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Brandstiftung an der Döbelner Ziegelstraße

Eine Scheune mit Garagen und ein Haufen Reifen gehen in Flammen auf. Die Tischlerei Landgraf ist danach ohne Strom.

An der Ziegelstraße in Döbeln brannte am Donnerstagabend eine leerstehende Garage. Die Feuerwehr musste mit Wasser von unten und oben löschen.
An der Ziegelstraße in Döbeln brannte am Donnerstagabend eine leerstehende Garage. Die Feuerwehr musste mit Wasser von unten und oben löschen. © Erik-Holm Langhof

Döbeln. Eine Rauchwolke erhob sich am Donnerstagabend über der Ziegelstraße in Döbeln. Die Feuerwehren aus Döbeln und den Ortsteilen wurden gegen 20.40 Uhr alarmiert. Vor Ort entdeckten die Einsatzkräfte zwei Brände etwa 100 Meter von einander entfernt.

Wie Einsatzleiter Steffen Janasek sagte, brannte am Motorrad-Geschäft ein Haufen alter Reifen und etwa hundert Meter weiter stand eine leerstehende Scheune mit Garage auf einer Fläche von 15 mal 25 Metern in Vollbrand.

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THW schiebt Mauern ein

Knapp 50 Einsatzkräfte mit zwölf Fahrzeugen auf dem Stadtgebiet Döbeln kämpften knapp eine Stunde gegen beide Brände, um ein Übergreifen auf nebenstehende Objekte zu verhindern.

Mit der neuen Drehleiter der Feuerwehr Döbeln, die am Donnerstag ihren ersten Einsatz hatte, unterstützte ein Feuerwehrmann die Löscharbeiten ebenso von oben. Auf Anfrage bestätigte Janasek, dass der erste Nutzung im Ernstfall ohne Probleme verlief.

Direkt am Anfang der Ziegelstraße brannte auf einem Hof ein Haufen mit alten Autoreifen.
Direkt am Anfang der Ziegelstraße brannte auf einem Hof ein Haufen mit alten Autoreifen. © Erik-Holm Langhof
Weiter hinten kämpften mehrere Feuerwehrleute mit dem Brand einer leerstehenden Garage.
Weiter hinten kämpften mehrere Feuerwehrleute mit dem Brand einer leerstehenden Garage. © Erik-Holm Langhof
Etwa 50 Einsatzkräfte mit zwölf Fahrzeugen waren vor Ort.
Etwa 50 Einsatzkräfte mit zwölf Fahrzeugen waren vor Ort. © Erik-Holm Langhof
Für Probleme sorgte die Löschwasserversorgung.
Für Probleme sorgte die Löschwasserversorgung. © Erik-Holm Langhof
Nur noch verkohlte Reste waren vom Strom-Anschlusskasten übrig. Die Tischlerei Landgraf konnte nicht arbeiten.
Nur noch verkohlte Reste waren vom Strom-Anschlusskasten übrig. Die Tischlerei Landgraf konnte nicht arbeiten. © Jens Hoyer
Beim Motorradhändler wurde ein Haufen Altreifen in Brand gesteckt.
Beim Motorradhändler wurde ein Haufen Altreifen in Brand gesteckt. © Jens Hoyer
Nur 20 Meter entfernt von der Produktionshalle der Firma Landgraf wüteten die Flammen in einer alten Scheune.
Nur 20 Meter entfernt von der Produktionshalle der Firma Landgraf wüteten die Flammen in einer alten Scheune. © Jens Hoyer

Die Scheune brannte komplett nieder, der Haufen mit Autoreifen konnte gelöscht werden. Bei dem leerstehenden Gebäude folgten Nachlöscharbeiten bis in die Nacht.

Aufgrund der Instabilität der Garage wurde im Anschluss auch das Technische Hilfswerk aus Döbeln mit einem Radlader alarmiert, um die Gebäudewände einzuschieben. Gerufen wurden auch die Stadtwerke, um eine Oberleitung sowie einen Stromverteilerkasten außer Betrieb zu nehmen. Verletzt wurde bei den Bränden niemand.

Erschwert wurden die Löscharbeiten jedoch durch die schwierige Wasserversorgung. Die Feuerwehrleute mussten den Amselgrundbach anstauen, da es vor Ort nur einen Hydranten gab.

Betrieb ohne Strom

Am nächsten Tag stand Tischlermeister Ekkehard Landgraf neben den verkohlten Resten des Strom-Anschlusskastens. Nur etwa 20 Meter neben seiner erst wenige Jahren alten Fertigungshalle hatten die Flammen in der Scheune gewütet. Der Anschlusskasten war direkt den Flammen ausgesetzt.

Landgraf schätzt den Schaden fünfstellig ein. Der Betrieb konnte am Freitag nicht produzieren. „Wir haben die Werkstatt aufgeräumt, geschaut, was kaputt ist und hier und da gepinselt“, sagte er. Mitarbeiter der Stadtwerke und der Firma Beyer & Lohs aus Frankenberg, mit denen Landgraf schon lange zusammenarbeitet, waren am Freitag gleich an die Behebung des Schadens gegangen.

Viel Glück gehabt

Landgraf wohnt direkt neben der Brandstelle und hatte den Einsatz direkt mitbekommen. Als die Feuerwehr anrückte, um den Reifenstapel zu löschen, habe seine Frau das Feuer in der Scheune direkt neben dem Betrieb bemerkt. Der Tischlermeister hatte große Sorgen, dass das Feuer übergreifen könnte. „Wir hatten viel Glück. Es hätte schlimmer kommen können, wenn der Wind stärker gewesen wäre“, sagte er.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft Hinweise von Zeugen auf eine Personengruppe, die sich auf dem Gelände aufgehalten hatte. Diese soll Pyrotechnik gezündet haben. Zur Höhe des Sachschadens lägen noch keine Angaben vor, so die Polizei.

Erst im Februar vorigen Jahres hatte es in einem anderen der ungenutzten Gebäude auf dem Gelände an der Ziegelstraße gebrannt. Das Gelände, das früher eine Ziegelei und später Bauhof war, liegt seit Jahrzehnten brach und gehört einer Erbengemeinschaft. Ende des Monats soll es in Chemnitz zwangsversteigert werden.

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