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Döbeln

Ein Spiegel soll beim Abbiegen helfen

Die Verkehrsbehörde des Landkreises hat nichts gegen ein solches Hilfsmittel einzuwenden. Allerdings muss es die Kommune selbst finanzieren.

Drei Kreisstraßen treffen zwischen Gleisberg und Marbach aufeinander. Weil in der Mitte ein Baum steht und links die Bahnbrücke, ist die Einsicht für Kraftfahrer, die abbiegen wollen, sehr schlecht. Der Ortschaftsrat nimmt sich dieses Problems an.
Drei Kreisstraßen treffen zwischen Gleisberg und Marbach aufeinander. Weil in der Mitte ein Baum steht und links die Bahnbrücke, ist die Einsicht für Kraftfahrer, die abbiegen wollen, sehr schlecht. Der Ortschaftsrat nimmt sich dieses Problems an. © Dietmar Thomas

Roßwein. Mit einem mulmigen Gefühl, das gibt Gleisbergs Ortsvorsteher Bernd Handschack (CDU) zu, fährt er immer wieder auf die Kreisstraßenkreuzung nahe der Bahnbrücke zu. Dieses Gefühl befällt ihn jedes Mal, wenn er nach links in Richtung Gleisberg abbiegt. 

Der Grund: Durch die ungünstigen Sichtverhältnisse sei es Glückssache, wenn auf dieser Kreuzung nichts passiert. Das wollen die Ortschaftsräte ändern. Wie Handschack informiert, hat es im Oktober einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Straßenmeisterei Hainichen gegeben, das für Gleisberg zuständig ist. Außerdem seien zwei Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes Roßwein und er selbst bei dieser Besichtigung dabei gewesen.

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Auch bei Hilfsmittel auf Qualität achten

Laut Handschack hat die Straßenmeisterei nichts gegen einen Verkehrsspiegel einzuwenden. Weil der aber eben nur ein Hilfsmittel sei, müsse die Kommune dafür finanziell aufkommen. Der Ortsvorsteher hat daraufhin recherchiert und herausgefunden, dass Verkehrsspiegel zwischen 1.000 und 3.000 Euro kosten. 

Den Gleisbergern würde einer genügen, der dazwischenliegt. „Von einem ganz billigen möchte ich aus Qualitätsgründen absehen. Schließlich sollen die Kraftfahrer auch noch etwas sehen, wenn es im Winter kalt ist“, sagte Bernd Handschack. Dann solle der Spiegel möglichst nicht beschlagen. 

Insgesamt belaufen sich die Anschaffungskosten auf etwa 1.800 Euro. Denn gebraucht werden auch noch ein Mast und eine entsprechende Haltevorrichtung. Zumindest für die Kalkulation. 

Geld soll in Etatplanung 2021 einfließen

Die Gleisberger Ortschaftsräte waren sich rasch einig darüber, dass sie am „Spiegel“-Vorhaben dranbleiben und beantragen wollen, dass die Stadt Roßwein Kosten für die Anschaffung und die Installation eines Verkehrsspiegels unweit der Eisenbahnbrücke im Haushaltsplan 2021 berücksichtigt.

Bis dieser Spiegel für mehr Sicherheit sorgt, könnte übergangsweise gegebenenfalls die Verkehrsführung geändert werden. Im Moment treffen an der Kreuzung drei Kreisstraßen aufeinander: die aus Marbach kommt (K 8297), die aus Roßwein (K 7522) sowie die K 7597 aus Richtung Gleisberg. Inmitten der Kreuzung steht ein Baum. Der behindert in nahezu jede Richtung die Sicht.

 „Könnte es nicht helfen, den Baum vorm Linksabbiegen zu umfahren?“, überlegte René Seltmann. „Das tun einige Kraftfahrer schon“, sagte Iris Köhler. Das habe sie mehrfach beobachtet. Das sei allerdings nur mit einem Pkw möglich, gab Heiko Schmidt zu bedenken. Größere Fahrzeuge kämen dann nicht mehr um die Kurve. Der Platz dort sei zu eng.

Kreuzung müsste ausgebaut werden

Bernd Handschack könnte sich vorstellen, dass nur ein Neuausbau der Kreuzung für mehr Sicherheit sorgt. Dass dies in absehbarer Zeit in den Etat des Landkreises passt, wagten die meisten Ortschaftsräte zu bezweifeln.

 Doch der Ortsvorsteher hält das für so abwegig nicht. Schließlich gehe es da nicht um den Ausbau von Straßen über eine längere Strecke. Vielmehr dürften geschätzte 200 Meter genügen, um die Kreuzung zu entschärfen.

„Die Frage ist, wann der Landkreis Geld dafür einplanen kann“, so der Ortschef. Häufig genug hätten der Ortschaftsrat und die Stadt Roßwein die Notwendigkeit dieser Investition bei der Behörde angemeldet, so Handschack.

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