luftfilter sei er gekommen, als er in der Zeitung über ein Varieté in Leipzig gelesen habe, das mit einem Luftfilter ausgestattet wurde. Allerdings sollte dieser die Luft mit UV-Licht entkeimen. Pietsch informierte sich weiter: „UV-Licht ist nicht so das Wahre“, sagte er. Die Luftfiltertechnik, die er schließlich anschaffte, ist das gleiche, wie sie auch in Krankenhäusern verwendet wird, erklärte er. In seinem Gerät wird Luft über drei verschiedene Filter geschickt. Zum Schluss durch einen sogenannten HEPA-Filter, der auch winzigste Partikel wie besagte Viren zurückhalten kann. „Der Filter wird auch von Virologen empfohlen“, sagte er.

Das Gerät sei groß genug dimensioniert, um bis zu dreimal pro Stunde die Luft im Laden umzuwälzen, so der Uhrmacher. Und das mit halber Kraft, damit die Geräuschbelästigung nicht zu groß wird. „Dadurch kann sich in der Luft nichts ansammeln. Lüften sollte man trotzdem noch, man braucht das aber nicht mehr so oft“, sagte Pietsch.

Keine Förderung für kleine Geräte

Billig ist der Luftfilter nicht. Pietsch hat 1.200 Euro in das Gerät investiert. „Der Nachteil ist: So ein kleines Gerät bekommt man nicht gefördert. Eine große Anlage schon“, sagte der Geschäftsmann.

Die Corona-Krise bekommen die Geschäftsleute zu spüren – auch wenn sie anders als im Frühjahr den Laden nicht schließen mussten. Das Geschäft laufe schlechter als vor Corona. Inwieweit die Beschränkungen seit Montag sich auswirken, könne er nach zwei Tagen noch nicht sagen.

Der Uhrmacher schiebt es vor allem auf den Internethandel, der in der Krise an Umfang zugenommen hat. Pietsch handelt zwar selbst im Internet. Aber dabei drehe es sich vor allem um das Anfertigen von Schmuck, was die Ausfälle nicht kompensiert. „Die Politik hat die Läden zugemacht und es durchgehen lassen, dass der Internethandel so stark zunimmt, der in Deutschland vielleicht noch nicht einmal Steuern zahlt. Damit wird das Handwerk niedergemacht, das auch Ausbildungsplätze anbietet“, sagte Pietsch.

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