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Gleisberger wünschen sich besseres Licht

In Sachen Straßenbeleuchtung hat sich in der Ortschaft einiges getan. Doch es gibt noch Laternen aus DDR-Zeiten.

In den vergangenen Jahren haben die Gleisberger zwar schon die eine oder andere neue Straßenlampe bekommen,, trotzdem ist ihre Wunschliste auf diesem Gebiet noch ziemlich lang.
In den vergangenen Jahren haben die Gleisberger zwar schon die eine oder andere neue Straßenlampe bekommen,, trotzdem ist ihre Wunschliste auf diesem Gebiet noch ziemlich lang. © Archivfoto: Dietmar Thomas

Roßwein. Die Gleisberger Ortschaftsräte haben eine Wunschliste erstellt. Die ist nicht für den Weihnachtsmann bestimmt, sondern für Roßweins Kämmerin Bianka Graf.

Die Ämter der Stadtverwaltung sind gerade dabei, zusammenzutragen, wie viel Geld sie im nächsten Jahr benötigen. Auch die Ortschaften wie Niederstriegis und Gleisberg dürfen ihre Wünsche äußern. In den anderen Ortsteilen gibt es keine örtlichen Vertretungen mehr, müssen sich die Einwohner mit ihren „Bedarfsanmeldungen“ an die Stadträte oder die Verwaltungsmitarbeiter direkt wenden.

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Nachdem es für die Jahre 2019 und 2020 einen Doppelhaushalt gegeben hat, also über einen längerfristigen Zeitraum die Finanzen geplant werden konnten, soll es den nächsten Etat nur für das Jahr 2021 geben. Das begründete Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) mit den vielen Unsicherheiten, die es im Moment noch gibt. Die Kommunen könnten mit wenig verbindlichen Größen arbeiten.

Fest steht allerdings, so erklärte es auch der Gleisberger Ortsvorsteher Bernd Handschack (CDU), dass im kommenden Jahr vor allem Geld aus zwei „Quellen“ eingesetzt werden kann. Das ist zum einen die investive Schlüsselzuweisung. Die bekommt Roßwein vom Staat. Die Höhe richtet sich nach der Zahl der Einwohner, die zum Stichtag 30. Juni 2020 in der Gemeinde gemeldet waren. Hinzu kommen 2021 noch einmal 70.000 Euro. Mit dieser Summe unterstützt der Freistaat die Kommunen ein weiteres Jahr. Grundlage dafür ist das Investkraftstärkungsgesetz.

Flurneuordnung muss gesichert sein

Wieviel Geld letztlich in Roßwein überhaupt und davon dann in Gleisberg ausgegeben werden kann, vermochte Bernd Handschack den Ortschaftsräten nicht zu sagen. Allerdings bemerkte er bei der Aufzählung der Wünsche selbst, dass die Liste wohl länger wird als das Budget, das die Ortschaft zur Verfügung gestellt bekommt. Nicht zuletzt deshalb einigten sich die Räte auch darauf, das ein oder andere Vorhaben wie die Anschaffung einer eigenen Geschwindigkeitsmesstafel zurückzustellen.

Oben auf der Prioritätenliste stehen 10.000 Euro. Das Geld soll für die Flurneuordnung bereitstehen. „Ob wir es schon für ländlichen Wegebau brauchen, das ist ungewiss“, sagte Handschack. Roßwein ist mit Gleisberg und einigen weiteren Orten erst ganz am Anfang des Verfahrens. In dieser Phase geht es zumeist weniger um Bautätigkeit als um vorbereitende Arbeiten wie das Erstellen eines Wege- und Gewässerplanes. Der ist später Basis für die Investitionen in der Flurneuordnung. „Sollte dieses Geld 2021 noch nicht benötigt werden, geht es uns nicht verloren, sondern wird ins Folgejahr mitgenommen“, erklärte der Ortsvorsteher.

Als nächstes wollen die Ortschaftsräte das Umfeld des Dorfgemeinschaftshauses verbessern. Das steht für Versammlungen und Sitzungen ebenso offen wie für private Feiern, ist aber auch Treff für Vereine sowie Wahllokal. Irgendein Besucher fährt immer mit dem Auto vor. Dafür gibt es aber kaum geeignete Abstellflächen. Die sollen mit einem Pflaster- und einem Bitumenstreifen geschaffen werden. Die Ausgaben dafür hat Bauamtsleiter Dirk Mehler mit rund 26.000 Euro kalkuliert. Das erscheint den meisten Räten ziemlich hoch. Trotzdem würden sie diese Aufwertung des Geländes gern in Angriff nehmen.

