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Geht es im Bürgerhaus Roßwein weiter?

Im nächsten Jahr läuft die derzeitige Förderung für die Anlaufstelle aus. Die Kommune bereitet derzeit Plan B vor.

Es gibt wenig, was es im Bürgerhaus in Roßwein am Markt noch nicht gab. Sogar Kunst, Kreatives und Handwerkliches wurde dort schon gezeigt, unter anderem von Dieter Kallweit und Madlen Guß.
Es gibt wenig, was es im Bürgerhaus in Roßwein am Markt noch nicht gab. Sogar Kunst, Kreatives und Handwerkliches wurde dort schon gezeigt, unter anderem von Dieter Kallweit und Madlen Guß. © Dietmar Thomas

Roßwein. Die Zukunft des Bürgerhauses Roßwein lässt Roßweins Rathauschef Veit Lindner (parteilos) keine grauen Haare wachsen. Zwar hat er über dieses Thema jetzt zunächst hinter verschlossenen Türen im nichtöffentlichen Teil mit den Stadträten gesprochen. Doch nach dieser Runde habe er ein gutes Gefühl, sagte Lindner in einem Pressegespräch.

Fest steht, dass die aktuelle Förderung für das Bürgerhaus aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) Anfang nächsten Jahres endet. „Genau deshalb überlegen wir uns schon jetzt, wie ein Fortbestand des Bürgerhauses finanziert werden, eine Lösung aussehen kann“, sagte der Bürgermeister.

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Nach seinem Dafürhalten kann er auf die Unterstützung der meisten Stadträte hoffen, wenn es darum geht, Geld für das Bürgerhaus in den Haushalt 2021 einzustellen. Im Moment ist die Förderung so prima, dass Roßwein nur fünf Prozent der Gesamtkosten zuschießen muss. Doch auch bei einem etwas höheren Eigenanteil sollte es möglich sein, diese Anlaufstelle zu unterstützen.

Nur mit einer Förderung gibt es eine Zukunft

Ziemlich sicher ist sich Lindner dagegen, dass es Roßwein weder im Moment noch in naher Zukunft gelingt, ein solches Angebot aus eigener Kraft aufrecht zu erhalten. Er geht davon aus, dass dafür mindestens 100.000 Euro nötig wären: für Mieten und Betriebskosten sowie Personal- und Sachkosten. „Das schaffen wir allein nicht. Deshalb sind wir auf eine Förderung angewiesen“, gab der Bürgermeister zu.

Dass sich da ein Programm finden lässt, davon ist Lindner überzeugt. Es gebe in diesem Bereich viel Bewegung. Nicht zuletzt stünde ein milliardenschweres Programm der EU in Aussicht. Sobald die Verteilung des Geldes und die Modalitäten feststünden, wolle Roßwein sein Konzept anpassen. An dem werde gegenwärtig gearbeitet, so der Rathauschef.

Die Förderpriorität liegt im Moment auf einem Personenkreis, dem mehr Teilhabe ermöglicht werden soll. „Das kann so bleiben, aber auch für andere Ausrichtungen sind wir offen“, so der Bürgermeister.

Im Programm für jeden etwas dabei

Dafür haben die beiden Bürgerhaus-Mitarbeiterinnen Astrid Sommer und Franziska Riedel schon gut vorgearbeitet und ein Programm entwickelt, das ganz viele Bedürfnisse berücksichtigt. So haben sich unter dem Dach des Bürgerhauses eine Selbsthilfegruppe sowie Strick- und Handarbeits- oder Nähzirkel gefunden, die Krabbelgruppe der Arbeiterwohlfahrt trifft sich dort.

Organisiert wurden und werden Workshops zu den Themen Musik, Fotografieren, Social Media, Graffiti oder Schmuckgestaltung (am 27. Oktober). Weihnachten wurde an Alleinstehende und in den ersten Corona-Wochen an jene gedacht, die eben nicht das Haus verlassen sollten und auf Unterstützung angewiesen waren. 

Außerdem gab es Einladungen zu Trödelmärkten, zum Brunch, zu dem alle Gäste etwas beisteuern und sich austauschen konnten, Präventionsveranstaltungen (Drogen), modernen Schnitzeljagden und gemeinsamen Ferienaktionen. Letztere stehen nächsten Montag und Mittwoch wieder von 10 bis 13 Uhr im Veranstaltungskalender. Dann sind Familien mit Ferienkindern zum Kürbisschnitzen und andere kreativen Arbeiten eingeladen.

Idee stammt aus der Zukunftswerkstatt

Aber auch Beratungen gibt es. Die Mitarbeiterinnen helfen, wenn es um die Jobsuche, familiäre oder um schulische Probleme geht. Damit dies alles nicht wegbricht, die Roßweiner auf Angebote und Beratungen verzichten müssen, wünsche sich der Bürgermeister einen möglichst nahtlosen Übergang.

Ein Bürgerhaus mit für alle offenen Angeboten zu etablieren, ist eine Idee aus den ersten Zusammenkünften des Zukunftsforums. Das ist ein Gremium aus hauptsächlich Ehrenamtlichen, die sich Gedanken darüber machen, wie Roßwein attraktiver und lebenswerter werden kann. 

Ob der Wunsch nach einer zentralen Anlaufstelle tatsächlich aus der breiten Einwohnerschaft kommt, dazu hat es dann parallel zur Kommunalwahl sogar eine Befragung gegeben. Seit Sommer 2018 gibt es das Bürgerhaus am Markt 8 in Roßwein. Die beiden Mitarbeiterinnen hatten schon vorher ihre Arbeit aufnehmen können.

  • Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr, dienstags zusätzlich von 14.30 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.
  • offener Treff/Schülertreff: montags, mittwochs, donnerstags von 12.30 bis 15 Uhr.
  • Kontakt: Tel. 034322 581431 oder 0179 4232722, 
  • Mail: [email protected]

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