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Krippenbetreuung wird um 18 Euro teurer

Die Stadträte haben der Erhöhung der Elternbeiträge zugestimmt. Bei diesen Summen wird es nicht bleiben.

Die Stadträte haben die Anhebung der Elternbeiträge für die Kinderbetreuung beschlossen.
Die Stadträte haben die Anhebung der Elternbeiträge für die Kinderbetreuung beschlossen. © Archiv/Dietmar Thomas

Hartha. Das ist eine Hausnummer. Wer in den Kindereinrichtungen der Stadt Hartha sein Kind betreuen lässt, muss ab Januar 2022 mehr bezahlen.

Für ein Krippenkind sind das monatlich 261 Euro – in diesem Jahr sind es 243 Euro. Für die Betreuung der Kita- und Hortkinder fällt die Erhöhung etwas moderater aus. Ein Kitaplatz kostet künftig 129 Euro (+8 Euro) und ein Hortplatz für eine sechsstündige Betreuung 79 Euro statt bisher 77 Euro.

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Für Alleinerziehende sowie Geschwisterkinder gibt es eine entsprechende Absenkung. So zahlen Eltern für das zweite Kind 40 Prozent und für das dritte Kind 80 Prozent weniger. Bei Alleinerziehenden sind es 50 Prozent für das zweite und 90 Prozent für das dritte Kind.

„Oft erhalten Alleinerziehende oder sozial schwache Familien Unterstützung vom Landratsamt“, sagte Kämmerin Barbara Müller. Die soziale Abfederung sei gewährleistet.

Höhere Betriebskosten

Berechnet wird der Anteil der Eltern aus den Betriebskosten, die in allen Kindereinrichtungen der Stadt anfallen. „Die Ausgaben für die Krippenkinder haben sich besonders erhöht, weil sich der Personalschlüssel geändert hat. Auch wegen der zusätzlichen Stunden für die Vor- und Nachbereitung wird der Personalaufwand höher. Hinzukommen die tariflichen Lohnanpassungen für die Erzieherinnen“, erklärte Barbara Müller.

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Ausgehend von den Betriebskosten wird der prozentuale Anteil ermittelt, den die Eltern tragen. Dieser liegt in einer gesetzlich vorgeschriebenen Spanne. Der Kultur- und Sozialausschuss hatte im Jahr 2013 vorgeschlagen, die Ermittlung der Elternbeiträge zu vereinfachen und leichter handhabbar zu machen.

Bewährtes Berechnungsverfahren

Diesem Vorschlag folgte der ehemalige Stadtrat und legte fest, dass die Eltern von Krippenkindern 21, die von Kindergartenkindern 25 und die von Hortkindern 26 Prozent zahlen.

Auf dieser Grundlage legte die Verwaltung nun die neuen Zahlen vor. CDU-Stadtrat Christian Zimmermann bezeichnete diese Verfahrensweise als vernünftig.

Kinderbetreuung ist Ländersache

Udo Chmelarz (parteilos) fände es wünschenswert, wenn gar keine Elternbeiträge wie in Mecklenburg-Vorpommern erhoben würden.

„Wir haben jedes Jahr oft und lange über die Erhöhung der Elternbeiträge diskutiert. Wir können aber nicht die gesamten Kosten, die für die Kinderbetreuung aufgewendet werden, kommunal stemmen. Dann sind kaum noch Instandhaltungen oder Investitionen möglich“, so Stadtrat Matthias Thiel. Deshalb fragte er die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann (CDU), die an der Ratssitzung teilnahm, welche Möglichkeiten sie sehe, um die Eltern zu entlasten.

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„Kinderbetreuung ist Ländersache. Nur dort, wo der Bund Forderungen stellt, wie zum Beispiel der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz und für eine Ganztagsbetreuung, gibt er Unterstützung“, so Bellmann. Dass betreffe zum Beispiel Investitionen oder die Beteiligung an Betriebskosten.

Elternbeiträge liegen über dem Durchschnitt

Hartha hat allerdings gegenüber anderen Gemeinden einen hohen Beitragssatz. Im Altkreis Döbeln zahlen die Eltern im Durchschnitt 228 Euro für einen Krippenplatz, 111 Euro für die Kita und für eine sechsstündige Hortbetreuung 67 Euro.

In dieser Woche hatten auch die Räte der Gemeinde Ostrau die Elternbeiträge erhöhen müssen. Hier liegen sie jedoch immer noch unter dem Durchschnitt (215 Euro für die Krippe, 105 Euro für die Kita und 60 Euro für den Hort).

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