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Gläserne Ölmanufaktur in Gadewitz

Familie Horlacher vom Hofgut Gadewitz hat große Pläne. Die stellte sie Sachsens Landwirtschaftsminister vor.

Maja und Dieter Horlacher vom Hofgut Gadewitz haben für die Zukunft Pläne. Sie stellen seit 2006 Öl aus selbst angebauten oder aus der Region stammenden Saaten her.
Maja und Dieter Horlacher vom Hofgut Gadewitz haben für die Zukunft Pläne. Sie stellen seit 2006 Öl aus selbst angebauten oder aus der Region stammenden Saaten her. © Dietmar Thomas

Großweitzschen. Das Hofgut Gadewitz hat sich einen Namen in der Region gemacht. Es ist zu einem Kleinod in der ländlichen Region geworden. Seit dem Jahr 2006 gibt es im Vierseithof einen Hofladen und eine Ölmühle. Beides findet immer größeren Zuspruch.

So sah es auch der Landwirtschaftsmister Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) „Das ist ja hier ein wahres Paradies“, sagte er, als er auf den Hof spaziert kam. Familie Horlacher, die Eigentümer des Hofgutes Gadewitz, stellte ihm die Ölproduktion vor und erzählte, wie künftig die Ölmühle, die sich bisher in nur einem Raum befindet, weiterentwickelt und die Produkte besser vermarktet werden sollen.

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Bisher werden die Speiseöle aus Raps, Sonnenblumen, Öllein, Leindotter, Mohn, Walnüssen und Hanf in Handarbeit hergestellt. Lediglich eine elektrische Ölpresse steht Maja und Dieter Horlacher dafür zur Verfügung.

„Wir pressen nur kalt, damit der intensive Geschmack und die Vitamine erhalten bleiben. Dadurch entsteht ein qualitativ hochwertiges Öl“, so Dieter Horlacher. Abgefüllt und etikettiert wird ebenfalls in Handarbeit – wie in einer Manufaktur.

Nachfrage ständig gestiegen

„Unsere Speiseöle haben wir bis jetzt fast nur im Hofladen vertrieben. Die Nachfrage steigt ständig. Wir haben auch einen Kundenstamm, der sich unser Öl schicken lässt. Darüber freuen wir uns sehr, stoßen dabei aber auch an unsere Grenzen“, sagte Maja Horlacher.

Hoch im Kurs stehe bei den Kunden das Leindotteröl, weil es geschmacklich etwas milder sei. Das Mohnöl ist etwas für Liebhaber. Walnussöl gibt es in kleinen Mengen, da nur die Ernte der vier hauseigenen Nussbäume gepresst wird. Hergestellt werden nur geringe Mengen, damit das Öl auch immer frisch ist.

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Anfragen von anderen Direktvermarktern mussten wir bisher aus Kapazitätsgründen absagen. Aus diesen Gründen haben wir schon länger überlegt, die Speiseölerzeugung auszubauen, effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten. Wir wollen unsere Produkte auch über einen Webshop anbieten“, so Dieter Horlacher.

Landwirtschaftsmister Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) war zu gast bei Familie Horlacher im Hofgut Gadewitz.
Landwirtschaftsmister Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) war zu gast bei Familie Horlacher im Hofgut Gadewitz. © Dietmar Thomas
Bisher werden die Speiseöle aus Raps, Sonnenblumen, Öllein, Leindotter, Mohn, Walnüssen und Hanf in Handarbeit hergestellt.
Bisher werden die Speiseöle aus Raps, Sonnenblumen, Öllein, Leindotter, Mohn, Walnüssen und Hanf in Handarbeit hergestellt. © Dietmar Thomas
Im Hofladen gibt es nicht nur Öl, sondern auch viele regionale Produkte.
Im Hofladen gibt es nicht nur Öl, sondern auch viele regionale Produkte. © Dietmar Thomas

Zuvor muss allerdings investiert werden. Technik zur Erweiterung der Presskapazität der Mühle, zum Abfüllen, Verschließen und Etikettieren der Flaschen sowie neue Reinigungstechnik für die Saaten soll angeschafft werden. Benötigt werden auch mehr Lagerungsmöglichkeiten für die Saaten, den Presskuchen, das Öl, die Flaschen, Verpackungsmaterial und andere Betriebsmittel. Die Räume sind in der großen Scheune vorhanden, müssen aber entsprechend ausgebaut werden.

Erlebnisbereich für die Gäste

Doch es geht nicht nur um die Produktion und den Verkauf des Öles. „Wir wollen unsere Besucher einen Erlebnisbereich bieten, den sie selbstständig erobern können“, sagte Maja Horlacher. In einer Ausstellung sollen künftig die verschiedenen Schritte vom Anbau der Saaten bis zum fertigen Speiseöl gezeigt werden.

Es wird verschiedene Info- und Sinnesstationen geben – die Besucher sollen riechen, fühlen, schmecken können. „Wir wollen damit das Bewusstsein für dieses hochwertige Lebensmittel aus der Region schärfen“, so Maja Horlacher. Das vorhandene Fachwerk der Scheune bleibt beim Umbau erhalten. Aber es soll auch viel Glas zum Einsatz kommen.

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So können die Gäste der Ausstellung durch eine Art Schaufenster zusehen, wie das Öl gepresst wird. „Es geht uns darum, viel Altes zu erhalten und unsere Ölproduktion sichtbar zu machen“, so Dieter Horlacher.

Verkostungsstube in der Scheune

Weiterhin ist der Ausbau einer Verkostungsstube – ebenfalls in der Scheune – geplant. „Dieser Raum soll für Führungen mit anschließender Degustation, Events rund um das Thema Öl oder zur gesunden Ernährung dienen“, sagte Dieter Horlacher. Geplant sei eine Zusammenarbeit mit Ernährungsberatern, Köchen oder anderen Direktvermarktern, die ihre Produkte vorstellen wollen.

Das Öl muss eine Weile in kleinen Fässern verbleiben, bevor es abgefüllt werden kann.
Das Öl muss eine Weile in kleinen Fässern verbleiben, bevor es abgefüllt werden kann. © Dietmar Thomas

„Ziel unserer Investition ist es, unsere regionale Lebensmittelproduktion transparent zu gestalten, das Vertrauen in die Produkte zu steigern, Wissen über die heimische Landwirtschaft zu vermitteln und das Bewusstsein für den Wert regionaler Erzeugnisse zu stärken“, so Maja Horlacher.

Und die beiden Gadewitzer setzen noch eins drauf. Die Ölmühle wird mit selbst erzeugten Solarstrom betrieben. Sie arbeitet damit klimaneutral.

Hofladen bietet mehr als eigene Produkte

All diese Vorhaben passen in das Förderprogramm mit dem Namen Mehrwert-Initiative „Nachhaltig aus der Krise“. Davon überzeugte sich der Landwirtschaftsminister.

„Es geht um regionale Wertschöpfung, und die ist hier gegeben“, so Wolfram Günther. Man spüre, wie viel Herzblut im Hof, der Ölmühle und im Hofladen stecke. Auch vom guten Geschmack der Öle überzeugte sich der Landwirtschaftsminister.

Vor 25 Jahren kaufte Familie Horlacher den Hof. Zunächst baute sie das Wohnhaus aus. „Im Laufe der Zeit haben wir uns entschlossen, den Hof nicht nur zum Leben, sondern auch als Arbeitsstätte zu nutzen“, so Maja Horlacher.

Und mit der Idee, einen Hofladen aufzubauen sollte es auch ein eigenes Produkt sein, was im Hofladen neben anderen Produkten aus der Region angeboten wird.

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