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Anstrengendes Jahr für die Kloster-Förderer

Der Vorstand des Fördervereins hat abgerechnet. 2019 war mit einem fünfstelligen Minusbetrag zu Ende gegangen – allerdings nur auf dem Papier.

Mit dem Weiterführen der Dacherneuerung des ehemaligen Kuhstalls des Klosters Buch hat der Fördervereins im vergangenen Jahr ein großes Projekt vorantreiben können. In diesem Sommer konnten die Arbeiten abgeschlossen werden.
Mit dem Weiterführen der Dacherneuerung des ehemaligen Kuhstalls des Klosters Buch hat der Fördervereins im vergangenen Jahr ein großes Projekt vorantreiben können. In diesem Sommer konnten die Arbeiten abgeschlossen werden. © Dietmar Thomas

Leisnig. Was Kommunen nicht gelingt, das bewerkstelligt auch der Förderverein Kloster Buch nicht: jedes Jahr die notwendigen Abschreibungen zu erwirtschaften. Deshalb steht unter dem Jahresergebnis von 2019 ein Minus von reichlich 10.000 Euro.

Das hat Finanzchefin Sonja Jäschke den Mitgliedern des Fördervereins bei der Jahreshauptversammlung offengelegt. Konsequenzen hat dieses Ergebnis weder für den Vorstand noch auf die Vereinsarbeit.

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Die Mitgliederversammlung hat den Vorstand unter Leitung von Heiner Stephan für die Arbeit im Jahr 2019 entlastet. Überhaupt gab es einen Wechsel im Vorstandsteam. Zwei gestandene Mitglieder scheiden aus. 

Wechsel im Vorstand

Für Margarete Förstner, die ihre Arbeit im Verein wegen eines Ortswechsels einschränkt, rückt Birgit Gühne nach. Die Leisnigerin ist Lehrerin am Gymnasium in Hartha. Im Verein arbeitet sie schon viele Jahre mit, unter anderem als Klosterführerin. Aus gesundheitlichen Gründen tritt Volkmar Krawczyk kürzer. Seine Arbeit im Vorstand übernimmt sein Sohn Sven, der einer der Geschäftsführer der Landgut Westewitz GbR ist.

Wenn Projektkoordinatorin Rica Zirnsack auf 2019 zurückblickt, dann war es auch aus ihrer Sicht ein schwieriges Jahr für den Förderverein. „Unter anderem wegen der Reparatur des ehemaligen Kuhstalldaches“, erinnert sie. 

Die Arbeiten hatten sich nach einem Sturm notwendig gemacht und zogen sich durch zusätzlich Erneuerung im Bereich der alten Holzbalken in die Länge. Erst in diesem Sommer konnte die Dacherneuerung abgeschlossen werden. Damit hat der Verein aber auch eine große Sorge weniger. Denn mit einem dichten Dach bleibt den Förderern nun etwas mehr Zeit, weiter am Feinschliff des Nutzungskonzeptes für dieses riesige Haus zu feilen.

Tolle Hilfe von allen Seiten

Für dieses Jahr hat sich der Vorstand vorgenommen, dass am Ende mindestens eine schwarze Null als Ergebnis steht. Die Zwischenbilanz lässt Rica Zirnsack hoffen, das dieses Ziel realistisch ist – trotz der coronabedingten Einschränkungen.

Zwar konnte der Verein nur unter großen Schwierigkeiten ins Veranstaltungsjahr 2020 starten und auch die Eröffnung der Bauernmarktsaison im Frühjahr lief durch die Pandemieauflagen alles andere als entspannt für die Veranstalter und Mitwirkenden ab.

Aber irgendwie hat sich im Laufe des Jahres alles gefunden: Es konnte wieder Märkte geben, zwar mit weniger Leuten, aber trotzdem mit guten Einnahmen. Statt zwei Euro pro Parkplatz zu verlangen, haben die Förderer am Klostereingang von jedem Besucher zunächst eine freiwillige Spende und danach die Park- als Eintrittsgebühr kassiert. Das habe nicht jedem Besucher gefallen. Aber die meisten hätten diesen Obolus klaglos entrichtet – und nicht nur den.

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„Wir haben uns über eine Reihe zusätzlicher Spenden gefreut“, berichtet Rica Zirnsack. So hatten die Förderer in verschiedenen weiteren Räumen der Klosteranlage kleine Spendenboxen aufgestellt. „Da war in den vorangegangenen Jahren nur wenig Geld drin – anders als 2020“, so die Projektkoordinatorin.

Wie sie sagt, hätten aber auch andere Maßnahmen dazu geführt, dass der Verein im Moment gar nicht so schlecht dastehe: So ist beispielsweise die bei der Sächsischen Aufbaubank beantragte Soforthilfe geflossen. Durch Kurzarbeitergeld konnte das Personal erhalten bleiben, niemand musste seinen Arbeitsplatz räumen, selbst wenn das Klostertor eine Zeit lang für Besucher geschlossen blieb. „Ohne diese Zuschüsse, die enorme Spendenbereitschaft sowie die Unterstützung vom Kulturraum und Leisnig als unsere Sitzgemeinde hätten wir so nicht weiterarbeiten können“, sagt Rica Zirnsack.

Keine Schüler, keine Reisegruppen

Aber auch die Mitglieder haben einiges dazu beigetragen, dass sich die Gäste 2019 im Kloster wohlgefühlt haben, die Anlage über viele Tage im Jahr von Veranstaltern oder für Privatfeiern gebucht war. Danach hatte es auch für 2020 ausgesehen. 

Durch Corona allerdings konnte nur ein kleiner Teil dessen realisiert werden, was geplant und gebucht war. Was fast ganz zum Erliegen gekommen war, ist die Projektarbeit mit Schülern oder der Besuch von Reisegruppen.

Trotzdem mussten wieder Fenster, Türen und Bänke gestrichen, im Klostergarten Hand angelegt werden. Dafür haben die Mitglieder nach Feierabend so manchen Arbeitseinsatz auf dem Klostergelände absolviert – mehr, als in vielen Jahren vorher. Denn von den Mitarbeitern allein ist die Arbeit längst nicht mehr zu bewältigen.

Nicht zuletzt deshalb werden noch Paten gesucht, die beispielsweise eine Ecke im Kräutergarten unter ihre Fittiche oder den Arzneigarten hinter Abthaus und Krankenkapelle in Pflege nehmen.

Verein ist gewachsen

Wie das Corona-Jahr für den Förderverein zu Ende gehen kann, ist ungewiss. Es gibt einige Fragen. So zum Beispiel, ob und unter welchen Auflagen der Markt im Dezember über die Bühne gehen kann? 

„Schön wäre es für unsere Gäste und für die Vereinskasse, wenn wir das Veranstaltungsjahr noch zu einem runden Abschluss bringen könnten“, hofft Rica Zirnsack. Entscheiden werden letztlich ein Hygienekonzept, das allen ausreichend Schutz bieten kann, und die Behörden.

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