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Stadtwerke Döbeln: Gaspreis rauf, Strompreis runter

Ab 1. Januar passen die Stadtwerke Döbeln die Preise an. Warum Stammkunden bei dieser Tarifänderung besser wegkommen als Neukunden.

Von Jens Hoyer
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Die Stadtwerke werden im neuen Jahr den Gaspreis erhöhen. Die Stammkunden werden dabei besser gestellt aus die Neukunden.
Die Stadtwerke werden im neuen Jahr den Gaspreis erhöhen. Die Stammkunden werden dabei besser gestellt aus die Neukunden. © Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Döbeln. Während einige Versorger die Gaspreise schon heftig erhöht haben, garantieren die Stadtwerke Döbeln stabile Preise. Zumindest bis Ende des Jahres. Ab 1. Januar wird auch Döbelns Energieversorger den Gaspreis erhöhen. Im Gegenzug wird der Strompreis gesenkt.

Die Gaspreiserhöhung fällt moderat aus, sagte Vertriebsleiter Uwe Stefanowsky. Die Kunden müssen ohne Mehrwertsteuer etwa 0.62 Cent mehr pro Kilowattstunde bezahlen. Bei einem Eigenheim mit 20.000 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr sind das etwa 20 Euro mehr im Monat.

Einkaufspreis bis zu dreimal höher

Damit bleiben die Stadtwerke Döbeln deutlich unter den aktuellen Steigerungen beim Einkaufspreis, der sich bis zu verdreifacht hat. Das sei ein Effekt des Beschaffungsmanagements der Stadtwerke, erklärte Stefanowsky. Der Energieversorger kauft sein Gas - und auch den Strom - mit großem Vorlauf ein.

Schon zwei Jahre vorher werden die benötigten Mengen bestimmt und an der Börse eingestellt. Ein Jahr vorher wird damit begonnen, den Bedarf in Tranchen einzukaufen. Damit werde ein akzeptabler Durchschnitt erreicht. "Das können wir nur mit den Kunden planen, die uns treu sind", sagte Stefanowsky. Und deshalb sollen diese Kunden auch profitieren.

Viele Anfragen neuer Kunden

Anders wird das ab Montag für alle Neukunden beim Gas aussehen. Die Stadtwerke Döbeln bekommen verstärkt Anfragen von Leuten, denen andere Lieferanten die Verträge gekündigt haben oder die aufgrund der enorm gestiegenen Preise umsteigen wollen. Allein in den vergangenen 14 Tagen hätten sich etwa 100 potenzielle neue Gaskunden gemeldet, sagte Stadtwerkechef Gunnar Fehnle.

Für diese haben sich die Stadtwerke einen extra Tarif ausgedacht. Im "Fuchsdeal 22" wird der Gaspreis deutlich höher sein als für Stammkunden. Der Grund: Diese zusätzlichen Gasmengen müssen an der Börse zu den aktuell sehr hohen Preisen beschafft werden.

Niedrigere Strompreise ab Januar

Entlastung gibt es für Kunden, die Strom von den Stadtwerken beziehen. Ab 1. Januar werden da die Preise gesenkt. Der Grund ist die abgesenkte Umlage für erneuerbare Energien. Diese Einsparungen wird der Energieversorger an die Kunden weitergeben.

Bei einem Verbrauch von 2.000 Kilowattstunden macht das etwa 15 Euro weniger pro Jahr aus.

Der langfristige Einkauf der Energie bringe für die Stammkunden Sicherheit, sagte Fehnle. "Bei uns geht es nicht um Gewinnmaximierung". An der Strategie wollen die Stadtwerke auch nichts ändern - trotz der derzeit hohen Einkaufspreise. "Die Gaspreise werden wieder runtergehen, auch wenn das alte Niveau wahrscheinlich nicht erreicht wird", sagte Stefanowsky.