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Happy End für Leisniger und ihre Katzen

Die Familie aus dem Irak ist zu Weihnachten wieder vereint. Jahrelang gab es täglich Tränen wegen Noshe und Chico. Die waren sogar Thema im Landtag.

Nahezu jeden Tag hat Familie Alogaili ihre beiden Katzen, die sie als Asylbewerber abgeben musste, im Leisniger Tierheim besucht. Das ist jetzt überflüssig.
Nahezu jeden Tag hat Familie Alogaili ihre beiden Katzen, die sie als Asylbewerber abgeben musste, im Leisniger Tierheim besucht. Das ist jetzt überflüssig. © André Braun/Döbelner Anzeiger

Leisnig. Die Erleichterung ist Rosi Pfumfel anzumerken. Die Leiterin des Leisniger Tierheimes und ihr Team haben mitgekämpft, mitgefiebert und mitgeweint. Nun hat das Drama um Familie Alogaili und ihre beiden Katzen Noshe und Chico ein glückliches Ende gefunden. Daran sind die Tierschützer nicht ganz unbeteiligt.

„Ich freue mich so für die Familie“, sagt Rosi Pfumfel. Wie sie berichtet, konnte die vor rund fünf Jahren aus dem Irak geflüchtete Familie endlich eine eigene Wohnung in Leisnig beziehen. Dort gebe es nicht nur mehr Platz für die Eltern und ihre beiden Kinder, „sie konnten dort auch ihre beiden Katzen zurückbekommen“, erzählt sie.

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Nach der Trennung der Alogailis und ihrer Katzen kam es zu herzzerreißenden Szenen, die auch die Tierpfleger und einige der Kommunal- und sogar Landespolitiker nicht kalt gelassen haben. Die Familie musste die Tiere nach einem Umzug nach Leisnig abgeben. Die Ausländerbehörde hatte ihr hier eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Aus der mussten die Katzen aber wieder aus- und ins Heim am Eichberg umzuziehen.

Hausordnung hat Tierhaltung nicht zugelassen

Das Landratsamt Mittelsachsen berief sich dabei auf eine Hausordnung, nach der eine Tierhaltung in Gemeinschaftsunterkünften und für Asylbewerber sowie Geduldete angemietete Wohnungen nicht gestattet ist. Beinahe täglich besuchte vor allem Mutter Hiba die Katzen am Rande der Stadt, konnte sich kaum von ihnen trennen – und wenn, dann flossen oft Tränen.

Auch den Tieren ging es damit nicht gut. Dass die Trennung sie geprägt hat, davon ist Rosi Pfumfel überzeugt. Als ihre Tochter Silke, die im Heim als Pflegerin arbeitet, bei den Alogailis zuhause gewesen sei, hätten sich die Katzen zurückgezogen. „So, als hätten sie Angst, wieder wegzumüssen“, beschreibt die Leiterin des Tierheimes.

Die Einrichtung hat der Familie jetzt bei der Möblierung ihrer neuen Wohnung geholfen. Das war aufgrund einer Erbschaft möglich, sagt Rosi Pfumfel. Außerdem hat der Verein die Katzen der Alogailis die vielen Monate, in denen die Trennung nötig war, nicht an Interessierte vermittelt. An den Kosten der Unterbringung hatten sich die Iraker beteiligt.

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