Die Reparatur der Starbacher Straße steht auf der Wunschliste der Gleisberger für den Haushalt 2021.
Die Reparatur der Starbacher Straße steht auf der Wunschliste der Gleisberger für den Haushalt 2021. © Dietmar Thomas

Risse in mehreren Straßen

Um Bitumen geht es den Räten auch in den folgenden Punkten auf ihrer Wunschliste. Schon länger bemängeln sie immer wieder Risse, die sich in verschiedenen Straßenabschnitten gebildet haben. Am dringlichsten sehen sie, diese Am Berg, Zum Sportplatz sowie in der Unteren Gasse in Wetterwitz zu beseitigen. „Es kann eigentlich nicht sein, dass wir darauf schon so lange warten müssen“, sagte Ortschaftsrat René Seltmann.

Geduld brauchen die Gleisberger auch, wenn es um die Starbacher Straße geht. Hier will der Ortsvorsteher zunächst das schlechteste Stück vom Abzweig Hauptstraße bis zur Hausnummer 4 auf die Prioritätenliste setzen. Aber weshalb nur Stückwerk betreiben?, wollte Ortschaftsrat Uwe Tändler wissen. „Weil die Kosten für einen Ausbau der gesamten Straße nie und nimmer aufgebracht werden können“, zeigte sich Bernd Handschack sicher.

Dabei bezog sich sein Wunsch nicht einmal auf einen grundhaften Ausbau, sondern lediglich auf die Erneuerung der Oberfläche und das Heben der Einläufe. „Mehr ist eigentlich auch gar nicht nötig“, findet der Ortsvorsteher. Er denkt, dass dieser Wunsch der Gleisberger nur in Erfüllung gehen kann, wenn es gelingt, für dieses Vorhaben eine Fördermöglichkeit zu finden.

Ebenfalls noch auf der Prioritätenliste steht die Anschaffung eines Verkehrsspiegels für knapp 2.000 Euro für die Kreuzung unweit der Eisenbahnbrücke, an der drei Kreisstraßen aufeinandertreffen. Durch einen Baum ist die Sicht beim Abbiegen so eingeschränkt, dass die Nutzer den Bereich durchaus als gefährlich einschätzen. Ein Spiegel soll helfen, Fahrzeuge früher zu erkennen und kritische Situationen sowie Zusammenstöße zu vermeiden.

Beleuchtung ist Dauerthema

Auf einer zweiten Liste haben die Gleisberger Prioritäten gesetzt, wo als nächstes Straßenlampen erneuert werden müssten. Manche stammen noch aus DDR-Zeiten. Zumindest die Leuchten durch LED-Lampen zu ersetzen, erscheint den Räten aus doppeltem Grund richtig und wichtig: „Wir haben ein besseres Licht und sparen Energie“, so Bernd Handschack.

Zutreffen würde das beispielsweise auf den Bereich zwischen Buswendeplatz und Kindergarten, wo noch Lampen aus den 1970er-Jahren stehen. Auch am Grünen Weg, am Marktweg oder in Wettersdorf müsste die eine oder andere Lampe getauscht werden.

Am Sportplatz in Gleisberg genügt es in einem Fall nicht, nur die Leuchte zu erneuern. Dort muss ein Straßenbeleuchtungsmast komplett ersetzt werden. Dem Ortsvorsteher zufolge ist der Mast nach dem Zusammenstoß mit einem Baufahrzeug nicht mehr reparabel.

Die Gleisberger hoffen, dass sie auf einem guten Weg zu einem helleren Dorf sind. In diesem Jahr wurde ein Abschnitt Straßenbeleuchtung ersetzt, den die Einwohner beim Sturm Kyrill 2007 eingebüßt hatten. Seitdem war es an diesem Straßenstück dunkel gewesen. Weitere Erneuerungen sollen noch in diesem Jahr realisiert werden, kündigte Bernd Handschack an.

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