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Nachfolger für Funkturm am Harthaer Kreuz

Beliebt war das Gebäude nie. Trotzdem ist es zu einem Wahrzeichen geworden. Doch es droht der Abriss.

Innerhalb kurzer Zeit hat die Deutsche Funkturm GmbH einen neuen Mast in Betonschleuderbauweise errichten lassen. Noch im September hieß es, dass ein Stahlgittermast gebaut wird.
Innerhalb kurzer Zeit hat die Deutsche Funkturm GmbH einen neuen Mast in Betonschleuderbauweise errichten lassen. Noch im September hieß es, dass ein Stahlgittermast gebaut wird. © Dietmar Thomas

Hartha. In Windeseile ist der neue Funkturm am Harthaer Kreuz entstanden. Ein großer Kran war dafür im Einsatz. Nach Angaben von Lea Borgers, Managerin Kommunikation der Deutschen Funkturm GmbH Mitte September, sollte neben dem alten Turm ein 50 Meter hoher Stahlgittermast entstehen.

Doch nun ist für jeden sichtbar, dass dem nicht so ist. Sächsische.de fragte an gleicher Stelle nach. „Es tut uns sehr leid. Bei der Beantwortung ihrer Anfrage hat sich leider ein Fehler eingeschlichen. Wir bauen den neue Mobilfunkmast in Schleuderbetonbauweise. Der Mast wird 45 Meter hoch und hat zwei Antennenplattformen“, teilte Pressesprecher Benedikt Albers mit.

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Der obere Teil des neuen Funkturms.
Der obere Teil des neuen Funkturms. © Dietmar Thomas

Abriss für das Jahr 2023 geplant

Der Mobilfunkmast ist der Ersatz für den bisherigen Schmalbandrichtfunkturm. Die notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen wären sehr umfangreich und kostenintensiv und müssten regelmäßig durchgeführt werden. „Aus diesem Grund haben wir uns für eine neue, wetterbeständige Variante entschieden“, sagte Lea Borgers.

Der Abriss des alten Turms ist voraussichtlich für das Jahr 2023 geplant. Vorher müssen noch einige, teils zeitintensive Maßnahmen umgesetzt werden, so Borgers. „Nach Fertigstellung des Masten ziehen alle Dienste um. Dies geschieht in der Regel nach und nach, um Ausfälle zu vermeiden“, so die Sprecherin des Unternehmens.

Keine Besichtigung möglich

Von dem neuen Mast würden die gleichen Dienste gesendet wie vom alten – der Turm ergänzt das LTE-Netz (Mobilfunk) der Telekom und es wird zusätzlich Richtfunk gesendet. Der neue Turm sei auch geeignet, um zukünftig 5G-Dienste zu senden, sagte Lea Borgers.

Der Richtfunkturm wurde nach Angaben der Funkturm GmbH 1960 in Betrieb genommen. Er war das offensichtlichste und gleichzeitig geheimste Gebäude der SED in der Gegend. Unmittelbar nach dem Zusammenbruch der DDR übernahm die Telekom den Turm. Neue Technik wurde installiert.

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Auf die Anfrage von Sächsische.de, ob vor dem Abriss des alten Turmes noch einmal eine Besichtigung möglich wäre, gab es ein klares Nein von der Deutschen Funkturm GmbH. „Aufgrund des baulichen Zustandes des Gebäudes sehen wir von einer Vor-Ort-Besichtigung leider ab.“

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