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Tötete ein Giftköder einen Hund in Baderitz?

Am Wochenende soll ein Hund nach einem Spaziergang am Stausee in Zschaitz-Ottewig daran verstorben sein. Der Bürgermeister klärt auf.

Symbolbild: Am Wochenende sollen, wie auf diesen Foto, Giftköder am Stausee Baderitz einen Hund getötet haben. Doch stimmt das?
Symbolbild: Am Wochenende sollen, wie auf diesen Foto, Giftköder am Stausee Baderitz einen Hund getötet haben. Doch stimmt das? © Archiv/Tino Plunert

Zschaitz-Ottewig. Seit dem vergangenen Wochenende hat sich ein Beitrag in den sozialen Netzwerken verbreitet wie kaum ein anderer: Nach einem Spaziergang am Stausee in Baderitz in der Gemeinde Zschaitz-Ottewig soll ein Hund gestorben sein. Auslöser: ein ausgelegter Giftköder. Doch stimmt das?

Auf Anfrage von Sächsische.de beim Bürgermeister Immo Barkawitz (parteilos) bestätigt er, dass ihm die Geschichte bekannt sei. Ob sie jedoch stimmt, konnte ihm zufolge nicht endgültig geklärt werden. Nach eigenen Angaben habe er am Montag mit dem Hundebesitzer und der zuständigen Landesuntersuchungsanstalt Kontakt aufgenommen, um eine Obduktion des Hundes vorzunehmen.

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„Damit hätten wir feststellen können, ob das Tier tatsächlich an einem Giftköder gestorben ist“, sagt der Bürgermeister. Doch letztlich habe ihm der Hundebesitzer abgesagt.

Das Angebot, den Hund genau zu untersuchen und somit die Todesursache festzustellen, habe der Bürgermeister von sich aus gemacht, um mögliche Gefahren abzuwenden. Auch als Jäger sei es für ihn interessant. Fakt sei Immo Barkawitz zufolge, dass Gift, wie es beispielsweise in der Landwirtschaft verwendet wird, kaum an den Stausee käme.

„Wenn, dann müsste es tatsächlich jemand dort ausgelegt haben. Was wir alle nicht hoffen.“ Auch der Hundebesitzer habe am Stausee noch einmal geschaut, aber nichts gefunden, berichtet Barkawitz.

Nicht der erste Fall von Giftködern in der Region Döbeln

Der Polizeidirektion Chemnitz ist der aktuelle Fall noch nicht bekannt geworden. Polizeisprecherin Doreen Göhler wurde aber bei der Suche im Archiv fündig: Im Jahr 2019 war im März auf einem Privatgrundstück in Döbeln, wo Hundebesitzer wohnen, ein präpariertes Wurststück gefunden worden. Dieser Fall wurde den Beamten gemeldet. Zu Schaden kam niemand.

Außerdem wurde im August des vergangenen Jahres ein Sachverhalt angezeigt, bei dem ein Blindenhund einen Nagel gefressen hatte, vermutlich über einen Hundeköder, und verstorben war. „Die Ermittlungen in den beiden Fällen sind abgeschlossen worden – eine konkrete Täterschaft ließ sich nicht ermitteln“, so Sprecherin Doreen Göhler.

In jedem Fall sollten jedoch verdächtige Gegenstände beseitigt und die Polizei beziehungsweise die Ordnungsbehörde informiert werden. Das können neben mutwillig ausgelegten Hundeködern ja durchaus auch andere für Tiere und Kinder gefährliche Gegenstände sein wie beispielsweise Abfälle. Dabei sollte der Polizeisprecherin zufolge darauf geachtet werden, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen oder sich zu verletzen.

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