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Döbeln

Für die Kartoffelernte ist es zu warm

Seit Anfang September holt der Landhof der Agrar AG Ostrau die Knollen aus der Erde. Doch die Ernte läuft sehr langsam an.

Ben besucht die dritte Klasse in der Ostrauer Grundschule. Am Donnerstag durfte er bei der Kartoffelernte der Agrar AG Ostrau dabei sein.
Ben besucht die dritte Klasse in der Ostrauer Grundschule. Am Donnerstag durfte er bei der Kartoffelernte der Agrar AG Ostrau dabei sein. © Lars Halbauer

Ostrau. Dominic aus der dritten Klasse ist sich sicher. Die Kartoffeln werden mit einer Grabegabel oder einer Hacke aus dem Boden geholt. Das hat er so schon gesehen. Doch diese Variante der Kartoffelernte kann der Landhof der Ostrauer Agrar AG Ostrau auf seinen riesigen Flächen nicht umsetzen. 

Hier ist eine riesige Rodemaschine im Einsatz. Davon überzeugt sich Dominic mit seinen Mitschülern beim Feldtag. Zu diesem lädt Chef des Landhofes Wolfram Hirsch seit mehr als zehn Jahren die Drittklässler der Grundschule ein.

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Auf einem Feld bei Auerschütz zieht ein Kartoffelroder seine Bahnen. Es stiebt mächtig gewaltig, denn der Boden ist sehr trocken. Neben dem Kartoffelroder fährt ein Traktor. Auf dessen Hänger werden die geernteten Kartoffeln mithilfe eines Förderbandes geladen. Zunächst bunkert der Roder vier bis fünf Tonnen, bevor sie auf den Hänger kommen. 

Ausblick vom Kartoffelroder

Der bringt dann die Kartoffeln in die Halle am Standort in Wutzschwitz. Der Fahrer des Roders, Michael Stiller, erklärt den Drittklässlern, wie die Maschine funktioniert. Begeistert sind die Kinder, als sie auf das Fahrzeug steigen und es von oben betrachten dürfen.

Valerie und Jasmin haben zwar im Unterricht schon viel über Kartoffeln und deren Anbau erfahren, aber auf einem Feld waren sie noch nicht. Neu ist ihnen deshalb auch, wie die Kartoffeln geerntet werden. 

Die sind in diesem Jahr etwas kleiner. Denn das Wasser hat in der Wachstumsperiode gefehlt. „Dafür stimmt die Qualität“, so Winfried Hunold. Als ehemaliger Abteilungsleiter Kartoffeln beim Landhof kennt er sich aus. Deshalb ist der Rentner in der Zeit des Ausbringens und der Ernte wieder im Dienst. 

Preise für die Kartoffeln sind entscheidend

Hunold rechnet damit, dass die Erträge in diesem Jahr etwas besser als im vergangenen sind. „Ob die Ernte gut war oder schlecht, können wir erst sagen, wenn alle Kartoffeln aus der Erde sind. Letztendlich ist der Preis entscheidend, den wir dafür bekommen“, so Winfried Hunold. 

Und der könnte in diesem Jahr etwas niedriger ausfallen, weil es in den Hauptanbaugebieten mehr geregnet hat, und deshalb der Ertrag größer ist. Gibt es mehr Kartoffeln auf dem Markt, sinkt der Preis, den die Landwirte erhalten.

Bei trockenem Wetter  ist die Kartoffelernte eine staubige Angelegenheit. Warum das so ist, erklärt der Chef des Landhofes der Agrar AG Ostrau  den Drittklässlern. 
Bei trockenem Wetter  ist die Kartoffelernte eine staubige Angelegenheit. Warum das so ist, erklärt der Chef des Landhofes der Agrar AG Ostrau  den Drittklässlern.  © Lars Halbauer
Auch die Mädchen sind von der Technik, die bei der Kartoffelernte zum Einsatz kommt, begeistert. 
Auch die Mädchen sind von der Technik, die bei der Kartoffelernte zum Einsatz kommt, begeistert.  © Lars Halbauer

Anfang September hat die Kartoffelernte auf den Feldern in der Region begonnen. Allerdings versuchen die Ostrauer, die Ernte wegen der hohen Temperaturen etwas hinauszuzögern. Sie beginnen mit dem Roden in den zeitigen Morgenstunden und hören am Mittag auf.

