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Hartha: Leerstehende Häuser per Mausklick

Die Stadt Hartha will zusammen mit der Leipziger Denkmalstiftung alte Gebäude ins Internet bringen. Dort sollen sie Interessenten in die Region locken.

Der Plan: Hartha will seine leerstehenden Gebäude über ein Online-Portal besser Interessenten vorstellen. Derzeit geht das nur persönlich über einen Portfolio-Hefter. Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) erhofft sich dadurch mehr Zuzug in die Stadt
Der Plan: Hartha will seine leerstehenden Gebäude über ein Online-Portal besser Interessenten vorstellen. Derzeit geht das nur persönlich über einen Portfolio-Hefter. Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) erhofft sich dadurch mehr Zuzug in die Stadt © Lars Halbauer

Hartha. Bisher mussten Interessen für leerstehende Häuser in Hartha in große Hefter schauen und sich alle nötigen Informationen erst telefonisch beim Besitzer organisieren. „Sehr umständlich“, wie Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) zugibt. Mit dem Projekt „Gemeinsame Zukunft – Hartha wird unser Dach“ will er nun Menschen weltweit auf die teils historischen Häuser in der Innenstadt aufmerksam machen – per Klick auf eine interaktive Karte.

Gemeinsam mit der Leipziger Denkmalstiftung hat der Bürgermeister in den vergangenen drei Jahren viele Ideen entwickelt, wie die Stadt noch mehr Interessenten für die leerstehenden Häuser findet. Schnell kam dabei die Idee, Fotos und alle Informationen rund um das Objekt online aufzuarbeiten, wie Kunze verrät.

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Fördermittel sollen bei Haussanierung in Hartha helfen

„Doch es soll zu bisher einen bedeutenden Unterschied geben. Zusätzlich zu Fotos und Informationen können sich Interessierte bei der Denkmalstiftung auch zu verschiedensten Fördermitteln informieren.“

Ihm zufolge ein wichtiger Punkt, denn ein Haus mit Eigenmitteln zu finanzieren, sei so gut wie unmöglich. Die Sächsische Aufbaubank beispielsweise biete jedoch sowohl für derzeit bewohnte Gebäude, als auch leerstehende Objekte Finanzierungsmöglichkeiten zur Sanierung an.

Ein Abriss der Gebäude könnte so zum großen Teil verhindert werden. „Natürlich ist ein Abriss einfacher, aber es gibt auch viele Menschen, die sich über so ein altes Gebäude freuen würden“, erklärt Ronald Kunze und ergänzt: „Irgendwie gehört es ja auch zum Stadtbild dazu.“ Zudem sei die Bausubstanz bei vielen Häusern noch nicht so schlecht, dass eine Weiternutzung unmöglich sei.

Nicht zuletzt steht nach Angaben des Bürgermeisters auch der ökologische Aspekt im Vordergrund. Erst wenn es gar nicht geht, müsse die Stadt über das Rückbauen von Häusern nachdenken. „Dann aber nur nach Absprache mit den Denkmalschützern“, so der Bürgermeister.

Online-Portal soll bis Ende November 2021 stehen

Insgesamt wollen die Stadt und der Verein 52 Objekte auf die interaktive Karte ins Internet bringen. Nicht nur städtische Gebäude sollen sich darunter finden. Private Eigentümer seien Ronald Kunze zufolge bereits angefragt worden.

„Jeder kann aber natürlich für sich entscheiden, ob er das will oder nicht“, sagt der Bürgermeister. Einige hätten schon Interesse bekundet. Die ersten zwölf kurzen Portfolios habe der Leipziger Denkmalverein schon testweise vorbereitet. Das Vorhaben soll durch Fördermittel finanziert werden, die unter der Richtlinie Demografie von der Sächsischen Staatskanzlei kommen.

Der Verein hat dazu einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Zusage sei Ronald Kunze zufolge bereits so gut wie sicher. Sollte es soweit sein, wird der Verein das Einpflegen der Häuser in die Karte übernehmen. Bis November diesen Jahres hoffen die Partner auf eine Fertigstellung.

Ziel: Leerstehende Gebäude wieder beleben

Der Bürgermeister wünscht sich durch die Online-Vorstellung mehr Leute, die nach den alten Häusern suchen. Letztendlich gehe es darum, mit so viel Mitteln wie möglich Menschen wieder in die ländliche Region zu holen.

„Wir kämpfen um jeden, der hierher kommt und sich ansiedeln will“, so Ronald Kunze. Die Infrastruktur sei in der „Stadt mit kurzen Wegen“ gegeben. Deshalb ist das Online-Portal ein „gutes Mittel, um gegen den Leerstand zu kämpfen“, sagt Kunze.

Vorstandsmitglied der Leipziger Denkmalstiftung Toralf Zinner legt den Fokus noch auf einen anderen Punkt: „Wir wollen stärker mit Bürgern, Jugendlichen, Unternehmer und Pendlern in Kontakt treten. Wir werden über Bedarfe sprechen und Ideen entwickeln, die helfen, die aktuell leerstehenden Gebäude wieder zu beleben.“

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