merken
PLUS Döbeln

Wie es Harthas Partnerstadt derzeit geht

Seit 1991 besteht die Verbindung mit Fröndenberg. Doch wie geht es der Stadt im Ruhrgebiet? Und gibt es ein Fest zum diesjährigen 30. Jubiläum?

Fröndenberg ist nun seit knapp 30 Jahren die Partnerstadt Harthas. Seit November 2020 ist Sabina Müller (SPD, kleines Foto) Bürgermeisterin der 21.000 Einwohner-Stadt.
Fröndenberg ist nun seit knapp 30 Jahren die Partnerstadt Harthas. Seit November 2020 ist Sabina Müller (SPD, kleines Foto) Bürgermeisterin der 21.000 Einwohner-Stadt. © Wikipedia/Michael Kramer, privat

Hartha/Fröndenberg. Genau am 1. Juni 1991 wurde der Vertrag über die Städtepartnerschaft zwischen Hartha und Fröndenberg/Ruhr abgeschlossen. Mittlerweile sind nun fast 30 Jahre vergangen.

Die Verbindung hat mehrere Bürgermeisteramtszeiten überlebt, doch die aktuelle scheint für beide Seiten sehr aussichtsreich, wie Fröndenbergs Bürgermeisterin Sabina Müller (SPD) und Harthas Stadtoberhaupt Ronald Kunze (parteilos) im Gespräch mit dem Döbelner Anzeiger deutlich machen.

Anzeige
Zeig dein Können und sei dabei!
Zeig dein Können und sei dabei!

Sport-Asse, Anfänger, Neugierige: der Moritzburger Schlosstriathlon bietet Strecken für Jedermann. Und Sponsor LandMAXX verlost Startplätze.

Seit mittlerweile über drei Monaten hat Sabina Müller die Amtsgeschäfte in der knapp 21.000 Einwohner-Stadt im Ruhrgebiet übernommen. Während der Corona-Pandemie sei sie „ins kalte Wasser“ geworfen worden. „Doch genau das war gut. Wir haben uns in der Verwaltung mittlerweile gut eingespielt und ich hatte Zeit, mich in viele Dinge einzuarbeiten“, sagt die Bürgermeisterin.

"Mir ist vor allem der kulturelle Austausch sehr wichtig"

Die Einwohner ihrer Stadt schätzt die 52-Jährige derzeit sehr vernünftig ein. Dennoch gab es seit Anfang der Pandemie knapp 600 Corona-Infizierte und etwa 50 Todesfälle in Verbindung mit der Pandemie. Vor allem leitet sie dies jedoch auf die Seniorenheime zurück, wo die Risikopatienten leben. Sie selbst sei bisher verschont geblieben.

„Das ist auch gut so, da mein Kind zu den Hochrisikopatienten gehört“, so Müller.
Eine ihrer ersten Entscheidungen war zu Beginn der Amtszeit die Verlagerung des Themas Städtepartnerschaften vom Rathausbereich Sport in den Tourismus. Denn, so sagt sie, die Verbindungen zwischen den Städten sind schon lang nicht mehr nur auf sportlicher Ebene.

„Mir ist vor allem der kulturelle Austausch sehr wichtig. Nicht nur zwischen uns Bürgermeistern, sondern auch zwischen den Menschen“, erklärt die 52-Jährige. „Ich selbst lege das nicht mehr auf die Waagschale, ob die Bürger aus Ost oder West kommen. Doch viele Veranstaltungen, unter anderem die Jubiläumsfeier zu 30 Jahre Mauerfall im vergangenen Jahr, haben gezeigt, dass es noch immer viel zu erzählen gibt.“

Deshalb sei ihr zufolge die Städtepartnerschaft auch nach 30 Jahren immer noch ein wichtiges Mittel, um sich auszutauschen.

Fröndenberg: Junger Amtsleiter kümmert sich um Projekte

Doch die Mutter von drei Kindern schaut nicht nur zurück. Ihr geht es vor allem auch um die Einbindung der Jugendlichen in diesen Austausch. So haben die Jugendfeuerwehren beider Städte einen sehr intensiven Kontakt, der auch zukünftig erhalten bleiben soll.

