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Hausbau in Mannsdorf ausgebremst

Für Flächen in dem Döbelner Ortsteil gibt es einige Interessenten. Und ein Problem mit der Abwasserentsorgung.

In Mannsdorf gibt es noch einige potenzielle Eigenheimstandorte. Aber die Flächen können derzeit noch nicht bebaut werden. Es gibt ein Abwasserproblem.
In Mannsdorf gibt es noch einige potenzielle Eigenheimstandorte. Aber die Flächen können derzeit noch nicht bebaut werden. Es gibt ein Abwasserproblem. © Dietmar Thomas

Döbeln. Solche schöne ebene Bauflächen wie in Mannsdorf sind sehr selten, meint Jürgen Müller, Ortschaftsratsvorsitzender von Ebersbach.

Aber die Bautätigkeit in dem Bereich links der B 169 in Richtung Döbeln ruht. Dabei gibt es immer wieder Interessenten für die Grundstücke und die privaten Eigentümer sind auch gewillt, diese zu verkaufen oder zu verpachten. Bauvoranfragen werden von der Stadt jedoch seit einiger Zeit abgelehnt.

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Felsen im Boden ist der Grund. Der verhindert den Bau von Abwasserleitungen und damit den Anschluss an das zentrale Abwassernetz. „Auch mit dem Trinkwasser gibt es dort Probleme“, so Müller. Aber die seien nicht so gravierend wie die Abwasserproblematik.

Entwässerungsgraben an der Grenze

Die Eigenheimbesitzer haben diese in den vergangenen fünf bis zehn Jahren mit vollbiologischen Kleinkläranlagen gelöst. Die haben nun noch bis zu 15 Jahre Bestandsschutz. Zudem ist der Graben, in den die Anlagen entwässert werden, an seiner Grenze.

Die Untere Wasserbehörde des Landratsamtes Mittelsachsen habe untersagt, noch mehr Abwasser in den Graben einzuleiten. Somit bliebe Häuslebauern nur noch der Bau einer abflusslosen Grube, die in regelmäßigen Abständen geleert werden müsste. „Das ist nicht wirtschaftlich“, meint Müller.

Dörfer sollen in Entwässerungsplan

Dieses Problem beschäftigt die Ebersbacher schon seit einigen Jahren. Jetzt wollen sie es angehen, auch wenn ihnen bewusst ist, dass es wiederum einige Jahre bis zu einer Lösung dauern könnte.

Jürgen Müller schlägt den Ortschaftsräten während ihrer Beratung am Montagabend vor, bei der Stadt Döbeln zu beantragen, Mannsdorf und Neudorf in den Generalentwässerungsplan aufzunehmen. In Neudorf gibt es zwar nicht so viele potenzielle Bauflächen wie in Mannsdorf, aber es besteht ein ähnliches Abwasserproblem. „Die private Schleuse in Neudorf wächst immer wieder zu“, so der Ortschaftsratsvorsitzende.

Stadt soll Straßen erwerben

Ob für die beiden Orte ein Anschluss an das zentrale Abwassersystem, eine dezentrale Kläranlage wie in Limmritz oder eine andere Variante der Entsorgung am günstigsten ist, müsse letztendlich der Abwasserzweckverband (AZV) Döbeln-Jahnatal prüfen.

In jedem Fall müssten jedoch Leitungen verlegt werden. Idealerweise im Zusammenhang mit der Sanierung von Straßen, die an der einen oder anderen Stelle in Mannsdorf nötig sei. 

Dabei tritt das nächste Problem auf. Die Straßen in Mannsdorf sind zwar öffentlich gewidmet, befinden sich aber teilweise in Privateigentum. „Die Stadt sollte sie erwerben“, meint Jürgen Müller.

Döbeln begehrter Baustandort

Zum einen würden die derzeitigen Eigentümer finanziell entlastet, da sie für die Flächen, die von allen genutzt werden, Grundsteuer bezahlen. Zum anderen sei es für Döbeln bei der Beantragung von Fördergeld günstiger, selbst Eigentümer der Straßen zu sein. Durch Fördergeld werde der Eigenanteil geringer, den die Stadt bei der Sanierung der Straßen beisteuern muss.

Dass die Flächen in Mannsdorf bebaut werden können, sei für die Region sehr wichtig, sagt Müller. Denn durch fehlendes Bauland in Leipzig und Dresden sowie die hohen Grundstückspreise in den Großstädten werde Döbeln zu einem begehrten Baustandort. Die Sörmitzer Au sei voll belegt, Döbeln Nord und der Südhang fast. Auch für das Walduferviertel in Döbeln gebe es schon einige Interessenten.

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