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Wegen Corona: Personalmangel in der Mockritzer Kita

Die Gemeinde versucht, den Betrieb der Mockritzer Kita aufrecht zu erhalten. Eine Schließung von Einrichtungen obliegt nun der Gemeinde.

Von Sylvia Jentzsch
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© Dietmar Thomas

Großweitzschen. Einigen Tage ist Großweitzschen der Corona-Hotspot von Mittelsachsen gewesen. Seit gestern hat die Gemeinde eine Inzidenz von 1989. 54 Bürger hatten sich in den vergangenen sieben Tagen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Die Grundschule war 14 Tage geschlossen und hat am Montag den Betrieb wieder aufgenommen. Das trifft auch auf den Hort zu. „Während die schulischen Einrichtungen vom Kultusminister vorübergehend geschlossen werden, muss bei Kitas nun der Träger diese Entscheidung treffen.

Für die Kindereinrichtungen in Großweitzschen und Mockritz ist das die Gemeinde. Bisher lag die Entscheidungshoheit beim Gesundheitsamt des Landkreises Mittelsachen“, erklärte Hauptamtsleiterin Denis Lange den Gemeinderäten zur Sitzung am Dienstagabend.

Keine regelmäßigen Tests in den Kitas

Auch werden die Kinder in den Kitas nicht mehr aller zwei Tage getestet. Selbst wenn eines der Mädchen und Jungen Kontakt mit einem Kind, bei dem das Coronavirus nachgewiesen wurde, hatte, kann es weiter in die Einrichtung kommen.

Während in der Kita in Großweitzschen zurzeit keine Erzieher wegen Corona ausfallen, sei die Lage in der Mockritzer Einrichtung schlimm, so Lange. Zwei Mitarbeiter würden den Kita-Betrieb aufrecht erhalten. „Wir versuchen, Unterstützung durch Mitarbeiter des Hortes zu geben“, so Lange.

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Es sei aber nicht auszuschließen, das die Kita kurzfristig wegen des fehlenden Personals geschlossen werden müsse. „Wir setzen auf feste Gruppen, sodass es keine Durchmischung gibt. Wenn ein Erzieher krank ist, müssen wir die Gruppen schließen“, sagte die Hauptamtsleiterin.

Ziel sei es, die Einrichtungen offen zu halten, aber die derzeitige Situation spreche nicht dafür. Die Einrichtung in Mockritz sei besonders gefährdet.

Verkürzte Betreuungszeiten

Um zumindest in einer Kernzeit die Betreuung trotz fehlenden Personals absichern zu können, wurden schon seit einiger Zeit die Öffnungszeiten von 7 bis 16 Uhr beschränkt. „Die Eltern zeigen dafür Verständnis“, so Denise Lange.

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Sollte das nicht mehr ausreichen, müsse in die Notbetreuung übergegangen werden. Bei dieser dürfen nur Eltern in systemrelevante Berufen ihre Kinder in die Einrichtung bringen. „Diesmal ist die Liste der entsprechenden Berufe allerdings stark eingekürzt. Da geht es vorwiegend um medizinisches Personal.“

Täglich gehen bei der Hauptamtsleiterin mindestens 15 Mails in Bezug auf Corona ein. Immer wieder gibt es Änderungen, so Denise Lange. Auch viele Leute würden in der Gemeinde anrufen, weil sie verunsichert seien und Fragen haben.

Impfbus kommt erst Anfang 2022

„Wir haben uns auch dafür engagiert, dass der Impfbus des DRK noch einmal in unsere Gemeinde kommt. Doch dafür sind die Termine bereits bis Ende des Jahres vergeben“, sagte Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos).

Großweitzschen stehe auf einer Liste, falls ein Termin frei werde. Sonst müssten die Großweitzschener bis Anfang 2022 warten.

In der Brücke wurde geboostert

Lars Werner, einer der Geschäftsführer der Brücke Wohnstätten gGmbH Hochweitzschen, bestätigte auf Anfrage, dass es auch einige Fälle in den Wohnstätten für Menschen mit Behinderung und im Pflegeheim gegeben habe.

„Durch unser schnelles Eingreifen konnte eine Verbreitung des Virus verhindert werden. Die Betroffenen wurden isoliert und haben auch nur leichte Verläufe, da die meisten unserer Bewohner geimpft sind. Darüber sind wir sehr froh“, sagte Lars Werner. In der vergangenen Woche hätten die Bewohner und auch das Personal die dritte Impfung bekommen. Trotz Impfung werden die Mitarbeiter täglich getestet, die Bewohner, wenn es Verdachtsfälle gibt oder wenn jemand Symptome hat. Es werde streng auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen geachtet.

Der Geschäftsführer bezeichnete die Arbeit des Personals als eine Wahnsinnsleistung. Zum einen müssten Ausfälle kompensiert werden und zum anderen sei auch die Arbeit mit FFP-Masken für viele eine zusätzliche Herausforderung. Werner betonte noch einmal, dass das Impfen eine wichtige Rolle spielt und er sich wünscht, dass viele diesen Schritt gehen und auch die entsprechenden Möglichkeiten dafür geschaffen werden.