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Elternbeiträge in Döbeln steigen

Vor allem die Krippe wird jetzt deutlich teurer. Die Kündigungsfrist für eine Kitastelle wurde verkürzt.

In Döbeln werden 1.660 Kinder in Kitas betreut. Ab November werden die Elternbeiträge steigen.
In Döbeln werden 1.660 Kinder in Kitas betreut. Ab November werden die Elternbeiträge steigen. © Symbolfoto: dpa

Döbeln. Ab November müssen die Eltern von rund 1.660 Kita-Kindern in Döbeln zum Teil erheblich höhere Elternbeiträge bezahlen. Der Stadtrat hatte den Erhöhungen in der vorigen Woche zugestimmt.

Besonders stark steigen die Elternbeiträge in den Krippen. Bisher mussten die Eltern bei einer neunstündigen Betreuung rund 257 Euro im Monat bezahlen. Künftig sind dafür rund 269 Euro im Jahr fällig. Also rund elf Euro mehr im Monat oder 130 Euro mehr im Jahr.

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Hort wird kaum teurer

Die Beiträge in Kindergarten und Hort stiegen vergleichsweise bescheiden. Für die Betreuung von Kinder im Kindergartenalter sind ab November 112 statt 107 Euro zu bezahlen. Die Hortbetreuung wird nur marginal teurer: Die Beiträge steigen um 24 Cent von 60.25 auf 60,49 Euro pro Monat. Für Eltern, die mehrere Kinder in den Einrichtungen betreuen lassen, und für Alleinerziehende gibt es aber deutliche Reduzierungen der Beiträge.

Zehn Stadträte stimmten gegen die Erhöhung oder enthielten sich der Stimme. Berno Ploß (Grüne) merkte an: „Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass das ein weiterer Tropfen zur Belastung der Familien ist. Das wäre mal ein Thema für den Sozialausschuss, inwieweit alle Mittel ausgeschöpft sind, die Belastungen für die Familien gering zu halten.“

Annemarie Reiche (Jetzt - für unser Döbeln) merkte an, dass in anderen Bundesländern die Kitabetreuung kostenlos ist.

Kosten sind im vorigen Jahr gestiegen

Grundlage für die Elternbeiträge sind die tatsächlichen Kosten im vergangenen Jahr. Diese waren für die 17 Kitas der Stadt von 12,39 Millionen Euro auf 12.47 Millionen Euro gestiegen. Die Kita-Betreuung ist eine der größten Kostenstellen im Haushalt der Stadt.

Kostentreiber waren vor allem zwei Faktoren. Zum einen hatte es Tarifsteigerungen für die Erzieher gegeben. Zum zweiten hatte sich auch das Anheben von Vor- und Nachbereitungszeiten für die Erzieher ausgewirkt. Allein dadurch wurden acht Personalstellen mehr benötigt.

Kündigungsfrist auf vier Wochen verkürzt

Neben den Elternbeiträgen hatte der Stadtrat auch eine neue Satzung als Grundlage zur Erhebung der Beiträge verabschiedet. Darin sind in Absprache mit dem Landratsamt einige Änderungen eingearbeitet. Eine Verbesserung für die Eltern: Die Kündigungsfrist von drei Monaten für einen Kita-Platz wird auf vier Wochen reduziert.

Auch die aktuelle Situation durch Corona wird berücksichtigt. Im Falle einer angeordneten Schließung etwa infolge einer Pandemie werden die Elternbeiträge auch in der Schließzeit erhoben. Es sei denn – wie in der Corona-Pandemie geschehen – es erfolgt eine Refinanzierung der Elternbeiträge aus Bundes- und Landesmitteln.

Zum ersten Mal wird auch der Anteil der Eltern an den Gesamtkosten in der Satzung festgelegt. Er beträgt 20 Prozent. Wie Stadtsprecher Thomas Mettcher sagte, werde dadurch das Verfahren vereinfacht und allen Beteiligten frühzeitig Planungssicherheit gegeben.

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