Doch Müller denkt auch an eine mögliche Kooperation der Schulen: „Ich könnte mir vorstellen, dass beispielsweise die Schüler in unserer Stadt auch Projekte mit den Harthaer Jugendlichen starten. Zum Beispiel zur Stadtgeschichte: Wie war es vor 30 Jahren und wie ist die Situation jetzt vor Ort.“

Sabina Müller (SPD) ist 52 Jahre alt, hat drei Kinder und lebt in Fröndenberg. Im November 2020 übernahm sie das Amt der Bürgermeisterin von ihrem Vorgänger Friedrich-Wilhelm Rebbe (SPD), der seit 2009 Stadtoberhaupt war und nicht mehr antrat.
Sabina Müller (SPD) ist 52 Jahre alt, hat drei Kinder und lebt in Fröndenberg. Im November 2020 übernahm sie das Amt der Bürgermeisterin von ihrem Vorgänger Friedrich-Wilhelm Rebbe (SPD), der seit 2009 Stadtoberhaupt war und nicht mehr antrat. © privat

Jugendlicher Wind weht in der Verwaltung der Stadt im Ruhrgebiet auch im Tourismusbereich. Ein junger Amtsleiter soll sich dort in den kommenden Jahren um das Marketing und die Städtepartnerschaften kümmern. Unter anderem auch um Projekte und Veranstaltungen, bei denen die Harther eingeladen werden sollen, sobald das die Corona-Pandemie zulässt.

Beispielsweise zum alljährlichen „Volksradfahren“, bei dem sich die Bürger aufs Rad schwingen und eine Runde durch die Landschaft rund um Fröndenberg fahren. In der Vergangenheit waren dort auch schon Harthaer Stadträte und Bürger mit dabei.

"Talentierte Bürgermeisterin, die ein Konzept verfolgt"

Doch nicht nur die Bürgermeisterin aus dem Kreis Unna will die Sachsen nach Nordrhein-Westfalen locken, auch anders herum soll einiges passieren. „Wir sind dabei einige Projekte zu planen, bei denen wir die Fröndenberger und vor allem Frau Müller herzlich in unsere Stadt einladen wollen“, so Harthas Bürgermeister.

Während Kunze bereits im vergangenen Jahr zu Gast in der Partnerstadt war, ist es Sabina Müller bisher noch nicht gelungen. Doch das soll sich in naher Zukunft auch ergeben, wie Hartha Stadtoberhaupt sagt.

„Beispielsweise könnte ich mir vorstellen, dass die Bürgermeisterin zur Eröffnung des Seniorenzentrums ‚Care Palace‘ oder zur Einweihung des Anbaus bei der Firma Kipping mit dabei ist.“ Denn genau diese Bauprojekte seien auch für die Partnerstadt interessant.

Insgesamt hat Ronald Kunze einen sehr positiven Eindruck von der neuen Bürgermeisterin gewinnen können. Als Nachfolgerin des Ex-Bürgermeisters Friedrich-Wilhelm Rebbe (SPD) sieht er bei Sabina Müller eine sehr „talentierte Bürgermeisterin, die ein Konzept verfolgt und hartnäckig ist“.

Ähnlich schätzt die 52-Jährige auch den Harthaer ein. Beide wollen zukünftig unter anderem über die Stadtentwicklung sprechen. Die Verwaltung tauscht sich unterdessen auch zu verschiedenen Themen, wie Fördermöglichkeiten aus, meint Harthas Bürgermeister.

Jubiläums-Fest mit Fröndenbergern in Hartha?

Gemeinsam wollen die beiden Bürgermeister nun über das Städtepartner-Jubiläum sprechen sowie eine Möglichkeit suchen, die Einwohner beider Städte dazu einzuladen und zusammenzubringen. Darunter gibt es auch schon jetzt einige Freundschaften, wie Ronald Kunze weiß. „Beispielsweise bei den Geflügelzüchtern oder der Feuerwehr hat man den Kontakt über Jahre gehalten.“

Geplant war dieses Jahr zunächst das Harthaer Brunnenfest im Sommer als Anlass für die Feier um das runde Jubiläum zu nehmen. Doch ob das aufgrund der Corona-Pandemie stattfinden kann, ist derzeit noch unklar.

„Herr Roßberg vom Kultur- und Sportbetrieb ist mit seinem Kollegen in Fröndenberg regelmäßig in Kontakt, um auch über das Jubiläum zu sprechen“, sagt Bürgermeister Ronald Kunze. Fest steht für beide Seiten jedoch eines: Ohne Feier zum Jubiläum geht es nicht.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln