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Sächsische.de-Fotograf schießt bestes Lokalfoto

Dietmar Thomas aus Hartha hat beim Fotowettbewerb „blickpunkt“ einen ersten Preis gewonnen. Nicht nur darauf ist er stolz.

Dietmar Thomas ist Fotograf für Sächsische.de und den Döbelner Anzeiger. Beim Fotowettbewerb "blickpunkt" hat er den ersten Preis in der Kategorie "Bestes Lokalfoto 2020" gewonnen.
Dietmar Thomas ist Fotograf für Sächsische.de und den Döbelner Anzeiger. Beim Fotowettbewerb "blickpunkt" hat er den ersten Preis in der Kategorie "Bestes Lokalfoto 2020" gewonnen. © SZ-Montage: Frank Korn, Dietmar Thomas

Döbeln/Hartha. Den Mittwochabend hat sich DA-Fotograf Dietmar Thomas bewusst frei gehalten. Die Auszeichnungsfeier zum „Pressefoto des Jahres“ stand an. Überrascht sei er dann aber doch gewesen, als sein Foto ausgezeichnet wurde, so Thomas.

In der Begründung der Jury heißt es: "Dietmar Thomas aus Hartha gewinnt mit seinem Bild des Westewitzer Forstes den Preis in der Kategorie ‚Lokalfoto des Jahres‘. Es zeigt aus der Vogelperspektive einen von Trockenheit und Borkenkäfern geplagten Fichtenwald und einen Harvester, der die gefällten Stämme in transportable Größen sägt. Das Bild mit dem Titel „Der Wald stirbt“ überzeugt einerseits handwerklich, zeigt anderseits auf eindrucksvolle Weise die traurige Realität in sächsischen Forstrevieren."

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Er freue sich besonders darüber, dass dieses Foto gewonnen hat. „Das Thema interessiert mich auch privat sehr. Ich bin gern in der Natur unterwegs, ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Es macht mich betroffen, wie sich der Zustand der Wälder in den vergangenen Jahren verschlechtert hat“, so Thomas.

Seit 30 Jahren als Pressefotograf unterwegs

Als Pressefotograf bemühe er sich, den Lesern einen Blickwinkel auf Motive und Situationen zu verschaffen, die sie im Normalfall nicht bekommen. „Bei diesem Foto habe ich mit der Drohne von oben fotografiert, wodurch der Zustand dieses Waldstücks noch dramatischer zur Wirkung kommt“, so Thomas.

Das Fotografieren hat ihn schon immer begeistert. Seine ersten Versuche startete er mit einer EXA 1a, einer Spiegelreflexkamera von seinem Vater. Ab der 5. Klasse besuchte er die Arbeitsgemeinschaft „Junge Fotoreporter“. Wolfgang Berger, sein Physiklehrer an der Julius-Fučík-POS in Hartha, habe ihn damals gefördert.

Dietmar Thomas aus Hartha hat mit dem Foto "Der Wald stirbt" beim Fotowettbewerb „blickpunkt“ in der Kategorie "Bestes Lokalfoto" gewonnen.
Dietmar Thomas aus Hartha hat mit dem Foto "Der Wald stirbt" beim Fotowettbewerb „blickpunkt“ in der Kategorie "Bestes Lokalfoto" gewonnen. © Dietmar Thomas

Seit 30 Jahren ist Dietmar Thomas als Fotograf für den Döbelner Anzeiger und Sächsische.de unterwegs. Wochentags, am Wochenende und auch nachts, wenn es darauf ankommt. „Kollege Dirk Westphal sprach mich damals an. Seitdem bin ich dabei“, so Thomas.

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Beeindruckend sind für den Fotografen immer wieder Personen der Zeitgeschichte, die er vor die Linse bekommt. So erinnert er sich an einen Termin, bei dem er den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) im Oderbruch fotografiert hat. Oder an eine Reportage, als er nachts mit einem Polizeiauto mitgefahren ist. „Die Beamten waren auf der Jagd nach Verbrechern“, erinnert er sich.

Früher Dunkelkammer-Entwicklung, heute Smartphone

Emotional war es für Dietmar Thomas, als er auf der Autobahn bei Mutzschen einen schweren Unfall fotografierte. Die Eltern starben bei dem Unfall, die beiden Kinder mussten schwer verletzt ins Krankenhaus. „Ich sehe heute noch vor mir, wie die leeren Kindersitze auf der Fahrbahn lagen. Damals war ich selbst gerade zum ersten Mal Vater geworden“, so Thomas.

Aber natürlich gab es auch viele glückliche Momente. Einer davon war auf dem Harthaer Brunnenfest 2019. Damals fotografierte er seine Tochter Marie, die mit ihrer Band „Frogs“ dort spielte. Auch nach 30 Jahren macht ihm die Arbeit immer noch Spaß. „Ich bin immer noch vom Fotografenfieber gepackt. Ich freue mich, wenn ich dazu beitragen kann, unsere Leser umfassend zu informieren“, sagt Thomas.

Mit seiner Drohne ist Dietmar Thomas häufiger unterwegs. Auch das Siegerfoto ist mit ihr entstanden.
Mit seiner Drohne ist Dietmar Thomas häufiger unterwegs. Auch das Siegerfoto ist mit ihr entstanden. © Archiv/Lutz Weidler

Im Laufe der Jahre haben sich die Technik und die Arbeitsweise stark verändert. Früher habe er die Bilder noch in der Dunkelkammer selbst entwickelt. Heute gehören neben der Kamera auch Smartphone und Notebook zu den Arbeitsmitteln. „Wenn es erforderlich ist, werden Fotos und Informationen direkt vom Einsatzort in die Redaktion gesendet, um diese Minuten später online veröffentlichen zu können.“

Leidenschaft an den Sohn abgegeben

Er sei dankbar, diese Entwicklung mitgemacht zu haben. „Ich muss mich aber ganz schön dahinterklemmen, um immer mit der Entwicklung der Technik mitzuhalten“, weiß der 52-Jährige.

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Dietmar Thomas ist Vater von drei Kindern, zwei Mädchen und einem Jungen. Seit über 40 Jahren wohnt er in Hartha. Nach der 10. Klasse hat er Instandhaltungsmechaniker im Motorradwerk Zschopau (MZ) gelernt. „Auch wenn es keine MZ mehr ist, fahre ich immer noch gern Motorrad“, so Thomas.

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