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Ein Blumenfahrrad ist Roßweins neuer Hingucker

Für Idee und Umsetzung hat die Chefin des Bauhofes viel Lob bekommen – aber auch die eine oder andere Kritik. Warum nur?

Dieses mit Blumen geschmückte Doppelrad steht in Roßwein an der Ecke Döbelner/Untere Weinbergstraße. Passanten schauen da gern ein zweites und drittes Mal hin. Dank pfiffiger Helfer konnte Bauhofchefin Monika Weigel ihre Idee verwirklichen.
Dieses mit Blumen geschmückte Doppelrad steht in Roßwein an der Ecke Döbelner/Untere Weinbergstraße. Passanten schauen da gern ein zweites und drittes Mal hin. Dank pfiffiger Helfer konnte Bauhofchefin Monika Weigel ihre Idee verwirklichen. © Dietmar Thomas

Roßwein. Wasserfallartig ergießen sich in Roßwein Sommerblumen aus Pflanzsäulen, die an der Lommatzscher- und Dresdener Straße und auf dem Marktplatz stehen. „Ganz große klasse, dieser Schmuck“, lobte Stadtrad Peter Krause (Die Linke) bei der zurückliegenden Ratssitzung. Da hatte er den neuesten Clou des Bauhofteams aber noch gar nicht gesehen.

Zwei Fahrräder stehen seit kurzem an der Döbelner Straße/Einmündung Untere Weinbergstraße. Die Räder sind mit unterschiedlicher Farbe besprüht, in der Mitte gibt es eine Halterung für ein oder mehrere Blumenkästen. So genau ist das nicht zu erkennen. Denn die Hängepetunien in Weiß und sattem Pink sind durch Farbe und üppigen Wuchs gleichermaßen ein Hingucker.

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Farbgebung ist mit Bedacht gewählt

Den haben viele Roßweiner schon entdeckt und der Leiterin des Bauhofes Monika Weigel Lob zukommen lassen. Sie gibt zu, dass die Idee „auf ihrem Mist gewachsen“ ist. Bei der Umsetzung, für die immerhin ein Jahr nötig gewesen sei, hätten ihr dann aber nicht nur Kollegen des Bauhofes geholfen.

Weitere Unterstützung habe es von Förderschülern sowie Schülern des in Roßwein ansässigen Mitteldeutschen Fachzentrums für Metall und Technik (MFM) gegeben, erzählt Monika Weigel. Die Räder seien Fundstücke gewesen, so die Bauhofchefin. Eine Schwierigkeit sei dann trotzdem gewesen, zwei von der Höhe her identische Räder zusammenzubringen.

Neben Anerkennung hat die Ideengeberin aber auch kritische Fragen zu hören bekommen. Denn eines der beiden Räder ist Weiß – genau solche stellen Hinterbliebene sehr oft dort als eine Art Mahnmal auf, wo Radfahrer nach einem Unfall ums Leben gekommen sind. Doch mit dieser Symbolik hat der weiße Teil des Blumenfahrrades in Roßwein nichts zu tun. „Mit Weiß und Rot haben wir bewusst die Stadtfarben Roßweins gewählt“, erklärt Monika Weigel.

Den Standort begründet sie damit: „Es ist eine Ecke, für die wir schon lange eine Gestaltungsidee gesucht haben.“ Sie sei aus nahezu jeder Richtung kommend gut einzusehen.

Dass um die Räder herum gerade viel Grün wächst, begründet die Bauhofchefin mit einer Initiative der Anwohner: „Sie haben im Vorjahr dort eine Blühwiese ausgesät.“ Wie die und die Radgestaltung nun weiter zusammenpassen, das müsse sie erst einmal sehen.

Auch Bestand muss gepflegt werden

Neugierig bleiben sollen die Roßweiner auch, was die weitere Stadtverschönerung betritt. Versprechen will Monika Weigel da nichts. Nur, dass sie noch einige Ideen auf Lager hat, daraus macht sie keinen Hehl.

Allerdings wünscht sie sich Geduld von den Einwohnern. „Denn wir können uns nicht nur um die Sommerblumen kümmern, während auf Grünflächen die Disteln in den Himmel wachsen“, sagt sie. Alles, was angelegt werde, müsse auch gepflegt werden.

In diesem Punkt ist es kein Geheimnis, dass das Bauhofteam jedes Jahr der Arbeit im Grünen hinterherläuft, so schnell gar nicht mähen und jäten kann, wie Unkraut und Gras wachsen. „Deshalb müssen wir uns jetzt erst einmal wieder dem Bestand widmen, bevor es an Neues geht“, sagt Monika Weigel.

Siegfried Gehbauer gießt die an der Bahndammstraße in Roßwein neu angelegte Rabatte. Sie soll in Zukunft pflegeleichter sein als der bisherige reine Grünstreifen.
Siegfried Gehbauer gießt die an der Bahndammstraße in Roßwein neu angelegte Rabatte. Sie soll in Zukunft pflegeleichter sein als der bisherige reine Grünstreifen. © Dietmar Thomas

Unter anderem gab es im Vorjahr Kritik für die Nebenbereiche an der Bahndammstraße. In einem Abschnitt hatten Petra und Axel Beyrich als Anwohner selbst eine Rabatte gestaltet und diese gepflegt. Doch drumherum schoss sozusagen das Unkraut in die Höhe. Darauf hat der Baubetriebshof relativ kurzfristig reagiert. Nun gibt es aber auch eine Lösung, die längerfristig helfen soll.

Der Bauhof hat die kritisierten Flächen in den vergangenen Tagen neu gestaltet und mit Bodendeckern und Sträuchern so bepflanzt, dass sich der Pflegeaufwand irgendwann einmal in Grenzen hält. Bis dahin ist natürlich Pflege nötig. „Wir hoffen, dass das auch passiert“, sagt Axel Beyrich, der ansonsten mit der Gestaltung zufrieden ist.

Wie die Beyrichs haben übrigens noch einige andere Roßweiner Pflegschaften für Rabatten übernommen. Als „Grünpaten“ helfen sie, Unkraut zurückzudrängen. Manche pflanzen selbst den einen oder anderen Blumenschmuck und sorgen damit dafür, dass Roßwein liebens- und lebenswert bleibt. Dazu tragen auch die Stadtverschönerer bei. Sie können noch Unterstützer gebrauchen.

Wer als Grünpate zupacken will, kann sich im Rathaus melden. Dort gibt es ein Pflegeschildchen für die Fläche. Damit weiß das Bauhofteam, dass es sich künftig weniger bis gar nicht mehr um dieses Stück Grün kümmern muss.

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