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Funktionstest auf die harte Tour

Das Verteilerwehr in Döbeln hat sich bei höherem Wasserstand wie vorgesehen geöffnet. Für die Baustelle war das nicht so gut.

Nicht zum ersten Mal seit Beginn der Arbeiten am Flutschutz in Döbeln ist eine Baustelle überflutet worden. Die Baufirma hatte sie zuvor geräumt. Auch bauzeitliche Rampen und Arbeitsplateaus hatte es keine mehr gegeben.
Nicht zum ersten Mal seit Beginn der Arbeiten am Flutschutz in Döbeln ist eine Baustelle überflutet worden. Die Baufirma hatte sie zuvor geräumt. Auch bauzeitliche Rampen und Arbeitsplateaus hatte es keine mehr gegeben. © Jens Hoyer

Döbeln. Zum wiederholten Mal hat der Flutgraben der Mulde in Döbeln die Probe auf den Ernstfall bestanden. In der Nacht zum Sonnabend hatte sich das Klappenwehr am Schloßberg geöffnet und damit den Nordarm der Mulde entlastet. Das passiert automatisch, wenn etwa 33 Kubikmeter Wasser pro Sekunde an Döbeln vorbeiströmen. „Das ist die dreifache Wassermenge des mittleren Jahresdurchflusses“, sagte John-Philipp Müller, Projektleiter für den Ausbau der Flutmulde bei der Landestalsperrenverwaltung.

Alarmstufe nicht erreicht

Ein richtiges Hochwasser war der Anstieg der Mulde aber noch nicht. Die Alarmstufe 1 war noch nicht erreicht worden und selbst diese sei für Döbeln nicht kritisch, sagte Müller. Am Sonnabend rauschten im Maximum etwa 64 Kubikmeter pro Sekunde die Mulde herunter. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr mit seiner extremen Trockenheit waren es oft weniger als zwei Kubikmeter.

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Müller freut sich, dass das Wehr einwandfrei funktioniert hat. Allerdings hätte er sich diesen Test zu einem anderen Zeitpunkt gewünscht. Denn die Baustelle im letzten Abschnitt der Flutmulde ist geflutet worden. Das hatte es lange nicht gegeben. Zum letzten Mal im Januar vor zwei Jahren, dann allerdings gleich mehrere Male, wie Müller sagte.

Schäden noch nicht sichtbar

Ob es Schäden gegeben hat und wie groß diese sind, kann Müller noch nicht einschätzen. „Das müssen wir uns anschauen, wenn das Wasser abgepumpt ist. Das kann ein paar Tage dauern.“

Die Baufirma ist gerade dabei, die Sole des Flutgrabens zu pflastern. Ein Teil sei schon fertig. Die für den Bau notwendigen Aufschüttungen waren schon aus der Mulde abgefahren worden, so Müller. Derzeit fährt die Baufirma noch das Material ab, das durch die Verbreiterung der Flutmulde anfällt.

Am Montagvormittag hatte sich das Verteilerwehr wieder komplett geschlossen, nachdem der Muldepegel zurückgegangen war. Mitarbeiter der Flussmeisterei hätten danach kontrolliert, dass auch die Rückbewegung der Klappen einwandfrei funktioniert hat, so Müller.

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