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WGF rüstet Döbelner Wohnungen auf

In diesem Jahr werden Wohnungen an der Unnaer Straße von der Wohngenossenschaft Fortschritt modernisiert. Was genau passiert.

Der lange Wohnblock an der Unnaer Straße war Mitte der 1990er-Jahre teilsaniert worden. Jetzt plant die Wohnungsgenossenschaft eine umfassende Modernisierung.
Der lange Wohnblock an der Unnaer Straße war Mitte der 1990er-Jahre teilsaniert worden. Jetzt plant die Wohnungsgenossenschaft eine umfassende Modernisierung. © Jens Hoyer

Döbeln. Mietpreisbremse? Für die Wohnungsgenossenschaft Döbeln ist das kein Thema. „Wir sind im Durchschnitt unter fünf Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete“, sagte Vorstand Tino Hütter. Dabei reicht die Spanne von Wohnungen mit einfachem Standard unter vier Euro bis 8,50 Euro Kaltmiete für die neu gebauten und gut ausgestatteten Wohnungen in den „Stadtvillen“ im Wohngebiet Sonnenterrasse.

Allerdings wird der Anteil der einfachen und schlicht sanierten Wohnungen auch in diesem Jahr weiter abnehmen. Die größte Investition plant die Genossenschaft in ihren Häusern in Döbeln Ost II an der oberen Unnaer Straße.

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Aufzüge in Döbelner Mietshäusern sind attraktiv

Zwei oder drei Aufgänge, also 20 bis 30 Wohnungen, sollen dort nicht nur der üblichen Komplexsanierung unterzogen werden. Die Genossenschaft plant den Einbau von Aufzügen, um auch die Wohnungen in der vierten und fünften Etage attraktiv zu machen. Aufzüge seien nicht nur für ältere, sondern auch bei jüngeren Mietern gefragt, sagte Vorstand Sven Viehrig.

Mit Aufzügen hatte die Genossenschaft schon an anderen Häusern Erfahrungen gesammelt. Doch endeten die immer auf der halben Treppe. Jetzt sollen die Lifte jeweils auf den Etagen halten, was die Sache deutlich aufwendiger macht. „Fahrstuhl auf der halben Treppe ist für den Mieter mit Rollator keine Option“, meinte Hütter.

Komplexsanierungen in Döbeln-Ost I

Es seien zwei Varianten im Gespräch: Der Einbau ins Treppenhaus, was sehr aufwendig und nur bei leer gezogenen Häusern möglich ist. Oder der Anbau an die Fassade, wofür aber jeweils ein Raum einer Wohnung als Zugang pro Etage geopfert werden müsste. Die Entscheidung, welche der beiden Variante realisiert wird, sei noch nicht getroffen.

Welche dieser Häuser derart umgebaut und saniert werden, dazu wollten sich die Vorstände noch nicht äußern. „Wir konnten wegen Corona noch nicht mit den Mietern sprechen“, sagte Hütter. Das soll jetzt im Frühjahr nachgeholt werden. Dann könnten auch individuellen Wünsche der Mieter berücksichtigt werden.

Ein Teil der Wohnungen war wohlweißlich nicht wieder vermietet worden. Denn Veränderungen am Grundriss seien nur bei unbewohnten Wohnungen möglich. Wohnküchen, größere Bäder und Flure seien besonders bei jüngeren Mietern gefragt. Die Unnaer Straße sei für Familien attraktiv, sagte Viehrig. „Was ist besser, als direkt neben der Schule zu wohnen und kurze Wege zu haben.“

In Döbeln Ost I will die Wohnungsgenossenschaft die letzten unsanierten Häuser an der Käthe-Kollwitz-Straße einer Komplexsanierung unterziehen. Trockenlegung, Fassade neu, Balkone, Stellplätze. Zwei Wohnblöcke mit insgesamt sechs Aufgängen. „Wir sind mit den Planungen noch nicht durch“, sagte Viehrig.

„Vielleicht wird sich die Sanierung über zwei Jahre erstrecken. Wir werden die Mieter rechtzeitig informieren.“ Auch in diesem Falle seien bei leeren Wohnungen Änderungen an den Grundrissen möglich. „Das ist aber nicht bei allen Wohnungen sinnvoll. Viele Mieter nehmen auch die alten Grundrisse an.

2,5 Millionen Euro investiert die WGF

“Die genaue Höhe der Investitionen ist noch nicht klar, sagte Hütter. Etwa die Größenordnung vom vergangenen Jahr, vielleicht ein bisschen mehr – denn auch die Baupreise sind gestiegen. Im vergangenen Jahr hatte die Genossenschaft rund 1,5 Millionen Euro investiert. Unter anderem wurde die ehemalige Verwaltung an der Blumenstraße zu Wohnungen ausgebaut und die Komplexsanierung von zwei Häusern an der Blumenstraße realisiert.

Dazu kommen noch einmal rund eine Million Euro für den Umbau und die Sanierung von 150 einzelner Wohnungen im Bestand, sagte Viehrig. Das sei in diesem Jahr wieder vorgesehen, auch in den Häusern der Genossenschaft in Hartha. „Dort schaffen wir zum Beispiel in der Gartenstraße 10 eine Maisonette-Wohnung“, sagte Hütter.

Verwaltung für Besucher geschlossen

Diese Arbeiten werden von den eigenen Handwerker und Partnerfirmen ausgeführt. Mit Letzteren arbeite die Genossenschaft angesichts knapper Handwerkerkapazitäten eng zusammen. „Wir setzen uns Anfang des Jahres zusammen und besprechen, was ansteht, damit die Partner planen können“, sagte Hütter.

Corona hat die Genossenschaft fest im Griff, behindert die Arbeit aber nicht über Gebühr. Die Verwaltung ist für Besucher zwar geschlossen, die Kommunikation mit den Mietern über Telefon und E-Mail habe sich aber gut eingespielt, sagte Hütter. In Kurzarbeit sei niemand gegangen, ein Teil der Mitarbeiter habe von zu Hause gearbeitet. „Im ersten Lockdown hatte der Badumbau bei älteren Mietern kurzzeitig stagniert, weil sowohl die Mieter als auch wir das besser fanden“, so Hütter. Wohnungsabnahmen- und -übergaben können stattfinden.

107 Wohnungen neu vermietet

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Und auch mit der Zahl der Vermietungen ist die Genossenschaft zufrieden. Im vergangenen Jahr waren 107 Wohnungen neu vermietet worden und hatte es 33 interne Umzüge von Mietern gegeben. Aus 125 Wohnungen waren Mieter ausgezogen, wobei wegen anstehender Umbauten nicht alle Wohnungen wieder neu vermietet werden sollten. Die Leerstandquote liegt mit reichlich fünf Prozent etwa auf der des Vorjahres, sagte Hütter.

Was gar nicht geht, ist die Vermietung von Einraumwohnungen. Diese sollen möglichst im Zuge des Umbaus anderen Wohnungen zugeschlagen werden, sagte Viehrig.

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