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Ein ordentlicher Dieb

Ein Grimmaer ist in mehrere Gärten einer Anlage in Leisnig-Tragnitz eingebrochen. Dabei wurde er beobachtet.

Die Gartengruppe „Aue“ in Leisnig-Tragnitz wurde im vergangenen Jahr mehrfach von einem Dieb heimgesucht.
Die Gartengruppe „Aue“ in Leisnig-Tragnitz wurde im vergangenen Jahr mehrfach von einem Dieb heimgesucht. © Dietmar Thomas

Leisnig. Die Gartenanlage „Aue“ war zwischen August und November vergangenen Jahres das Ziel eines inzwischen 25 Jahre alten Mannes. Fünfmal ist er in verschiedene Gärten eingebrochen und hat sich dort bedient. Dabei erwischte es einen Gartenbesitzer gleich doppelt. In vier Fällen wirft ihm die Staatsanwaltschaft besonders schweren Diebstahl, in einem Fall „nur“ Diebstahl vor.

Bei seinen „Ausflügen“ in die Gartengruppe brach er Türen auf, zerschnitt einen Maschendrahtzaun, zerschlug ein Fenster, benutzte aber auch Schlüssel, die er in einer der Lauben fand. Er entwendete unter anderem Akkuschrauber, Kettensäge, Motorradhelm, Grill, Stichsäge, Wasserpumpe und ein Kesselgulasch-Set. Das hatte der Besitzer erst kurz zuvor zum Geburtstag geschenkt bekommen.

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Angeklagter gesteht Einbrüche

Der Angeklagte, der in Grimma Zuhause ist, gab die Einbrüche und Diebstähle zu, aber mit Einschränkungen. Ein Kreiselmäher, ein Fernseher und 2,50 Meter lange Kupferrohre, die ebenfalls verschwunden sind, habe er nicht genommen.

Und er nannte auch gleich noch den Grund für seine Diebestouren: „Das habe ich gemacht, um meine Sucht zu finanzieren.“ Damals habe er Crystal genommen. Inzwischen sei er seit einem Dreivierteljahr clean. Ohne professionellen Entzug, aber mithilfe seiner Familie habe er das geschafft.

In die Kamerafalle getappt

Einer der Gärtner, die alle als Zeugen geladen waren, habe nach dem Einbruch eine Wildkamera aufgehangen. Und die hielt den Dieb tatsächlich fest. Der Täter sei ihm auch bekannt gewesen, deshalb habe er ihn Zuhause aufgesucht und ihm klargemacht, dass er die gestohlenen Gegenstände zurückgeben müsse, so der 42 Jahre alte Zeuge.

Er habe dem Angeklagten eine Frist von zwei Tagen gesetzt, die dieser auch eingehalten habe. Etwa 90 Prozent des Diebesgutes sei wieder da, Eine Kettensäge, ein Helm und eine Spaltaxt fehlten jedoch weiterhin. Der Gärtner habe sich aber mit dem Grimmaer geeinigt, wie die Angelegenheit bereinigt werden könnte.

Ähnlich sieht es bei den anderen Geschädigten aus. Einer meinte zudem, er müsse dem Angeklagten noch dankbar sein, dass er kaum etwas kaputt gemacht, sondern alles ordentlich abgeschraubt habe. „Also ein ordentlicher Dieb“, konstatierte Richterin Ines Opitz.

Eine Geldstrafe ist nicht mehr drin

Im Bundeszentralregister hat der junge Mann, der derzeit von Hartz IV lebt, bereits zehn Einträge. Dazu gehören unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln, Diebstahl, vorsätzlicher Gebrauch von Kraftfahrzeugen ohne Haftpflichtversicherung und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Dafür erhielt er jeweils eine Geldstrafe.

Eine solche sei diesmal nicht mehr drin, erklärte Staatsanwältin Angelika Rickert. Sie beantragte acht Monate Freiheitsentzug, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung, die Einziehung von 715 Euro Wertersatz und die Auflage, dass der Angeklagte eine Suchtberatungsstelle aufsucht.

Dem schloss sich Richterin Ines Opitz an. Außerdem muss der Angeklagte die Kosten des Verfahrens tragen. Richterin Opitz mahnte ihn, die Bewährungszeit zu nutzen und als Chance zu begreifen. Sein überwiegendes Schweigen während der Verhandlung habe sie als Scham gedeutet. Jetzt habe er die Möglichkeit, einen Schlussstrich zu ziehen.

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