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Ein Provisorium für den Jahnatalradweg

Eine Zwischenlösung soll sicherstellen, dass Radfahrer nicht mehr ausgebremst werden. Eine abschließende Klärung von Grundstücksfragen bleibt das Ziel.

Der Jahnatalradweg ist auf dem Gebiet der Gemeinde Zschaitz-Ottewig nur eingeschränkt nutzbar. Das ist ein Ärgernis. Um es aus der Welt zu schaffen, müssen Grundstücksfragen grundsätzlich geklärt werden. Das kostet Zeit und dafür braucht es Geld.
Der Jahnatalradweg ist auf dem Gebiet der Gemeinde Zschaitz-Ottewig nur eingeschränkt nutzbar. Das ist ein Ärgernis. Um es aus der Welt zu schaffen, müssen Grundstücksfragen grundsätzlich geklärt werden. Das kostet Zeit und dafür braucht es Geld. © Dietmar Thomas

Zschaitz-Ottewig. Bürgermeister Immo Barkawitz (parteilos) muss sich seit einiger Zeit als eine Art Detektiv auf die Suche nach Grundstückserben begeben. Denn der Jahnatalradweg führt auf Zschaitz-Ottewiger Flur ein relativ kleines Stück über einen privaten Weg.

Und den hatte der bisherige Besitzer des Grundstückes im Jahr 2019 einfach dichtgemacht. Das heißt, die Radfahrer standen dann sozusagen vor einer Absperrung und konnten sich entscheiden, diese zu ignorieren und sozusagen illegal weiterzufahren oder umzukehren.

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Das kann kein Dauerzustand sein. Darin sind sich der Bürgermeister und die Räte einig. Deshalb sieht es Barkawitz als seine Aufgabe an, dieses Grundstücksproblem aus der Welt zu schaffen. Das scheint kein Kinderspiel zu werden, wie der Gemeindechef in der zurückliegenden Ratssitzung veranschaulichte: „Der Mann, der als Eigentümer im Grundbuch steht, der ist schon lange tot“.

Landwirte wollen helfen

Also sei eine Bereinigung des Grundbuches nötig. Dafür müssten unter anderem drei Erben ausfindig gemacht werden und mit einer Nutzung beziehungsweise einem Verkauf an die Gemeinde einverstanden sein. Erst mit einer Person habe der Bürgermeister Kontakt aufnehmen können. Dementsprechend zeichne sich ein längeres Verfahren ab.

Daher wolle die Gemeinde versuchen, eine Übergangslösung zu finden. Die Vorstellungen gehen dahin, eine Art Umfahrung der jetzigen kritischen Stelle einzurichten. Dazu sei die Verwaltung mit einem Landwirtschaftsbetrieb im Gespräch, sagte Barkawitz.

Wie er darstellte, müssten auch mit dem neuen Eigentümer der Herberge am Stausee Vereinbarungen getroffen werden. Eine erste Kontaktaufnahme habe es gegeben. Nach der zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich, dass es zu einer guten Lösung für alle und vor allem für die Radler kommen kann.

Gewidmet, aber nicht gekauft

Unter diesen Vorzeichen baten die Gemeinderäte, nicht allzu viel Geld in die Übergangslösung zu stecken. Geld wird die Kommune aber noch aufwenden müssen, um zum Beispiel die gesamte Bürokratie zu erledigen. Um die Grundstücksfrage abschließend zu klären, bedarf es unter anderem neuer Erbscheine, die im Verfahren beigebracht werden müssen, kündigte der Gemeindechef an.

Grundübel ist Barkawitz zufolge, dass das Land, das für den Jahnatalradweg beansprucht wird, Anfang der 1990er-Jahre zwar öffentlich gewidmet worden ist. „Aber wir hätten es später auch kaufen müssen“, so der Bürgermeister.

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