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Ideengeber für Döbelner Schule ist geheim

Das Werkstattverfahren für das Schulzentrum Ost ist beendet. Aber wer ist der Sieger? Das weiß selbst die Jury nicht.

Auf dem Gelände der Grundschule Ost wird das neue Schulzentrum entstehen. Ob das alte Schulhaus erhalten bleibt, ist noch nicht klar. Die bisherigen Ideen sprechen eher dagegen.
Auf dem Gelände der Grundschule Ost wird das neue Schulzentrum entstehen. Ob das alte Schulhaus erhalten bleibt, ist noch nicht klar. Die bisherigen Ideen sprechen eher dagegen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Stadt ist mit dem Bau des Schulzentrums Döbeln Ost einen Schritt weiter. Fast jedenfalls, denn der Stadtrat muss in knapp zwei Wochen noch zustimmen. Es gibt aber einen klaren Favoriten für den Gestaltungsentwurf. Die Stadt hatte vier Planungsbüros in ein sogenanntes Werkstattverfahren einbezogen. Ein Gutachterausschuss und am Donnerstag auch der Hauptausschuss haben einen heißen Kandidaten für den Sieg ausgewählt. 

Entwurf 1001 ist der Favorit

Der Entwurf mit der Tarnzahl 1001 kam am besten an. Tarnzahl deshalb, weil die Entwürfe anonym bewertet wurden. Oberbürgermeister Sven Liebhauser war Mitglied des Gutachterausschusses. „Ich weiß selbst nicht, wer hinter dem Entwurf steckt.“ Mit dem Bauplanungsbüro Schroeder und dem Architekturbüro Zache sind zwei Döbelner Architekten vertreten. Dazu kommen Büros aus Dresden und Leipzig. 

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Das Geheimnis, welche Idee die beste ist, wird erst in der Stadtratssitzung in knapp zwei Wochen gelüftet, wenn die Auswahl vom Stadtrat bestätigt wurde.Dem Gutachterausschuss gehörten Vertreter der Verwaltung und externe Fachleute an. Den Vorsitz hatte Professor Matthias Grunwald, ein Experte für Städtebau.

Siegerentwurf überzeugte

Der Siegerentwurf habe durch seine funktionelle Gestaltung überzeugt, sagte Liebhauser. Eine Einfeldersporthalle für die Lernbehindertenschule sei bei diesem ins Schulhaus integriert. Die Grundschule soll die vorhandene Sporthalle weiter nutzen. Der Gutachterausschuss habe auch noch einige Vorschläge für Verbesserungen gemacht, sagte Liebhauser. 

Die Ergebnisse des Wettbewerbs seien allerdings nur Konzepte, wie die Gebäude angeordnet werden, um eine größtmögliche Funktionalität des Schulzentrums zu erreichen. Die Büros sollten noch keine Vorschläge zur Architektur der Gebäude machen, sagte Liebhauser.

Planung kostet eine Million Euro

Bei dem Werkstattverfahren handelt es sich nicht um einen Wettbewerb, der einen Nachfolgeauftrag für den Sieger nach sich zieht. Die Büros waren von der Stadt für ihre Arbeit bezahlt worden. Diese kann die Konzepte für die weiteren Planungen nutzen. Ein europaweites Ausschreibeverfahren dafür sei der nächste Schritt. Die Planungen sollen im kommenden und übernächsten Jahr erfolgen. „Allein die Kosten dafür betragen rund eine Million Euro“, sagte Liebhauser. Auch die am Wettbewerb beteiligen Büros könnten sich für den Auftrag bewerben.

Neubau für Förderschule vorgeschlagen

Im Januar hatte der Stadtrat den Beschluss für den Bau des Schulzentrums in Döbeln Ost gefasst. Vorgesehen ist der Neubau der Grundschule auf einem Gelände, das derzeit vom städtischen Bauhof genutzt wird. Außerdem soll die Lernförderschule vom Schloßberg nach Döbeln Ost umziehen. Ob dafür das alte Schulhaus umgebaut oder ein neues errichtet wird, blieb dabei offen. „Eine Erkenntnis des Werkstattverfahrens war, dass die Entwürfe übereinstimmend den Neubau der Lernförderschule vorschlagen“, sagte Liebhauser.

Die Stadtverwaltung schätzt die Kosten für das Schulzentrum auf etwa 20 Millionen Euro. 60 Prozent der Summe hat die Kommune als Fördermittel zu erwarten. „Bis September kommenden Jahres wollen wir Fördermittel beantragen“, sagte Liebhauser.

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