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Döbeln

Ein Licht für jeden Corona-Toten

Das Kreiskrankenhaus blickt auf ein Jahr mit Corona zurück. Der Umgang mit dem Tod ist auch dort nicht selbstverständlich.

Auf der Palliativstation des Kreiskrankenhauses Freiberg wird mit LED-Kerzen, den 148 Menschen gedacht, die in den vergangenen zwölf Monaten in der Klinik an Corona verstorben sind.
Auf der Palliativstation des Kreiskrankenhauses Freiberg wird mit LED-Kerzen, den 148 Menschen gedacht, die in den vergangenen zwölf Monaten in der Klinik an Corona verstorben sind. © Krankenhaus Freiberg

Freiberg. Der erste laborbestätigte Corona-Patient wurde am 20. März 2020 stationär im Kreiskrankenhaus Freiberg aufgenommen. „Auch wenn er Vorerkrankungen aufwies und bis dahin mit seiner Frau im eigenen Haushalt lebte, war er kein Pflegefall“, erklärt Dr. Ulrike Träger, Sprecherin der Vereinigte Gesundheitseinrichtungen Mittelsachsen GmbH.

Trotzdem überlebte der Mann Covid-19 nicht und verstarb 37 Tage später auf der Intensivstation des Krankenhauses. Er blieb kein Einzelfall: Im Verlauf eines Jahres sind 148 Menschen verstorben. Alle diese litten an Covid-19. Der Jüngste war erst 53 Jahre, der älteste 100 Jahre alt. Unter ihnen befanden sich 62 Frauen und 86 Männer.

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Keine leichte Aufgabe für das Personal

„Der Verlust eines geliebten Menschen ist für Angehörige besonders schmerzlich. Aber auch an den Mitarbeitern des Krankenhauses geht das nicht spurlos vorbei“, so Ulrike Träger.

Das sei auch für Krankenhauspersonal, das tagtäglich seinen Dienst am Krankenbett leistet und häufiger als andere Bereiche mit dem Tod konfrontiert wird, keine leichte Aufgabe. „Wir müssen achtsam mit uns und unserem Team umgehen“, sagt Oberärztin Dr. med. Dagmar Braun, leitende Ärztin des Bereichs Palliativmedizin.

Doch nicht nur das Personal der Palliativstation war in den vergangenen Wochen und Monaten mit Verstorbenen konfrontiert. Aufgrund der Corona-Pandemie geriet ein Großteil des medizinischen Personals am Kreiskrankenhaus Freiberg mit sterbenden Patienten in Kontakt.

Abschiedsritual auf Palliativstation

Auf der Palliativstation gibt es ein Abschiedsritual: Im Rahmen regelmäßiger Teamsitzungen wird mit Kerzen an die Verstorbenen gedacht. „Solche Rituale sind sehr wichtig“, bestätigt Dagmar Braun, „da wir häufig Abschied nehmen müssen. Da geht es auch bei uns ums Loslassen.“

Zum Jahrestag der ersten Corona-Erkrankung wird am Kreiskrankenhaus Freiberg mit LED-Kerzen im Andachtsraum den Opfern der Pandemie gedacht. Angehörige dürfen gern den sogenannten „Raum der Stille“ zum Gedenken nutzen. Auch Mitarbeitern des Hauses steht dieser Raum offen. Mit Plakaten macht das Kreiskrankenhaus Freiberg Mitarbeiter und Gäste des Hauses auf dieses Gedenken aufmerksam.

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