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Erntebrot bäckt weiter

Gute Nachricht für die derzeit 130 Mitarbeiter: Die Gläubiger und das Gericht haben den Insolvenzplan bestätigt. Der Investor will sich engagieren.

Ein Investorenteam übernimmt jetzt im April die angeschlagene Großbäckerei Erntebrot in Döbeln-Masten. Damit scheinen die 130 Arbeitsplätze und 21 Filialen gesichert.
Ein Investorenteam übernimmt jetzt im April die angeschlagene Großbäckerei Erntebrot in Döbeln-Masten. Damit scheinen die 130 Arbeitsplätze und 21 Filialen gesichert. © Dietmar Thomas

Döbeln. Es sieht so aus, als kommt der Döbelner Backwarenhersteller Erntebrot wieder in sicheres Fahrwasser. Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Großbäckerei zum zweiten Mal Insolvenz anmelden müssen.

Ende 2020 hatte Insolvenzverwalter Thomas Beck mit zwei potenziellen Investoren verhandelt. Der von den Anwälten der Kanzlei Beck erstellte Insolvenzplan ist vom Amtsgericht Chemnitz Ende März bestätigt worden. Das teilte Ilka Striegler, Pressesprecherin des Insolvenzverwalters, in dieser Woche mit.

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Vorausgegangen sei bereits eine mehrheitliche Zustimmung der Gläubiger. „Damit sind wichtige Hürden für einen Neustart bei Erntebrot genommen“, so Ilka Striegler.

Bioprodukte sollen dazukommen

Der Insolvenzplan sehe eine Investorenlösung und den Erhalt von 130 Arbeitsplätzen, des Produktionsstandortes in Döbeln sowie der noch 21 Filialen vor. Zu Beginn der Insolvenz hatte Erntebrot noch 180 Mitarbeiter und mehr als 30 Filialen. Zuerst wurden die defizitären geschlossen.

Das Investorenteam übernimmt das Unternehmen ab Anfang April und arbeitet mit Hochdruck an der Zukunft der Traditionsbäckerei“, stellt die Sprecherin des Insolvenzverwalters in Aussicht.

Auf Details, wer zu besagtem Investorenteam gehört, ging sie in ihrer Erklärung nicht ein. Vielmehr kündigt sie unter anderem Investitionen in den Produktionsstandort in Döbeln und das Filialnetz an. „Zudem sollen neue Produkte mit Bio- und Regionalfokus das Angebot erweitern.“

Marke und Chefin bleiben erhalten

Auf Vertrautes wolle Erntebrot aber auch in Zukunft nicht verzichten. So blieben nicht nur der Rechtsträger und die Marke „Erntebrot“ erhalten. „Auch Elke Lehmann wird als Geschäftsführerin an Bord bleiben. Sie erhält künftig Unterstützung von zwei weiteren operativen Geschäftsführern“, teilt Ilka Striegler weiter mit.

„Ich freue mich, dass unsere Mitarbeiter und Partner in dieser herausfordernden Zeit zu uns gehalten und uns unterstützt haben“, so Elke Lehmann. „Gemeinsam haben wir nun eine Lösung gefunden und können uns mit ganzer Kraft der Aufgabe widmen, Erntebrot in eine neue Zeit zu führen.“ Lehmanns bisheriger Mit-Geschäftsführer Alexander Großmann hat das Unternehmen nach DA-Informationen verlassen.

Für die strukturierte Investorensuche war die Dresdner Unternehmensberatung ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG verantwortlich. Geschäftsführer Simon Leopold blickt erleichtert auf die gefundene Lösung: „Gerade vor dem Hintergrund, dass sich die Verhandlungen zuletzt durch Corona immer wieder verzögerten, sind wir alle sehr froh über das Erreichte. Es ist bemerkenswert, was den Beteiligten hier gemeinsam im Team gelungen ist.“

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