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Entsorger aus Mittelsachsen geht gegen Müllsünder vor

Müll landet immer wieder in der Natur, die Kosten für die Entsorgung haben sich enorm erhöht. Jetzt gibt es eine Aktion, bei dem Bürger mithelfen können.

Eine alte Waschmaschine wurde im Frühjahr zwischen Gadewitz und Döschütz entsorgt. Eines von mehreren Müllbeispielen aus der Region Döbeln, das für Ärger sorgt. Nun will der Müllentsorger Abhilfe schaffen.
Eine alte Waschmaschine wurde im Frühjahr zwischen Gadewitz und Döschütz entsorgt. Eines von mehreren Müllbeispielen aus der Region Döbeln, das für Ärger sorgt. Nun will der Müllentsorger Abhilfe schaffen. © Archiv/Jens Hoyer

Mittelsachsen. In Mittelsachsen gibt es zehn Wertstoffhöfe. In den Wohngebieten befinden sich Glas- und Altkleidercontainer und direkt an den Wohnhäusern stehen Restmüll-, Biomüll- , Papier- und Plastikmülltonnen. Und doch passiert es immer wieder: Was die Menschen nicht mehr brauchen, werfen sie in die Natur.

Im Frühjahr hatten sich Unbekannte an einem Feldweg zwischen Gadewitz und Döschütz einer Matratze und eines alten Fernsehers entledigt. Dort lag auch eine Waschmaschine.

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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

In Zschaitz dient immer wieder der Straßengraben in der Nähe der Sandgrube als illegale Müllgrube. Erst vor Kurzem haben Landwirte am Rand einer Wiese bei Roßwein einen Haufen alte Rasengittersteine entdeckt.

Rasengittersteine sind auf einer Wiese bei Roßwein aufgetürmt worden.
Rasengittersteine sind auf einer Wiese bei Roßwein aufgetürmt worden. © Lutz Weidler

Auch Revierförster Dirk Tenzler stellt eine Zunahme illegaler Ablagerungen fest. „Das fängt bei Grünschnitt an, geht übers Katzenklo bis zum Sperrmüll“, sagt er. In Troischau, Mahlitzsch und Hermsdorf stelle er dies besonders häufig fest.

Manch ein Umweltsünder lasse den Beutel mit Bioabfall scheinbar einfach aus dem fahrenden Auto auf die Straße fallen. Dort werde der Abfall breit gefahren „und Waschbär und Co. machen sich darüber her“, sagt Tenzler.

Unlängst habe sogar jemand Reste von Schweinefleisch entsorgt. „In Zeiten, in denen sich die afrikanische Schweinepest immer mehr ausbreitet, halte ich das für sehr bedenklich“, erklärt der Revierförster.

Bußgeld bis zu 100.000 Euro möglich

Jens Irmer, Geschäftsführer der EKM Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen, spricht ebenfalls von einem sehr fragwürdigen Trend. „Die Mengen und die Häufigkeit an wilden Ablagerungen haben im Landkreis stark zugenommen“, sagt er.

Entstanden für die Entsorgung des illegalen Mülls im Jahr 2019 noch Kosten in Höhe von etwa 29.000 Euro, waren es 2020 bereits mehr als 43.700 Euro. „Die Entsorgung von Müll in Wald und Flur stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einem Bußgeld in einer Höhe von bis zu 100.000 Euro geahndet werden“, so Irmer.

In Mittelsachsen werde der Landkreisverwaltung jede illegale Ablagerung mitgeteilt, die der EKM bekannt ist und bei ausreichenden Beweisen angezeigt. „In der Vergangenheit konnten so die meisten Täter überführt werden“, erklärt der Geschäftsführer.

So wie diese junge Frau sollen die Mittelsachsen am 18. September mit anpacken, illegal entsorgten Müll einsammeln und an einer von 150 Sammelstellen im Landkreis abgeben.
So wie diese junge Frau sollen die Mittelsachsen am 18. September mit anpacken, illegal entsorgten Müll einsammeln und an einer von 150 Sammelstellen im Landkreis abgeben. © EKM

Unverständlich sei, dass viele der illegalen Ablagerungen aus Abfällen bestehen, die kostenfrei an den Wertstoffhöfen angenommen werden. Dazu zählten etwa Elektroschrott, Sperrmüll oder Schadstoffe, die beim Zwischenlager für Sonderabfall oder dem Schadstoffmobil abgegeben werden können.

„Uns ist unbegreiflich wie Menschen aus Bequemlichkeit oder Egoismus Tiere, Mitmenschen und unsere Umwelt derartig gefährden können“, so Irmer.

Mitmachaktion der EKM für jedermann

Dass es auch anders geht, soll eine landkreisweite Abfallsammelaktion im Rahmen des internationalen World Cleanup Days beweisen. Unter dem Motto „Mittelsachsen packt’s an!“ sollen die Bürger am 18. September in der Natur liegenden Müll einsammeln und an einer von 150 Sammelstellen im Landkreis abgeben.

Jeweils fünf solcher Sammelstellen befinden sich in Döbeln, Hartha, Kriebstein, Leisnig, Ostrau, Roßwein und Waldheim, vier im Striegistal und zwei in Zschaitz-Ottewig. Auch das Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel beteiligt sich an der Aktion.

Mit dieser soll das Bewusstsein für die Umwelt gestärkt und die Bürger gleichzeitig über die korrekten Wege der Abfallentsorgung informiert werden. An die Freiwilligen werden vor Ort Abfallsäcke und Einmalhandschuhe verteilt – solange der Vorrat reicht. Es können auch eigene Abfallsäcke und Handschuhe mitgebracht werden. Unter allen Teilnehmenden wird ein Erholungswochenende für zwei Personen im Schlosshotel Purschenstein verlost.

Die EKM weist aber noch darauf hin, dass die Aktion eingeschränkt oder abgesagt werden könnte, sollte sich die Pandemielage kurzfristig verschlechtern.

„Mittelsachsen packt’s an!“: 18. September, 9 bis 15 Uhr. Die Übersicht aller Sammelstellen und weitere Infos gibt’s im Internet.

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