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Hausfinanzierungen sind der Renner

Die Commerzbank legt in Döbeln in der Pandemie zu. Die Wirtschaft hat sich robuster als in anderen Gegenden erwiesen.

Die Filiale der Commerzbank in Döbeln betreut 6.850 Privat und 1.540 Unternehmerkunden.
Die Filiale der Commerzbank in Döbeln betreut 6.850 Privat und 1.540 Unternehmerkunden. © Jens Hoyer

Döbeln. Eine positive Bilanz zieht die Commerzbank für ihre Niederlassung in Döbeln. Mehr Kunden, mehr Kredite und mehr Aufgeschlossenheit der Kunden für andere Anlageformen. „Wir haben in Döbeln 150 Kunden dazugewonnen. Ein wichtiger Grund dafür ist unser kostenloses Girokonto“, sagte Filialleiterin Andrea Rüdiger.

Corona hat auch die Bankgeschäfte verändert. Die Döbelner Kunden sind zwar eher konservativ, aber mehr als 840 nutzten bereits die Handy-App der Bank für ihre Transaktionen. Das sei ein Plus von 36 Prozent. „Jede fünfte Wertpapierorder wird per App vorgenommen“, so die Filialleiterin. Derzeit werden in Döbeln 6.850 Privat und 1.540 Firmenkunden betreut.

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Die Filiale der Commerzbank in Döbeln betreut 6.850 Privat- und 1.540 Unternehmerkunden.

Das Geschäftsvolumen in Döbeln beträgt 132 Millionen Euro (+ 12,7 %).

Das Kreditvolumen der Filiale beträgt 39,7 Millionen Euro.

Das Depotvolumen für Wertpapiere der Kunden liegt bei 31,5 Millionen Euro.

Das Einlagevolumen der Kunden beträgt 60,8 Millionen Euro.

Sechs Mitarbeiter sind in der Döbelner Filiale für Privat- und zwei für Firmenkunden zuständig. Außerdem wird ein Azubi ausgebildet.

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Telefon und E-Mail sind bei der Kommunikation immer wichtiger geworden. Eine Konsequenz aus Corona. Selbst Ratenkredite würden jetzt per Fernabsatz vermittelt. „Die Kunden müssen dafür nicht mehr in die Filiale kommen. Jeder zehnte Ratenkredit wurde seit April vorigen Jahres so vergeben. Wir wollen vermehrt Beratungsgespräche per Video anbieten“, so die Filialleiterin.

Ein starkes Wachstum habe die Döbelner Niederlassung bei den Baufinanzierungen. „Corona hat die Immobilienwünsche gesteigert. Die Menschen wünschen sich mehr Platz und einen Garten, sie wollen im Grünen wohnen“, sagte Andrea Rüdiger. Das Neugeschäft bei den Baufinanzierungen sei um 79 Prozent auf 12,6 Millionen Euro gestiegen.

Wertpapiere werden interessanter

Das Gesamtvolumen bei den Baufinanzierungen beträgt reichlich 33 Millionen Euro. Jede fünfte Finanzierung werde für besonders energieeffiziente Häuser ausgegeben. Bei diesen Krediten sinke die Zinsbelastung um 0,1 Prozent.

Weil die Leute in Corona-Zeiten weniger Geld ausgeben, seien auch die Einlagen auf Tagesgeld- und Girokonten gestiegen, die kaum etwas abwerfen. Mehr Kunden hätten sich aber auf lukrativere Wertpapiere konzentriert. „Die sind vor allem bei jungen Menschen beliebt“, so die Filialleiterin. Bei den Sparplänen habe es eine Steigerung von 8,8 Prozent gegeben. Die Hälfte dieser Verträge sei online abgeschlossen worden. Das monatliche Einlagevolumen betrage im Durchschnitt 157 Euro.

Gesunde Unternehmen

Im Firmenkundenbereich sei Corona eine Herausforderung gewesen, sagte Burkhard Schreiber, zuständiger Gruppenleiter für den Bereich Leipzig. „Unsere Kunden waren unterschiedlich hart betroffen. Eine wichtige Aufgabe war, den Firmen privates Geld zuzuführen, aber auch durch Kredite zu helfen.“ In 48 Stunden sei eine Online-Antragsstrecke auf die Beine gestellt worden, über die Firmenkunden KfW-Kredite beantragen konnten.

In Döbeln seien von beantragten 5,6 Millionen aber lediglich 400.000 Euro dieser Finanzhilfen in Anspruch genommen worden. „Das kann man vernachlässigen. Die Unternehmen sind deutlich gesünder als in anderen Landkreisen. Sie haben sich in diesen schweren Zeiten als sehr robust erwiesen“, sagte Schreiber.

Bleibt Filiale erhalten?

Auch im Gewerbekundenbereich war die Bank im vergangenen Jahr in Döbeln um 2,8 Prozent gewachsen. 40 Gewerbekunden seien hinzugekommen.

Die Commerzbank macht gerade eine Umstrukturierung durch. Nach der „Strategie 2024“ sollen nur 450 von fast 800 Filialen übrig bleiben. Bleibt Döbeln erhalten? Unternehmenssprecherin Sabine Schanzmann-Wey hatte auf diese Frage keine Antwort. Sie könne einer Entscheidung nicht vorgreifen, sagte sie „Wir werden auf jeden Fall in der Region bleiben.“

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Burkhard Schreiber machte klar, dass Döbeln neben Delitzsch einer der „Satelliten“ im Firmenkundengeschäft sei. „Die Kollegen sind auch für Regionen wie Oschatz, Mittweida und Rochlitz zuständig.“

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