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Neue Heizung für die Grundschule Roßwein

Der nächste Abschnitt der Komplettsanierung des 50 Jahre alten Hauses ist geschafft. Nun wird die letzte Etappe vorbereitet.

Hausmeister Steffen Schwitzky und Bauamtsleiter Dirk Mehler im neuen Heizraum der Grundschule Roßwein.
Hausmeister Steffen Schwitzky und Bauamtsleiter Dirk Mehler im neuen Heizraum der Grundschule Roßwein. © Dietmar Thomas

Roßwein. Der nächste Winter kann kommen. Zumindest theoretisch ist das Gebäude von Grundschule und Hort darauf vorbereitet. Die neue, zeitgemäße Heizungsanlage ist installiert.

Sie ist genau wie die Vorgängerin eine Fernwärmeheizung. Die Trasse führt durch die halbe Stadt und wird von der Goldbornstraße aus gespeist. Ehe das Schulgebäude eine solche Heizungsanlage erhielt, wurde anfänglich mit Kohle geheizt, später mit Gas.

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Für den Ein- und Ausbau der neuen Heizungstechnik wurde ein Teil der Fassade geöffnet. Da wurde es frisch unter der Wohnung von Hausmeister Steffen Schwitzky und seiner Frau Birgit, die die Horteinrichtung leitet. Die beiden werden wohl auch die Ersten sein, die die Wärme genießen können. Denn die Kinder, Lehrer und Erzieher kehren noch nicht zurück.

Handwerker müssen unters Gebäude der GS Roßwein

Denn außer den beiden Heizungsräumen, in denen die Technik komplett installiert und funktionstüchtig ist, ist das gesamte restliche Haus noch eine Baustelle. Wer im Keller weitergeht, kommt zum Beispiel an Werkraum und Speiseraum vorbei. Dort ist teilweise der Boden aufgeschnitten worden, um an die Leitungen für die Dachentwässerung zu kommen.

Die zu überholen, ist Teil des laufenden Sanierungspaketes. Auch die Wasserleitung und der Übergabeschacht für Schmutz- und Regenwasser sind mittlerweile schon erneuert worden. Die Schmutz- und Regenwasserleitungen selbst folgen noch.

Neu sind schon die kompletten Heizstränge, die vom Keller in jede der vier Etagen führen. Die Leitungen müssen noch verkleidet werden, sodass davon in den Gängen nichts mehr zu sehen sein wird.

Kommune erfüllt Brandschutz-Auflagen

Ebenfalls angebracht sind die neuen Heizkörper. An der einen oder anderen Stelle war es sogar möglich, diese zu versetzen. Dafür ist Steffen Schwitzky dankbar. Denn gerade im Treppenhaus seien die Heizkörper mitunter dort angebracht gewesen, wo es ohnehin schon ziemlich eng zugeht, wenn dutzende Kinder unterwegs sind.

Die weiterführenden Arbeiten sind noch einmal ein großes Paket. Dann haben die Handwerker Bodenbeläge und Türen zu tauschen, das Schallschutzkonzept muss umgesetzt und dafür unter anderem Decken abgehangen werden. In beinahe jedem Raum werden die Maler gefragt sein.

Und die Flure müssen mit neuen Garderoben ausgestattet werden. Roßwein gehört zu den letzten Schulen, in denen es noch Schränke aus Holz gab. Das ist bei Begehungen mehrfach bemängelt worden. Mit Metallschränken soll die Gefahr, das Kleidung Feuer fängt, sinken. Schließlich soll noch ein Aufzug angebaut werden. Damit ist das Haus dann auch für Kinder und Erwachsene mit körperlichen Einschränkungen nutzbar.

Auch im Speiseraum wird wie in den Klassenzimmern ein komplexes Schallschutzkonzept umgesetzt.
Auch im Speiseraum wird wie in den Klassenzimmern ein komplexes Schallschutzkonzept umgesetzt. © Dietmar Thomas
Das Freigelände von Schule und Hort soll eine Hol- und Bringezone für Eltern und Kinder bekommen.
Das Freigelände von Schule und Hort soll eine Hol- und Bringezone für Eltern und Kinder bekommen. © Dietmar Thomas
Ein Wildkaninchen fühlt sich auf dem Hof der Grundschule Roßwein wohl. Ob es die Kinder vermisst? Die sind während der Bauarbeiten "ausquartiert".
Ein Wildkaninchen fühlt sich auf dem Hof der Grundschule Roßwein wohl. Ob es die Kinder vermisst? Die sind während der Bauarbeiten "ausquartiert". © Dietmar Thomas

Wenn das alles umgesetzt ist, dürfte das 1971 gebaute und im Jahr darauf eingeweihte Schulgebäude eines der modernsten sein. Steffen Schwitzky erinnert sich an eine erste größere Sanierung 1993. Doch dabei ist das vordere Freigelände nahezu unangetastet geblieben. Inmitten des Hofes, über den mittlerweile tausende Kinder getobt sein dürften, steht noch eine Beleuchtung aus DDR-Zeiten. Aber nicht nur sie wird demnächst ersetzt.

Schulden für modernes Lernen

„Vorgesehen ist, im Hof eine Hol- und Bringezone für Eltern und Kinder einzurichten“, erklärt Bauamtsleiter Dirk Mehler. Das soll die Situation auf der Anwohnerstraße vor dem Schul- und Hortgebäude ein wenig entlasten. Dafür werden mehrere Zaunfelder weggenommen.

Die Elterntaxis können dann an den Eingang von Schule und Hort fahren, die Kinder aussteigen lassen oder einsammeln. Darüber hinaus soll aber noch Platz sein für Feste, wie sie Kinder und Erzieher mit Eltern und Nachbarn gern gefeiert haben.

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In einer nächsten Sitzung sollen die Stadträte den Auftrag für die Planung des letzten Sanierungsabschnittes vergeben, sagt Dirk Mehler. „Der muss europaweit ausgeschrieben werden.“

Die Unterlagen dafür erstellt das Bauamt der Stadt Roßwein selbst – auch, um Kosten zu sparen. Mit einer Vergabe der Planungsleistungen rechnet der Amtsleiter im Herbst. Günstigstenfalls könne dann schon im November/Dezember 2021 mit ersten Bauarbeiten begonnen werden.

Wiedereinzug für Weihnachten 2022 geplant

Als Plan steht, dass der Rückzug der Schüler und Hortkinder in den Weihnachtsferien 2022 über die Bühne gehen kann, so Dirk Mehler. Bis dahin lernen die Kinder in der Übergangsschule an der Döbelner Straße.

Mit dem indes bestätigten Haushaltplan kann die Stadt Roßwein einen Kredit für die Weiterführung und den Abschluss der Schulsanierung aufnehmen. Noch einmal 3,2 Millionen Euro sind für die letzten Arbeiten nötig.

Unterstützung durch Fördergeld ist der Kommune bereits sicher. Begonnen hat der Bau mit der Erneuerung sämtlicher Elektroleitungen. Dabei ist auch schon an den Anschluss für neue Technik wie interaktive Tafeln gedacht worden.

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