 „Wenn die Außentemperaturen 32 Grad betragen, dann sind es in den Dämmen 45 Grad. Die Kartoffeln sind dann genauso warm“, sagt Hunold. Es würde zu viel Energie gebraucht, um die Kartoffeln auf eine Lagertemperatur herunterzukühlen. Die liegt im November bei vier bis sechs Grad. 

Knolle in drei Kategorien

Wichtig ist das, damit die Kartoffeln nicht keimen, denn der Einsatz von Keimhemmern ist verboten. „Wir wollen die Kartoffeln so spät wie möglich ernten. Da wir allerdings nicht wissen, wie das Wetter im Oktober ist, haben wir mit dem Roden verhalten begonnen“, sagt Hunold. 

Er rechnet damit, dass die Ernte der Kartoffeln etwa am 10. Oktober abgeschlossen ist. Kartoffeln werden je nach Stärkegehalt in drei verschiedene Kategorien unterteilt: festkochend, vorwiegend festkochend und mehlig kochend. 

Je mehr Stärke eine Kartoffel enthält, desto lockerer wird sie beim Kochen. Mehlige Kartoffeln sind demnach trockener und weicher als die festkochende Variante. Diese ist schnittfest und saftig und hat einen kernigen Biss sowie eine feine Struktur.

Bei der Agrar AG werden die mehligen Sorten Gunda und Afra, die vorwiegend festkochenden Gala und die rotschalige Laura sowie die festkochende Anuschka produziert. Im vergangenen Jahr hat der Betrieb die neue mehlige Sorte Nixe angebaut.

Diese Sorten werden auch in verschiedenen Abpackungsgrößen in der Halle in Wutzschwitz für die Kunden angeboten. Auch Futterkartoffeln gibt es.Die Drittklässler schauen sich den Weg, den die Kartoffeln vom Traktoranhänger in die Verpackung nehmen, an. 

Kein Quark zum Abschluss des Feldtages

Zunächst kommen die Knollen in die Annahmewanne. Von dort aus werden sie auf Förderbändern in die Einlagerungshalle transportiert und dann in Säcke gepackt. Das läuft alles automatisch.

Valerie und Jasmin sind beeindruckt. Valerie und Jasmin sind beeindruckt. Viel haben sie beim Feldtag über die Kartoffeln und deren Ernte von Landhof-Mitarbeiterin Peggy Ruhnold und Wolfram Hirsch erfahren.

 Gäbe es kein Corona, hätten die Schüler noch die Kartoffeln mit Quark oder Leberwurst verkosten können. Doch ist zurzeit nicht möglich.

Die Ostrauer vermarkten ihre Kartoffeln im Hofladen, beliefern Händler und verschiedene Märkte in der Region. Ein Großteil der Ernte geht an das Kartoffellagerhaus in Falkenhain, der wiederum an große Händler liefert.

Das bietet das diesjährige Kartoffelfest in Ostrau

Zum Kartoffelfest am Sonnabend können die Gäste an zwei Ständen der Agrar AG Ostrau Kartoffeln verkosten. In der Zeit von 10 bis 16 Uhr gibt es zu den verschiedenen Kartoffelsorten traditionell Quark. Außerdem bietet Winfried Hunold zwei Thai-Gerichte mit Kartoffeln an.

Wer Kartoffeln kaufen will, hat am Eingang des Parkplatzes dazu Gelegenheit. Auf dem Markt bietet die Bio-Gärtnerei außerdem Obst und Gemüse an. Es gibt Produkte der Laaser Fleischerei, Blumen und Haushaltswaren.

Das vollständige Programm des Kartoffelfestes finden Sie hier.

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