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Bekommt Hartha bald Strom von den Stadtwerken Döbeln?

Die Stadträte haben sich entschieden. Hartha schließt einen Konzessionsvertrag mit den Döbelner Stadtwerken. Was bedeutet das für die Strom-Kunden?

Von Sylvia Jentzsch
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Die Stadt Hartha will einen Konzessionsvertrag für Döbeln Hartha schließen.
Die Stadt Hartha will einen Konzessionsvertrag für Döbeln Hartha schließen. © André Braun

Hartha. Mit einer Stimmenthaltung haben die Harthaer Stadträte beschlossen, den Konzessionsvertrag mit der Stadtwerke Döbeln GmbH abzuschließen. Bisher gab es diesen mit EnviaM.

„Jeder Kunde konnte und kann auch künftig selbst entscheiden, mit welchem Energieanbieter er einen Vertrag abschließt“, sagte Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos).

Bei dem Konzessionsvertrag gehe es um die Nutzung des Leitungsnetzes, das in öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen liegt, um die Haushalte und Unternehmen mit Strom zu versorgen. Dafür bekommt die Stadt Geld, eine sogenannte Konzessionsabgabe. Die richtet sich nach der Menge des durchgeleiteten Stromes.

Vertrag läuft nach 20 Jahren aus

Nach 20 Jahren läuft solch ein Konzessionsvertrag aus und muss neu ausgeschrieben und abgeschlossen werden. „Auf die Ausschreibung konnte sich jeder Energieanbieter bewerben. Zwei haben die Chance genutzt“, sagte der Bürgermeister. Das waren EnviaM und die Stadtwerke Döbeln.

Die Entscheidungsfindung sei langfristig und die Stadträte eingebunden gewesen, so Kunze. Er betont, dass die Stadt mit EnviaM bisher einen guten Partner hatte, mit dem sie vertrauensvoll zusammenarbeiten konnte. Die Stadt wollte jedoch dem Wettbewerb eine Chance geben.

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Die auf Konzessionsverträge spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei PartG Berlin habe die Auswertung der Angebote nach bestimmten Kriterien vorgenommen. Geprüft wurde unter anderem, wie sicher, preisgünstig, verbraucherfreundlich, effizient und umweltfreundlich die Versorgung mit Strom durch die jeweiligen Anbieter ist.

Außerdem wurden die Angebote im Konzessionsvertrag verglichen. Dafür wurden von der Kanzlei Punkte vergeben.

Auswertung ist eindeutig

„Die Stadtwerke Döbeln haben nach der Auswertung die höhere Punktzahl erreicht“, so Bürgermeister Kunze. Weniger Punkte für den anderen Anbieter ergaben sich laut der Beschlussvorlage für den Stadtrat in den Kriterien: Netzausfallzeiten, Reaktionszeiten, Netzanschlusskosten, Verbraucherservice in örtlicher Nähe, Dauer der Netzanschlussbereitstellung und laufzeitbezogene Kündigungsrechte.

Die Stadtwerke Döbeln erhielt im Bereich Umweltverträglichkeit eine niedrigere Punktzahl als EnviaM.

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Nachdem sich die Harthaer Stadträte für den Konzessionsvertrag mit den Stadtwerken Döbeln entschieden haben, wird nun die Rechtsanwaltskanzlei den unterlegenen Bieter über das Ergebnis informieren. Dieser hat innerhalb von 30 Tagen die Möglichkeit, die Auswahlentscheidung der Stadt zu rügen. „In dieser Frist darf die Kommune den neuen Konzessionsvertrag noch nicht unterschreiben“, so Kunze.

Gibt es einen offiziellen Vertrag, will sich auch der Geschäftsführer der Stadtwerke Döbeln zum Vertragsabschluss mit der Stadt Hartha äußern. Denn es muss noch einiges grundsätzlich geklärt werden. Der Stadt Hartha entstehen keine finanziellen Nachteile. Sie bleibt weiterhin im Besitz der KBE-Aktien und erhält die entsprechende Dividende.