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Feuerwerk: Nicht nur zu Silvester tote Hose

Für Thomas Rost war das Corona-Jahr ein Komplettausfall. Nicht nur wegen des Verkaufsverbots am Jahresende.

Seit zehn Jahren hat Thomas Rost, hier auf einem Archivbild, im WelWel Feuerwerk verkauft. Im Corona-Jahr ist nicht nur das ausgefallen.
Seit zehn Jahren hat Thomas Rost, hier auf einem Archivbild, im WelWel Feuerwerk verkauft. Im Corona-Jahr ist nicht nur das ausgefallen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Der Abschluss des Jahres ist für Thomas Rost genauso enttäuschend wie der Rest des Krisenjahres 2020. Der professionelle Döbelner Feuerwerker wollte es zum Jahresende noch mal richtig krachen lassen. Aber es gibt auch für Profis keine Ausnahme. „Die Behörde hat das Feuerwerk untersagt. Ich werde mich nicht mit ihr anlegen“, sagte Rost.

Seit 2003 ist Rost mit seiner Firma Boombastic Fireworks auf Festen und privaten Feiern unterwegs. Seit zehn Jahren verkauft er auch immer zu Silvester Feuerwerk im Döbelner WelWel. Mit Vorführung der besten Effekte. „In diesem Jahr wollten wir eigentlich diese zehn Jahre feiern“, sagte er. Aber auch aus dem Verkauf von Böllern, Feuerwerksbatterien und Raketen wurde nichts. Auch das ist untersagt worden. „Wir werden den Laden ausräumen und das Feuerwerk einlagern und im nächsten Jahr verkaufen. Zum Glück war die Ware bezahlt, sodass wir da keine Schulden haben“, sagte Rost. „Wir hoffen, dass es im kommenden Jahr wieder normal läuft.“

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Fast alle Feuerwerke abgesagt

Dieses Jahr lief es alles andere als normal. Eigentlich wäre der Feuerwerker jedes zweite Wochenende auf einem Stadt- oder Dorffest oder einer privaten Feier gewesen, um die schönsten Effekte in den Nachthimmel zu jagen. Praktisch alles war wegen Corona abgesagt worden. Bis auf eine Feier im Oktober. „Da war es erlaubt, dass privat 100 Personen zusammenkommen dürfen“, sagte Rost. Ein einmaliger Glücksfall.

Im nächsten Jahr hofft der Feuerwerker auf ein Heimspiel. Bei den vorigen Heimatfesten in Döbeln war er immer beim großen Abschlussfeuerwerk zum Zuge gekommen. Und er hofft, dass es auch dieses Mal so ist. „Die Frage ist, ob dann wieder Feste mit weit über 1.000 Personen zugelassen werden“, sagte Rost.

Trübsal mag der Feuerwerker auch in den schweren Zeiten nicht blasen. Zumal er nicht allein vom Feuerwerk abhängig ist, sondern sich den Hauptteil seines Einkommens als Servicetechniker verdient. „Aber 30 bis 35 Prozent macht das Feuerwerk aus“, sagte er. Rost gestaltet nicht nur Feuerwerke, gern auch nach Musik, und sorgt für effektvolle Bühnenshows. Ab kommendem Jahr, so erzählte er, will er sich auch noch einem dritten Gebiet zuwenden: Nämlich Spezialeffekten, realistischen Darstellungen etwa bei Einsatzübungen der Feuerwehr.

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