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Ein Teppich für die Pferdebahn

In einer Weberei hat der Pferdebahnverein die Kokosmatten maßgenau bestellt. Ein Spender übernahm die Finanzierung.

Vereinschef Jörg Lippert entrollt im Pferdebahnwagen den robusten Teppich aus Kokosfasern. Er ist eine Maßanfertigung.
Vereinschef Jörg Lippert entrollt im Pferdebahnwagen den robusten Teppich aus Kokosfasern. Er ist eine Maßanfertigung. © Dietmar Thomas

Döbeln. Den Fahrgästen der Döbelner Pferdebahn wird der Teppich entrollt. Der Verein hatte die Matten aus Kokosfasern für seinen historischen Pferdebahnwagen maßgeschneidert bestellt. Bei einer Firma in Olbersdorf in der Lausitz. „Es gibt nur noch zwei Webereien in Deutschland, die so etwas anfertigen“, sagte Jörg Lippert, Vorsitzender des Vereins.

Er habe die Firma bei einer Besichtigung kennengelernt. „Das ist eine Handweberei, die exakt genau so fertigt, wie wir es brauchen. Die kaufen ihre Fasern direkt in Indien. So einem Teppich machen Wasser und Dreck nichts aus“, sagte er. Früher habe es in der Pferdebahn so etwas zwar nicht gegeben. Aber Kokosfasermatten seien näher an der Originalität als der alte Teppich, der bisher im Pferdebahnwagen lag.

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Gönner bezahlt die Anschaffung

Nachdem der Döbelner Anzeiger Anfang des Jahres über die Anschaffungspläne geschrieben hatte, habe sich auch schnell ein Gönner gefunden, der die Kosten für die Anschaffung übernehmen wollte. Der neue Belag kostet um die 700 Euro. Viel Geld für den Verein, der coronabedingt im vergangenen Jahr auf manche Einnahme verzichten musste. „Ich denke, dass um die 5.000 bis 6.000 Euro fehlen“, sagte Lippert.

Das ist viel Geld für den Verein, der jeden Monat den Kredit für den Kauf und Ausbau des Pferdebahnmuseums abstottern muss. Dazu sei noch eine teure Heizungsreparatur gekommen. Die Technik sei mitten in der größten Kälte ausgefallen. „Das hat uns allein 1.600 Euro gekostet“, sagte Lippert.

Saison kann wahrscheinlich starten

Im vergangenen Jahr waren vor allem viele Sonderfahrten aufgrund von Corona ausgefallen, während der normale Saisonbetrieb einigermaßen geregelt ablaufen konnte. „Die Pferdebahn gilt als öffentlicher Nahverkehr“, erklärte Lippert.

Für die Eröffnung der Saison 2021, die traditionell Anfang Mai erfolgen soll, sieht er derzeit keine Hinderungsgründe. Auch Museen könnten geöffnet werden. Im begrenzten Maße sei das schon möglich gewesen. Nämlich auf Anmeldung. Auf Grundlage der Quadratmeterzahl dürften maximal neun Personen in die Ausstellungsräume, sagte Lippert.

Kinderecke für 15.000 Euro

Die Pferdebahner bieten ihren Gästen immer mal etwas Neues an. In diesem Jahr sind die Kinder dran. „Wir sind gerade dabei, eine Kinderecke vorzubereiten. So etwas haben wir uns schon lange gewünscht“, sagte Lippert. Das Angebot wende sich an Kinder ab vier Jahren. Dafür sollen Tablets und Computer angeschafft werden. Die Möbel seien bereits bestellt, sagte Lippert.

Die Kosten betragen rund 15.000 Euro. Der Löwenanteil der Summe schießt der Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen zu, der Verein bringt Eigenmittel aus seinen Einnahmen und Eigenleistung auf. „Wir hoffen, dass die Sommersaison in diesem Jahr funktioniert“, sagte Lippert.

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