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Döbeln

Elch-Mobil und Weihnachtsmann sorgen für leuchtende Kinderaugen

Mit einem besonderen Gefährt ist der Rauschebart in Roßwein schon seit ein paar Jahren unterwegs. Sein Fahrplan 2020 war coronabedingt ein anderer.

Lilly hat mit einer weißen Fahne am Straßenrand in Roßwein winkend auf sich aufmerksam gemacht. Das hatte der Weihnachtsmann gesehen, und sein Taxi – das Elch-Mobil – hat für die Geschenkübergabe gestoppt.
Lilly hat mit einer weißen Fahne am Straßenrand in Roßwein winkend auf sich aufmerksam gemacht. Das hatte der Weihnachtsmann gesehen, und sein Taxi – das Elch-Mobil – hat für die Geschenkübergabe gestoppt. © Lars Halbauer

Von Lars Halbauer

Roßwein. Auf den Klimawandel sind die Roßweiner längst eingestellt – zumindest, was den Einsatz des Weihnachtsmannes betrifft. Statt auf Schnee und den dadurch möglichen Einsatzes eines Schlittens zu warten, haben sich die Roßweiner ein Elch-Mobil zugelegt. Das ist bei jeder Witterung einsatzbereit.

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Ein Termin, an dem das Mobil sozusagen an den Start gebracht wird, ist der Weihnachtsmarkt. Der musste wie viele andere Adventsaktionen in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Um den Kindern alternativ eine Freude zu bereiten, hatten sich Familie Weigel, der Weihnachtsmann in Person von Joachim Hache und Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) einen guten Plan B ausgedacht. Die Idee, mit dem Rauschebart und Geschenken durch Roßwein zu fahren und den Kindern eine Freude zu bereiten, kam gleich mit dem Start des Lockdowns Anfang Dezember. Hinter dem weißen Bart verbarg sich diesmal Joachim Hache aus Naußlitz. Er fühle sich sehr mit der Stadt verbunden, und so habe er nicht lange überlegen müssen und diese Aufgabe gern übernommen, erzählte er.

Am Sonnabendnachmittag war die kleine Gruppe dann ab 14 Uhr im Stadtgebiet und den Ortsteilen auf Tour. Damit die Abstandsregeln eingehalten werden und sich auch nirgends Menschenmengen sammeln, sollten die Kinder weiße Fahnen an die Türen hängen. So wusste der Weihnachtsmann, bei wem seinen Helfer klingeln mussten. Er selbst übergab die kleinen Präsente mit einen eigens für diesen Einsatz entwickelten Greifer.

Josi, Bruno und Iven freuten sich sehr, obwohl sie beinahe den Weihnachtsmann verpasst hatten. Die drei haben die Fähnchen extra gebastelt und vor der Tür in den Rasen gesteckt. Auch deren Mutter war begeistert: „Gerade weil es dieses Jahr keinen Weihnachtsmarkt gibt, ist das eine tolle Alternative, eine schöne Aktion.“

Die kleine Lilly wollte sich dagegen nicht darauf verlassen, dass der Weihnachtsmann an ihrer Haustür hält, ohne dass sie auf sich aufmerksam macht. Deshalb stand sie am Straßenrand und winkte mit einer an einem langen Stock befestigten weißen Fahne. Das Elch-Mobil stoppte. Ihre Strategie war aufgegangen.

Um 18.15 Uhr – mit mehr als zwei Stunden Verspätung wegen der so großen Resonanz – ist das Mobil wieder auf Roßweins Marktplatz zurück. „Die Aktion ist super gelungen, wir haben schön gestaltete Plakate für den Weihnachtsmann gesehen“, freute sich Bauhofchefin Monika Weigel, dass die Kinder auch etwas zurückgaben.

Schon seit mehr als 5 Jahren gibt es das Elch-Mobil in Roßwein. Familie Weigel hat das „Kostüm für das Bauhoffahrzeug“ genäht und ungefähr drei Stunden gebraucht, das Auto weihnachtsmanntauglich zu machen. „Die Kinder kennen ja unser Bauhofauto, darum braucht es das Elchkostüm. So können wir den Kindern auch erklären, dass wir dem Weihnachtsmann helfen, wenn kein Schnee liegt“ schmunzelte Monika Weigel.

Für gewöhnlich steuert das Mobil vor den den Weihnachtsferien die Förderschule an. Wegen der Pandemie war das in diesem Jahr nicht möglich. Nur ein kurzer Einsatz in der Kita an der Gersdorfer Straße war noch drin, ehe auch diese in die Notbetreuung übergehen musste. (mit DA/sig)

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